Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder Die Wutausbrüche der Engel

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Hardcover
Inhaltsangabe
Nachdem Josef Winkler am 1. November 2008 in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis entgegengenommen hatte, hielt er zum Dank eine Rede, aus der dieses Buch entstand. Es gibt Antwort auf einige Fragen: Josef Winkler, wer ist das? Wo kommt er her? Was hat ihn geprägt? Wie ist er zum Schriftsteller geworden? Warum schämt er sich seit kurzem nicht mehr, wenn er nicht jeden Tag an Selbstmord denkt? Josef Winkler, der in einem kleinen katholischen Kärntner Dorf auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, in dem es – außer den alten, abgegriffenen schwarzen Gebetbüchern, auf denen reliefartig, also mit den Fingerkuppen berühr- und erfahrbar, ein goldenes, sich tief in den Kinderseelen verankerndes Kreuz eingraviert war – keine Bücher gab, nicht einmal die Bibel, erzählt von seiner frühen Sehnsucht nach Sprache und Bildern. Mit gestohlenem Geld kaufte er sich die Bücher von Camus, Hemingway, Sartre, Peter Weiss und Jean Genet. Er las diese Bücher, als ob er sie selber geschrieben hätte, und sagte sich, kaum hatte er den Ministrantenmantel abgelegt: »Eines Tages werde ich ein Buch schreiben!« Aus- und abschweifend entwirft Winkler ein Selbstporträt – auf dem auch zwei seiner Schutzheiligen, der Maler Chaim Soutine und der Schriftsteller und Dieb Jean Genet, Platz finden.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 21.09.2011
  • Autor/Autorin: Josef Winkler
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 205/126/19 mm
  • Seitenanzahl: 163
  • ISBN: 9783518421376
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht

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»Ich schreibe dich – / Zur Welt bist du wieder gekommen / mit geisternder Buchstabenkraft«, heißt es in einem der Gedichte von Nelly Sachs, das Josef Winkler in seinem neuen Roman zitiert, in dem er seine fünf Jahre ältere, mittlerweile verstorbene Schwester Maria, die sich in ihrer gemeinsamen Kindheit auf dem Bauernhof vor allem um den rebellischen Josef gekümmert hat, in die Welt zurückschreibt. Für eine Ausbildung zur Konditorin verlässt sie das Dorf, arbeitet jahrelang in den verschiedensten Hotels, kehrt nach Ausbruch ihrer seelischen Erkrankung und nach dem ersten Selbstmordversuch in ihr Elternhaus zurück, wo sie auf ihren Bruder Josef trifft, der nach dem Skandal um sein erstes Buch ebenfalls dort Zuflucht sucht. Der Roman Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht, der mit Josef Winklers »Buchstabenkraft«, auch in surrealen Bildern, andeutet, welche ungeheuerlichen Vorkommnisse das Dasein seiner Schwester bis in den Tod verdunkelt haben mögen, verschränkt die Heimkehr der verlorenen Tochter und die Rückkehr des verlorenen Sohns ineinander. Wie Josef Winkler seelische und körperliche Gewalt der dörflichen Umwelt zur Sprache bringt, ist in der deutschsprachigen Literatur unvergleichlich.
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