Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht

Roman
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Inhaltsangabe
»Ich schreibe dich – / Zur Welt bist du wieder gekommen / mit geisternder Buchstabenkraft«, heißt es in einem der Gedichte von Nelly Sachs, das Josef Winkler in seinem neuen Roman zitiert, in dem er seine fünf Jahre ältere, mittlerweile verstorbene Schwester Maria, die sich in ihrer gemeinsamen Kindheit auf dem Bauernhof vor allem um den rebellischen Josef gekümmert hat, in die Welt zurückschreibt. Für eine Ausbildung zur Konditorin verlässt sie das Dorf, arbeitet jahrelang in den verschiedensten Hotels, kehrt nach Ausbruch ihrer seelischen Erkrankung und nach dem ersten Selbstmordversuch in ihr Elternhaus zurück, wo sie auf ihren Bruder Josef trifft, der nach dem Skandal um sein erstes Buch ebenfalls dort Zuflucht sucht. Der Roman Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht, der mit Josef Winklers »Buchstabenkraft«, auch in surrealen Bildern, andeutet, welche ungeheuerlichen Vorkommnisse das Dasein seiner Schwester bis in den Tod verdunkelt haben mögen, verschränkt die Heimkehr der verlorenen Tochter und die Rückkehr des verlorenen Sohns ineinander. Wie Josef Winkler seelische und körperliche Gewalt der dörflichen Umwelt zur Sprache bringt, ist in der deutschsprachigen Literatur unvergleichlich.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 11.03.2026
  • Autor/Autorin: Josef Winkler
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 210/132/28 mm
  • Seitenanzahl: 431
  • ISBN: 9783518432709
Pressestimmen
»Winkler schildert ... das Aufwachsen auf einem Kärntner Bauernhof. Das Leben dort zeichnet er mit düsterer Intensität, zeigt einen Raum, in dem neben den Lebenden die Toten, die Engel und Teufel, Tiere und Pflanzen eine wichtige Rolle spielen. Berührendes Zentrum des Romans bildet die Beziehung zur psychisch erkrankten Schwester, mit der ihn eine zärtliche Solidarität verbindet.«
Theresa Schouwink, Philosophie Magazin, 10. Juli 2026
»Selten wohl hat ein Schriftsteller mit so exakter Beobachtungsgabe, von Genauigkeit getrieben, seinen Strom an Erinnerungen ... festgehalten.«
Aachener Zeitung, 29. Juni 2026
»Was Josef Winklers neuen Roman besonders auszeichnet, ist sein meisterhaftes Changieren zwischen oft surrealistischem Bilderreichtum und stets sprachgewaltiger Erzählkunst.«
Die Brücke, 19. Juni 2026
»Die von der katholischen Liturgie und ihren suggestiven Wiederholungen geprägte Sprache ist so schlicht wie gemeißelt.«
Stefan Michalzik, Frankfurter Rundschau, 9. Juni 2026
»Den Preis für den schönsten Titel des Monats hat Winkler sicher. Uns auch sonst ist das Buch ein Wunder!«
FOCUS, 29. Mai 2026
»Eindringlich zeichnet der Autor [den] Leidensweg [seiner Schwester Maria] anhand geradezu fotografisch genauer Erinnerungsbilder nach ...«
Gisa Funck, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Mai 2026
»[Winkler macht seine Schwester] in einem meisterlichen Prosastück unsterblich ...«
Stefan Rammer, Passauer Presse, 12. Mai 2026
»Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht schließt nahtlos an die besten Bücher von Josef Winkler an und schreibt seine verstörende Familiengeschichte fort. Dieses Requiem für die geliebte Schwester geht unter die Haut.«
Südkurier, 5. Mai 2026
»Nun fügt Josef Winkler seiner Lebenserzählung das Kapitel um seine unglückliche Schwester an. In seinem unverwechselbaren (surreal anmutenden) Sprachgestus einerseits, in seltener Klarheit andererseits. Man hört nicht auf, Winkler zu lesen.«
Gießener Anzeiger, 29. April 2026
»In sprachlich neuen Transformationen verbindet Winkler rauschhaft Brutalität mit Poesie, Ars Sacra und Literatur mit Zitaten aus liturgischen Texten zu einer radikalen Auseinandersetzung mit der Heimat. Und das alles ist kunstvoll verwoben mit dem Glanz der Reverenz ...«
Maria Renhardt, Die Furche, 23. April 2026
»Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht ist ein immer wieder neu ansetzendes, bohrendes Erinnerungsbuch, das etwas Licht noch in der schwärzesten Seele findet.«
Mario Scalla, WDR, 21. April 2026
»... [E]in eindringliches Requiem für die tote Schwester, in dem auch ihre Beharrlichkeit und ihr Lebenswille gewürdigt werden und ihr Andenken gewahrt bleibt.«
Manfred Hitzeroth, Oberhessische Presse, 18. April 2026
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Die Ukrainerin

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Nach einem längeren Aufenthalt in Wien zog sich Josef Winkler im Jahre 1981 auf einen Bauernhof in Kärnten zurück, um seinen Roman Muttersprache zu beenden. Dort fand er Quartier bei der Familie der Bergbäuerin Njetotschka Wassiljewna Iljaschenko, einer im März 1943 von Hitlers Schergen verschleppten Ukrainerin ‒ die ihm über ein Jahr lang ihre Lebensgeschichte erzählte.

Die Bäuerin berichtet dem Autor vom Leben ihrer verzweifelt um die Existenz der Familie ringenden Mutter am Ufer des Dnjepr und von ihrer eigenen Kindheit während der Zeit der Kollektivierung und Hungersnot (Holodomor) im Dorf Dobenka, das später vom Stausee von Krementschug überflutet wurde. Sie erzählt von ihrer gewaltsamen Verschleppung aus der Ukraine zur Zwangsarbeit nach Kärnten, und sie berichtet von ihrem ersten Jahr auf dem Kärntner Bergbauernhof.

Der Band erscheint mit einem Nachwort von Josef Winklers französischem Übersetzer Bernard Banoun sowie erstmals mit Briefen, die Hapka Davidowna Iljaschenko aus der Ukraine an ihre Tochter Njetotschka in Kärnten schrieb.

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