Die Nulllinie

Roman aus dem Krieg | "Twardoch ist ein großer Erzähler." Florian Illies
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Inhaltsangabe

Nominiert für den SPIEGEL Buchpreis 2025

Als einer von wenigen westlichen Autoren fuhr Szczepan Twardoch immer wieder an die Front in der Ukraine. Er brachte Material, war unterwegs mit Soldaten, sah die Schrecken des Krieges, war in Gefahr. Seine Erfahrungen hat er zu einem Roman verdichtet, der den Geist der Bücher von Remarque, Jünger oder Hemingway atmet.

Koń geht in den Krieg. Er meldet sich freiwillig zur ukrainischen Armee und erlebt bald die Wirklichkeit, den Kontrast vom reichen Kyjiw zum desolaten Donbass, die Kluft zwischen offiziellen Bildern und den wahren Zuständen der Armee mit Gleichgültigkeit, Vetternwirtschaft. An vorderster Front, der Nulllinie, in einem vom Dnipro abgeschnittenen Flecken Erde, suchen er und seine Gefährten nach dem Sinn, dem Licht, zwischen Drohnen, Verletzten und dem Tod. Hier, an der Nulllinie, bekommen Brüderlichkeit und Mut eine neue Bedeutung, Vernunft weicht der Intuition, Aberglaube dem Wissen. Es gibt Freiwillige und solche, die nie kämpfen wollten, und als einzige Verbindung zur alten Welt das Internet über Starlink. Koń denkt an seinen Großvater, der im Weltkrieg kämpfte, sucht auch bei seiner Geliebten Zuja der Verzweiflung zu entfliehen – und ahnt immer mehr, dass dieser Krieg für ihn nie enden wird.

Der Kampf ist ein Lebensthema im Werk Szczepan Twardochs. Hier erzählt er den gegenwärtigen Krieg in Europa mit bestechender Authentizität wie mit epischer Wucht, blickt, mit Thukydides, in ein 21. Jahrhundert im Zeichen des Krieges. Eine existenzielle Reflexion über Gewalt, Mut, Freiheit und das Menschsein.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 15.04.2025
  • Autor/Autorin: Szczepan Twardoch
  • Übersetzung: Olaf Kühl (aus dem Polnischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 3. Auflage
  • Verlag: Rowohlt Berlin
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 209/134/23 mm
  • Seitenanzahl: 256
  • ISBN: 9783737102094
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Ein existenzielles Buch und ein persönliches, lebensgefährliches Wagnis. Szczepan Twardoch fuhr mehrmals bis an die Front. Dieser Text ist Auge, Ohr und Gedanke mitten im Krieg.
  • Mit gewaltiger Sprachkraft schreibt der große Autor über den Krieg, den Osten, das 20. Jahrhundert und das Wesen des Menschen selbst.
  • Der Angriff auf die Ukraine hat alle westlichen Gewissheiten erschüttert. Twardoch konfrontiert seinen, unseren westlichen Blick mit dem Kämpfen. Lotet aus, was das Leben im Angesicht von Unterdrückung und Gewalt bedeutet. Was Freiheit, Hoffnung, Zukunft und Demokratie sind.
  • Kaum ein Autor kann so packend über tief-existenzielle Dinge schreiben. Hier wird das Ungeheuerliche, das Erlebte, die Betrachtung und das Nachdenken darüber zu etwas Eigenem: zu Literatur.
Pressestimmen
»Twardoch hat in der Tradition von Ernest Hemingways ‹Wem die Stunde schlägt› vermutlich den einen Roman über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine geschrieben. Den einen, der den Krieg erklärt, der bleibt, auch wenn der Krieg irgendwann vorbei sein sollte.«
Nora Zukker, Der Spiegel
»Intensiv ... Die Szenen in diesem Roman sind scharf wie Splitter. Was durch sie auf Leser und Leserin eindringt, schwärt weiterhin.«
Frankfurter Rundschau
»Ein gegenwärtiger Kriegsroman, der das Zeug zum Klassiker des Genres hat.«
Der Spiegel
»Unheimlich aktuell.«
Berliner Zeitung
»Literarisch grandios gestaltet.«
Tages-Anzeiger
»Ein wichtiges Buch ... Twardoch durchleuchtet in diesem Grenzraum der existenziellen Verdichtung die Kraft des Menschlichen im Angesicht von Gewalt, Tod und Endlichkeit.«
Der Standard
»Dies ist der Roman zur Stunde, ein Roman aus dem Krieg in der Ukraine, ein Roman direkt von der Front ... ein Protokoll in literarischer Form.«
WDR
»Ein vielschichtiger, verstörender Text, ein Frontroman, der dort spielt, wo alles auf null gesetzt ist.«
Deutschlandfunk
»Krieg gehört zu den extremsten Grenzerfahrungen … Was Twardoch uns in seinem Roman aufzeigt, bleibt geradezu physisch haften. Das schafft nur starke Literatur.«
Neue Zürcher Zeitung
»Twardoch ist einer der bedeutendsten Literaten seines Landes und hat den Roman der Stunde über den Krieg geschrieben.«
ZDF aspekte
»Ein großer Roman vom großen Polen, der immer wieder an die Front in der Ukraine gereist ist: Er ... erforscht, wie der Krieg die Seelen zerrüttet.«
Focus
»Ein mitreißender Roman, vielleicht das beste Prosawerk ... über diesen Krieg.«
Gerhard Gnauck, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Herstellerinformationen
Rowohlt Berlin Verlag GmbH
Kreuzbergstraße 30
10965 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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Ein gewaltiger Roman über einen Mann im Strudel der Zeit, zwischen Emanzipation und Selbstzweifel, der in einer explosiven, ungeheuer freien Epoche seinen Weg sucht.

Eben noch kämpfte Alois Pokora im Weltkrieg. Dann erwacht er im Krankenhaus in Berlin – und die Welt ist eine andere: das Jahr 1918, der Kaiser geflohen, die alte Ordnung zerbricht. Der Bergmannssohn Alois, der Erste in der Familie mit Schulbildung, sehnt sich nach seiner Liebe Agnes – lässt sich aber bald von der soghaften neuen Freiheit erfassen, geistig, revolutionär, auch erotisch. Er gerät in die Berliner Halbwelt, schult für die dubiose «Baronin» eine Kampftruppe, trifft Rosa Luxemburg. Nach einer Schießerei mit Kaisertreuen rund ums Berliner Schloss kann er gerade noch heim ins verwunschene Schlesien flüchten. Wo sich ebenfalls alles verändert hat. Unerwartet muss Alois sich der eigenen Herkunft stellen – und steht endlich Agnes gegenüber. Doch Alois ist zwischen alle Fronten geraten.

Mit weltmalerischer Wucht erzählt Szczepan Twardoch vom Weltkrieg und vom umstürzlerischen Berlin mit seinen Kaputten, Geschlagenen und den feierwütigen Überlebenden, den Umbrüchen, die bald ganz Europa erfassen.

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