Die Lieblinge der Justiz

Parahistorischer Roman in achteinhalb Kapiteln
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Inhaltsangabe

Die Lieblinge der Justiz, das sind Verbrechen und Verbrecher, echte und vermeintliche:

Bohdan Staschynskyj zum Beispiel, ein KGB-Agent und Auftragskiller, der den ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera in seinem Münchner Exil ermordet, dann aber wegen der Liebe zu einer ostdeutschen Friseurin mit ihr in den Westen flieht und sich stellt.

Oder Mario, der Kolonialwarenhändler aus Kolomea im östlichen Hinterland der k. und k. Monarchie: Er ist jung, erfolgreich, seiner Frau Maria in schöner, wilder Liebe zugetan – aber seine geheime Verabredung mit einem karpatischen Molfar-Zauberer wird sich als so fatal erweisen, dass ihm nicht einmal mehr Kaiser Franz Joseph daselbst zu helfen vermag.

Juri Andruchowytsch entfaltet in seinem neuen Buch ein die Jahrhunderte umspannendes Panorama von Mord, Liebe und Verrat, von der Monstrosität des Verbrechens und der Justiz. Und doch ist nicht alles, wie es scheint ...

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 25.03.2020
  • Autor/Autorin: Juri Andruchowytsch
  • Übersetzung: Sabine Stöhr (aus dem Ukrainischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 214/130/25 mm
  • Seitenanzahl: 299
  • ISBN: 9783518429068
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Das neue Buch von Juri Andruchowytsch, dem unfreiwilligen Klassiker der ukrainischen Gegenwartsliteratur
  • Erzählungen von Verbrechern und Verbrechen
  • Mit den Schauplätzen, besser: Tatorten Lemberg, dem Habsburgerreich, München, Ostberlin u. a.
Pressestimmen
»... unbedingt lesenswert, weil in vielerlei Hinsicht neu!«
Rainer Glas, lesenswert, 9. September 2020
»[Juri] Andruchowytsch erzählt von dem, was wir aus den Ereignissen machen: Wir machen sie zu den Geschichten, die wir hören wollen oder die wir benutzen können - zum Beispiel, um Helden und Feinde zu konstruieren oder Nationalismus zu schüren ... Die besten von uns machen daraus großartige, ironische und unterhaltsame Literatur.«
Norma Schneider, neues deutschland, 5. August 2020
»Der Autor geht nie einen geradlinigen Weg und bringt den Leser stets aufs Neue in Verwirrung. Mit Witz und Aberwitz, mit Sarkamsus und Ironie spielt er seine Verbrecherszenarien durch. Die Sprache funkelt wie in einem Kaleidoskop.«
Lerke von Saalfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Juli 2020
»Juri Andruchowytsch ist ein Meister der Überblendung von konkreten Fakten und blühenden Fiktionen, er kann alles zur Farce entgleisen lassen.«
Cornelius Hell, ORF, 14. Juni 2020
»Ein ums andere Mal erzeugt der Blick des genialen Ukrainers durch die Prismen des Abseitigen, des Schrägen und Grotesken auf scheinbar nebensächliche Details ein überscharfes, ins Heute hineinscheinendes Bild einer in ihrem Paragrafensystem verhedderten Justiz mit all ihrer Pedanterie, ihrer Grausamkeit, ihren Fehlurteilen.«
Gunter Blank, Rolling Stone, 8. Juni 2020
»Raffiniert changiert der Ton zwischen Chronik, abwägender pseudoakademischer Diskussion historischer Quellen und pittoresker Geschichte. Überschwänglich parodiert Juri Andruchowytsch teilweise haarsträubend das historische Romangenre.«
Alexander Kluy, Der Standard, Wien, 6. Juni 2020
»Der Spaß, den Juri Andruchowytsch am Verquirlen von Fakt und Fiktion hat, wirkt ansteckend. Noch im Schrecken bleibt er entspannt und findet Anlässe für Sarkasmus.«
Roland Gutsch, Nordkurier, 22. Mai 2020
»... [eine] sorgfältig komponierte Sammlung.«
Norbert Mappes-Niediek, Frankfurter Rundschau, 23. April 2020
»... [Andruchowytsch] ist auch ein Autor des Schalks, so lesen wir im schlimmsten Stahlgewitter immer wieder einen guten Witz, der das Leid auf den Kopf stellt und die Drehrassel des Schmerzes zum Stillstand bringt. [Ein] lesenswertes Buch!«
Frank Willmann, kulturexpresso.de, 23. April 2020
»... Juri Andruchowytsch gelingt es tatsächlich, den Horror der ukrainischen Geschichte in Literatur zu verwandeln; dass er der bedeutendste Autor der Ukraine ist, daran besteht nach Die Lieblinge der Justiz ohnedies kein Zweifel mehr.«
Erich Klein, Falter
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Juri Andruchowytsch, »der poetische Landvermesser« (FAZ) aus der Unruhezone Ukraine, hat viel Zeit investiert, um sich mit fremden Städten anzufreunden, die ihm Schutz und Ruhe gewähren sollten. In manchen ist er eine Weile hängengeblieben. Andere wurden zu Lebensstationen: »München beginnt gleich hinter Moskau, das Alphabet harmoniert mit der Zeit« – denn München war die erste deutsche Stadt, die der junge Autor aus der untergehenden Sowjetunion besuchte, um ganz in der Nähe, am Starnberger See, seine Moscoviada zu schreiben. Diamantenläden statt Zimtläden – eine Gasse in Antwerpen, chimärisch, als wäre sie von Bruno Schulz erfunden. Soziologie der Straßenmusik in Berlin. Mit Andrzej Stasiuk im hundertgeschossigen InterContinental in Bukarest. Zu Besuch im tragischen Museum in Charkiw. Unterwegs durch verlassene Gärten in Detroit. Novi Sad. Odessa. Paris. Prag. Stuttgart. Toronto. Ushgorod. Venedig. Ein Alphabet der 44 Städte auf drei Kontinenten. In diesem originellen Reisebrevier verquickt Andruchowytsch Herzensgeschichten mit politischer Polemik, Klischee mit Epiphanie, die Anekdote mit Romanentwürfen. Doch wie dieser Stadtnomade seinen Blick schult, um im unscheinbaren Detail ein Gefühl für das große Ganze zu entwickeln, macht Lust darauf, es ihm gleichzutun.
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