Die Krume Brot

"Fesselnd, ergreifend und voll gesellschaftlichem Zündstoff." 3Sat Kulturzeit
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Inhaltsangabe

Adelina, Tochter italienischer Einwanderer, arbeitet in einer Schweizer Fabrik, als sie sich 1973 nach kurzer Ehe allein mit einem Kind wiederfindet, Emma. Ein quälender Kampf ums Überleben beginnt, bis sie einen älteren Belgier kennenlernt und in dessen Gutshof im Piemont zieht. Vieles wird nun leichter, aber ohne Liebe bleibt alles fad. Und eines Tages ist der Belgier fort, mitsamt dem Kind. Kurz darauf taucht ein Mann auf, ein Streuner, ein Brigant. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Emma. Der Mann ist oft fort und kehrt zurück mit Geld, Essen und Zeitungen, in denen von Überfällen und ausgeraubten Munitionsdepots berichtet wird. Er nimmt Adelina mit in seine Mailänder Kommune, und zum ersten Mal fühlt sie sich als Teil einer Gruppe. Sie macht Schießübungen und Botengänge, geht der Polizei aus dem Weg. Das ist nicht schwierig, denn die Bullen sind beschäftigt. In dieser Zeit der Bomben und der Gewalt sucht eine Mutter ihre Tochter, lange vergeblich. Bis der Streuner meldet, er habe in dem Gutshof Licht gesehen: ein Mann sei dort, ein Mann mit einem Kind.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 18.04.2023
  • Autor/Autorin: Lukas Bärfuss
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2. Auflage
  • Verlag: Rowohlt
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 209/133/23 mm
  • Seitenanzahl: 224
  • ISBN: 9783498003203
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Der neue Roman von Lukas Bärfuss führt uns in die 1970er-Jahre und findet dort Themen, die auch unsere Gegenwart bestimmen.
  • Dies ist der Auftakt zu einer Romantrilogie, im Mittelpunkt stehen Frauen und die Frage: Wo bleibt die Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft?
  • Die Krume Brot speist sich aus zwei Quellen. Aus der Herkunft des Autors: Adelina teilt viele Erfahrungen mit seiner Mutter. Und aus der Geschichte jener Epoche, in der sich Wege in der Gesellschaft und in den Biografien verzweigten, die bis heute nicht zusammengefunden haben.
Pressestimmen
»Ein dichter, spannender Roman, prallvoll mit Geschichte, Geschichten, zeithistorischen Anspielungen«
Wolfgang Seibel, ORF Ö1 "Ex Libris", 10. September 2023
»Ihm glückt ein erzählerischer Sog in ausdauernden Sätzen, die oft in lakonischen Pointen kulminieren.«
Timo Posselt, Die Zeit, 20. Juli 2023
»Lukas Bärfuss erzählt in "Die Krume Brot" von einer Frau aus dem Arbeitermilieu der 1970er-Jahre. Ihm gelingt dabei viel mehr als bloße Kapitalismuskritik.«
Erika Thomalla, Süddeutsche Zeitung, 10. Juli 2023
»Diese kraftvoll-energische Erzählung des Büchnerpreisträgers passt in eine Zeit, die von Migration geprägt wird und in der Inflation keine Vokabel aus dem Geschichtsbuch ist.«
Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau, 8. Juli 2023
»Ein knapper, großer Roman über die dunklen Seiten der europäischen Gegenwart ... Seine Präzision, seine Prägnanz sind manchmal schon fast beängstigend genau.«
Tom Kretschmer, Bayern 2 "Diwan", 11. Juni 2023
»Die besten Epen sind jene, die schlank daherkommen wie ein Kurzroman und deren Sätze so aufgeladen sind, dass in jedem von ihnen eine neue Geschichte zu stecken scheint.«
Oliver Creutz, Stern, 7. Juni 2023
»Wie alles mit allem zusammenhängt, das erzählt Lukas Bärfuss packend anhand einer stillen, selten erlebten Heldin der Wirklichkeit.«
RBB Radioeins "Die Literaturagenten", 4. Juni 2023
»Wie Bärfuss diese letzte Seifenblase in erlebter Rede immer größer und schillernder werden und dann zerplatzen lässt, das ist meisterhaft.«
Richard Kämmerlings, Welt am Sonntag, 7. Mai 2023
»Ein Roman erreicht einen auf ganz andere, viel emotionalere Weise und eröffnet nochmal eine ganz andere Perspektive auf die Klassenfrage als die zahlreichen autofiktionalen Bücher der letzten Jahre.«
Andrea Gerk, WDR Westart Lesestoff, 4. Mai 2023
»Eine intensive Lektüre, die aufrüttelt, ja regelrecht wütend macht. Bärfuss legt den Finger in die Wunde und verbindet sie nicht.«
Katja Weise, NDR Info "Neue Bücher", 3. Mai 2023
»Fesselnd, ergreifend und voll gesellschaftlichem Zündstoff.«
3Sat "Kulturzeit", 24. April 2023
»Lukas Bärfuss sagt, dass ihn dieses Buch schon sein ganzes Leben begleite. Und nun hat er es endlich geschrieben und veröffentlicht.«
DANIEL ARNET, Sonntagsblick, 23. April 2023
Herstellerinformationen
Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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Nach "Vaters  Kiste" wendet sich Lukas Bärfuss nun in einem bewegenden autobiografischen Essay dem Leben seiner Mutter zu.

Eine kleine Stadt in der Schweiz. Ein Haushalt mit einer Frau und ihrem Sohn. Es gibt keinen Mann, es gibt Männer. Und an Geld herrscht immer Mangel, an Zärtlichkeit erst recht.

Die Mutter von Lukas Bärfuss war eine Frau ohne Bildung und ohne Perspektiven, dafür mit einem unstillbaren Freiheitsverlangen. Das Kind sah sie als Fessel, sie hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht. Eine Rabenmutter, so nannte sie sich selbst; ihr Sohn landete auf der Straße. Sie hatte nur die Waffe der Ohnmächtigen, das böse Maul. Und im Alter blieb ihr kein anderer Ausweg als die Armutsmigration in die Dominikanische Republik, aus einem der wohlhabendsten Länder der Welt, in dem der Lebensabend unerschwinglich für sie war.

Der Sohn musste sich früh in der Kunst üben, seine Mutter zu überleben. Und in der Rückschau stellt er sich die Frage, wo in einem elenden Leben die persönliche Verantwortung aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt. Ein aufrüttelndes Buch, für Leserinnen und Leser von Edouard Louis und Annie Ernaux.

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