Die Kriegsverbrecherlobby

Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter
Angebot€34,00
Sofort lieferbar
Versandbereit. Lieferung: Di, 08.09. – Mi, 09.09.

Nur noch 1 Stück auf Lager!
Hardcover
Versandkostenfrei · 14 Tage Widerrufsrecht
Sicher bezahlen – auch auf Rechnung mit Klarna
PayPal Klarna Visa Mastercard Maestro Apple Pay Google Pay
Inhaltsangabe

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren in zahlreichen westeuropäischen Ländern NS-Kriegsverbrecher inhaftiert. Im Zuge der Westbindung der Bundesrepublik wurden die meisten von ihnen entlassen. Lediglich in Italien und den Niederlanden verblieben insgesamt fünf Deutsche im Gefängnis: der SS-Mann Herbert Kappler, als Kommandeur der Sicherheitspolizei verantwortlich für das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen, sowie die »Vier von Breda«, die maßgeblich an der Ermordung der niederländischen Juden beteiligt gewesen waren. Hochrangige deutsche Politiker, unter ihnen die Bundeskanzler Brandt und Schmidt, setzten sich für ihre Freilassung ein.

Felix Bohr zeichnet das westdeutsche Engagement für die im Ausland inhaftierten NS-Täter nach. Er zeigt, wie sich aus Netzwerken von Kirchenverbänden, Veteranenvereinigungen und Diplomaten eine einflussreiche Interessenvertretung formierte, die rechtliche und materielle Hilfe leistete. Während Opfer des NS-Regimes um gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung kämpften, organisierte die Lobby Unterstützung für die Kriegsverbrecher auf höchster politischer Ebene. Auf der Grundlage bislang mitunter nicht zugänglicher Quellen wirft Bohr einen umfassenden Blick auf ein bisher kaum bekanntes Kapitel bundesdeutscher Vergangenheitspolitik.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 04.10.2018
  • Autor/Autorin: Felix Bohr
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 220/144/37 mm
  • Seitenanzahl: 558
  • ISBN: 9783518428405
Pressestimmen
»Abschließend betrachtet ist Bohrs Werk eine spannend verfasste und gut lesbare Studie über die bundesdeutsche Nachkriegsmentalität und den politischen Umgang mit den letzten deutschen, in westeuropäischer Haft befindlichen Kriegs- und NS-Verbrechern.«
Philipp Glahé, Histrhen – Rheinische Geschichte, 16. Dezember 2019
»Ein anspruchsvolles und aufschlussreiches Buch für an der jüngeren deutschen Geschichte Interessierte.«
Hans Niedermayer, Buchprofile (Michaelsbund) / Medienprofile (Borromäusverein), 13. Mai 2019
»Wie diese [Kriegsverbrecher], deren Todesurteile letztlich in lebenslange Haftstrafen verwandelt wurden, über Jahrzehnte von bestimmten Gruppen und offiziellen Vertretern in der Bundesrepublik unterstützt wurden, dem geht der Historiker Felix Bohr in seiner lesenswerten Studie ... nach.«
Judith Leister, Neue Zürcher Zeitung, 6. Februar 2019
»Es liegen über der geglückten deutschen Demokratie heute Schatten. Antidemokratische, rechtsextreme Kräfte haben Auftrieb erhalten. ... Auch deswegen ist das Buch von Felix Bohr wichtig. Es zeigt im Rückblick auf die erst jüngst vergangene Zeitgeschichte, wie verletzbar unsere Demokratie ist, welche Gefahren in ihr lauern und wie schwierig das Verhältnis der Deutschen zur Freiheit in ihrer Geschichte war.«
Gerhart Baum, DIE ZEIT, 6. Dezember 2018
»Felix Bohrs enorm materialreiche Studie ist verdienstvoll – ein Antidot zu gängigen, mitunter allzu selbstgewissen Geschichtserzählungen.«
Marko Martin, Deutschlandfunk Kultur, 3. Dezember 2018
»Die Geschichte der [Kriegsverbrecherlobby] stellt Bohr akribisch und facettenreich dar.«
Matthias Arning, Frankfurter Rundschau, 23. Oktober 2018
»Bohr ist ein glänzendes Buch darüber gelungen, wie es Rechtsextreme erreicht haben, Politik für sich zu instrumentalisieren und zugleich die Deutungshoheit über die Geschichte zu beanspruchen. Angesichts der derzeitigen Versuche, die NS-Zeit als einen ›Fliegenschiss‹ umzudenken, ist sein Buch aktueller, als uns lieb sein kann.«
Klaus Hillenbrand, taz. die tageszeitung, 9. Oktober 2018
»Bohrs wichtige Aufarbeitung, deren gut recherchierter Faktenreichtum besticht, lässt einen fassungslos zurück ob der braunen Tentakel.«
Knud von Harbou, Süddeutsche Zeitung, 9. Oktober 2018
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

Weitere Bücher von Felix Bohr

Vor dem Untergang

€30,00

Unweit des ostpreußischen Rastenburg, des heutigen Kętrzyn in Polen, befand sich ein zentraler Ort des Zweiten Weltkriegs: das »Führerhauptquartier Wolfsschanze«. Dort verbrachte Adolf Hitler nach dem Angriff auf die Sowjetunion den Großteil seiner Zeit. Dort wurde über die systematische Ermordung der europäischen Juden entschieden. Dort ereignete sich am 20. Juli 1944 das Stauffenberg-Attentat, das der Diktator nur leicht verletzt überlebte. Doch während der Name vielen ein Begriff ist, haben die wenigsten eine genaue Vorstellung von der Anlage selbst und dem, was sich dort über knapp dreieinhalb Jahre abspielte.

Auf der Basis von Zeitzeugnissen und bislang unveröffentlichten Dokumenten rekonstruiert Felix Bohr den Alltag in der »Wolfsschanze«. Seine Schilderungen verknüpft er mit grundlegenden Fragen: Was erfährt man aus den Berichten von Offizieren, Köchinnen und Kammerdienern über Hitlers Persönlichkeit? Wie beeinflussten die zunehmend chaotischen Verhältnisse und die paranoide Atmosphäre in dem abgelegenen Komplex die dort getroffenen Entscheidungen? Aus Bohrs dichten Beschreibungen ergibt sich eine präzise Analyse der obersten Ebene des NS-Regimes, die zwischen Teestunden und Waldspaziergängen das deutsche Menschheitsverbrechen plante.

Zum Buch