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Hörbuch CD
Inhaltsangabe
Zum 100. Todestag Franz Kafkas erscheinen bei DAV erstmals eine Sammlung mit Hörspielen der wesentlichen Werke des Autors. Die Produktionen aus 70 Jahren Hörspielkunst ermöglichen einen unmittelbaren Zugang zu Kafkas oft geheimnisvollen Texten. Die Klarheit seiner Sprache tritt dabei ebenso in den Vordergrund wie der Gedanke, dass der Mensch in einer bedrohlich erscheinenden Welt immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen wird. Ein wahres Hörerlebnis – mit Sprecher:innen wie Bruno Ganz, Gert Westphal und Gustl Halenke.
»Die große Hörspiel-Edition« enthält:
• Die Verwandlung, NDR 2002
• Amerika, SWF (heute: SWR) 1957
• Der Prozeß, SDR (heute: SWR) 1960
• In der Strafkolonie, SRF 1981
• Das Schloß, SWF (heute: SWR)/RB 1953
• Josefine,die Sängerin oder Das Volk der Mäuse, WDR 1985
Hörspiel mit Bruno Ganz, Gert Westphal, Gustl Halenke
7 CDs | ca. 7 h 23 min
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 12.10.2023
Autor/Autorin: Franz Kafka
Gelesen von:Bruno Ganz
, Gert Westphal
, Gustl Halenke
Format: Hörbuch CD
Auflage: 1
Verlag: Der Audio Verlag
Sprache: Deutsch
Spieldauer: 443 Minuten
Anzahl CDs: 7
ISBN: 9783742429537
Herstellerinformationen
Der Audio Verlag GmbH Hardenbergstr. 9a 10623 Berlin DE
Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, verschloss ihn in spielerischer Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, aus dem Fenster auf den Fluss, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer mit ihrem schwachen Grün.
Ein nicht näher bestimmtes Wesen, offensichtlich ein dachsähnliches Tier, hat sich einen vielfältig gestalteten unterirdischen Bau errichtet. Er dient als Schutz und gut bestückte Vorratsräumlichkeit. Das Tier wird beherrscht von der Vorstellung, sich gegen einen wie auch immer gearteten Feind durch eine Optimierung des Baues schützen zu können. Zunächst ist das Tier sehr zufrieden in seinem Bau. Es schlummert häufig friedlich darin und frisst von seinen Vorräten, aber auch vom Kleingetier, das mit im Bau haust. Besonders die Stille ist wohltuend für das Tier.
"Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." Vergeblich versucht er herauszufinden, wessen er angeklagt wurde und wie er sich rechtfertigen könnte. Ebenso wenig greifbar sind das Gericht und das Gesetz. In einem Prozess, von dem nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch der Angeklagte ausgeschlossen bleibt, wird Josef K. schließlich von einer anonymen, für ihn unerreichbaren Gerichtsinstanz, die sich seinem Verständnis entzieht, zum Tod verurteilt. Eine beängstigende, klaustrophobischen Atmosphäre, ein unvorstellbarer Vorgriff auf die Zukunft, eine Vorwegnahme der kommunistischen Schauprozesse.
Ein Hungerkünstler lebt zunächst in Zeiten, in denen in der Öffentlichkeit ein reges Interesse an seiner Kunst besteht. In seinem Gitterkäfig wird er vom Publikum von Hungertag zu Hungertag interessiert begutachtet und bewundert. Für den Hungerkünstler ist aber das andauernde Hungern "die leichteste Sache von der Welt". Er leidet darunter, dass man ihm das nicht glaubt, ihm möglicherweise sogar unterstellt, geschickt heimlich zu essen, oder ihm zumindest absichtlich die Möglichkeit dazu gibt. Zudem besteht sein Impresario darauf, dass er nach vierzig Tagen das Hungern beenden solle. Er öffnet ihm den Käfig und stellt ihm Essen bereit. Der Hungerkünstler fühlt sich absolut missverstanden, er weiß, dass er noch viel länger hungern kann.
Drei der außergewöhnlichsten Erzählung von Franz Kafka:
Der Bau: Ein nicht näher bestimmtes Wesen, offensichtlich ein dachsähnliches Tier, hat sich einen vielfältig gestalteten unterirdischen Bau errichtet. Er dient als Schutz und gut bestückte Vorratsräumlichkeit. Das Tier wird beherrscht von der Vorstellung, sich gegen einen wie auch immer gearteten Feind durch eine Optimierung des Baues schützen zu können. Zunächst ist das Tier sehr zufrieden in seinem Bau. Es schlummert häufig friedlich darin und frisst von seinen Vorräten, aber auch vom Kleingetier, das mit im Bau haust. Besonders die Stille ist wohltuend für das Tier.
Ein Hungerkünstler: Ein Hungerkünstler lebt zunächst in Zeiten, in denen in der Öffentlichkeit ein reges Interesse an seiner Kunst besteht. In seinem Gitterkäfig wird er vom Publikum von Hungertag zu Hungertag interessiert begutachtet und bewundert. Für den Hungerkünstler ist aber das andauernde Hungern "die leichteste Sache von der Welt". Er leidet darunter, dass man ihm das nicht glaubt, ihm möglicherweise sogar unterstellt, geschickt heimlich zu essen, oder ihm zumindest absichtlich die Möglichkeit dazu gibt. Zudem besteht sein Impresario darauf, dass er nach vierzig Tagen das Hungern beenden solle. Er öffnet ihm den Käfig und stellt ihm Essen bereit. Der Hungerkünstler fühlt sich absolut missverstanden, er weiß, dass er noch viel länger hungern kann.
Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse: Wie es der Titel sagt, handelt die Geschichte von der als Sängerin auftretenden Maus Josefine und dem Mäusevolk. Josefines Singen ist aber eher ein leises Pfeifen, das eigentlich auch jede andere Maus aus dem Volk von sich gibt oder geben kann. Dennoch ist ihre Kunst öffentlich unumstritten. Manchmal - nur unter sich- gestehen sich ihre Zuhörer die Wahrheit über Josefines Kunst ein.
Als der junge Handlungsreisende Gregor Samsa eines Morgens aus seinen Träumen erwacht, findet er sich plötzlich als ungeheures Insekt wieder. Gregor, der zwar unter der Trostlosigkeit und der Härte seiner Umwelt zu leiden hat, denkt jedoch zu aller erst daran, dass er wohl zu spät zur Arbeit kommen wird. Natürlich ist auch Gregors Familie angewidert von seinem Anblick, lässt den Sohn aber solange bei sich wohnen, bis schließlich... Gregor Samsa, von vielen als literarisches alter ego Franz Kafkas betrachtet, lässt Sie nicht mehr los, wenn sich seine Gedanken um seine Metamorphose entfesseln.
Ein Forschungsreisender besucht eine Strafkolonie, wo er das dort vorherrschende Rechtssystem begutachten und einer Hinrichtung beiwohnen soll. Den Sträflingen wird ihr Urteil jedoch nicht mündlich verkündet, sondern in einer langwierigen Folterzeremonie von einem eigens dafür entwickelten Apparat qualvoll in den Körper geritzt. Die geplante Hinrichtung verläuft anders als erwartet… Polarisierend, eindrucksvoll und verstörend, ist dieser einzigartige Klassiker nichts für Zartbesaitete. Zum 100. Todestag Franz Kafkas erscheint die SWR-Hörspielproduktion mit Wolfgang Stendar, Bruno Glanz, Walter Wigand, Elmar Schulte und Heinz Bender-Plück bei Der Audio Verlag.
Wie es der Titel sagt, handelt die Geschichte von der als Sängerin auftretenden Maus Josefine und dem Mäusevolk. Josefines Singen ist aber eher ein leises Pfeifen, das eigentlich auch jede andere Maus aus dem Volk von sich gibt oder geben kann. Dennoch ist ihre Kunst öffentlich unumstritten. Manchmal - nur unter sich - gestehen sich ihre Zuhörer die Wahrheit über Josefines Kunst ein.
In einer Winternacht gelangt der Landvermesser K. in ein Dorf, das von einem mysteriösen Schloss und dessen Beamten beherrscht wird. Immer wieder versucht K. ins Schloss vorzudringen – umsonst. Alles, was er unternimmt, führt ins Leere. Telefonleitungen sind tot, Mittelsmänner entpuppen sich als Spitzel einer unbekannten Macht, das Schankmädchen Frieda, in das er sich verliebt, spielt wie die Wirtin ein undurchsichtiges Spiel mit ihm. Je mehr K. versucht, ins Schloss zu gelangen, desto weiter entfernt er sich von seinem Ziel, bis er schließlich die Vorladung zu einem hochoffiziellen Verhör erhält.
Hörspiel mit Gert Westphal, Friedrich von Bülow u.v.a.
1 CD Laufzeit 81 min