Eines Morgens wird von sämtlichen Sendern gemeldet: Eine extraterrestrische Macht hat über Nacht die Erde erobert. Nach der ersten allgemeinen Panik sickern Neuigkeiten durch: Die Außerirdischen sind sanftmütig; sie meiden scheu jeden Kontakt; sie bringen Aufschwung und Frieden. Da ist nur ein kleiner Haken – sie bitten um Menschenopfer auf freiwilliger Basis.
Überall werden Spiele ausgerichtet, um die Auserwählten zu bestimmen. Wer mitmacht, dem winken enorme finanzielle Vorteile. Sol, Mitbegründer eines Online-Magazins, ist mit einer rasch etablierten Talkshow dicht dran an den Ereignissen. Als sich aber sein junger Nachbar Elliot als Kandidat für die Spiele meldet, stellt das Sol und seine Frau Astrid auf die Probe: Wer ist mitschuldig, wer profitiert, wer begehrt auf?
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 16.01.2019
Autor/Autorin: Doron Rabinovici
Einband: Taschenbuch
Auflage: 1
Verlag: Suhrkamp
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 190/118/22 mm
Seitenanzahl: 255
ISBN: 9783518469354
Darum lohnt sich dieses Buch
Österreichischer Buchpreis (Longlist) 2017
Eine hochaktuelle Parabel
Pressestimmen
»... eine böse und unterhaltsame Gesellschaftssatire.«
Nina Apin, taz. die tageszeitung, 22. Oktober 2017
»Rabinovici beherrscht nicht nur den ironischen Unterton, sondern er kann auch die moralische Keule derart geschickt schwingen, dass eine schwarze Phantasmagorie wie eine Unterhaltungsgeschichte wirkt.«
Stefana Sabin, NZZ am Sonntag, 24. September 2017
»... ein hochaktuelles Buch, das trotz seiner phantastischen Elemente, viel über unseren politischen und gesellschaftlichen Alltag erzählt.«
Florian Schmid, neues deutschland, 14. September 2017
»... ein kühner Wurf.«
Karin Cerny, profil, 14. August 2017
»Und eines ist auch sicher: Der Roman wird später einmal nicht nur die Literaturwissenschaft kontrovers beschäftigen.«
Gerhard Zellinger, derstandard.at, 7. August 2017
»Ein politisch, gesellschaftlicher und moralischer Zeigefinger, der aus dem All auf uns zeigt und ziemlich launigen Lesespaß verspricht.«
leseschatz, 7. August 2017
»Das Buch ist ein differenziertes Plädoyer für den zivilen Widerstand und die Macht von Dokumentation und Erinnerung als wichtige Waffen im Kampf gegen die Unmenschlichkeit.«
Michael Winroither, ORF, 6. August 2017
»Als wäre ein Hieronymus Bosch durchs Wurmloch der Gegenwart gestiegen ...«
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 5. August 2017
»Doron Rabinovici glückt mit Die Außerirdischen eine um die Ecke gedachte, bitterböse Zeitdiagnose.«
August Becker ist der Star unter den Pressefotografen, seine Porträts sind unverwechselbar. Im aktuellen Wahlkampf um die Kanzlerschaft erhält er von einer liberalen Wochenzeitschrift den Auftrag, den Spitzenkandidaten einer populistischen Partei zu fotografieren. Ulli Popp hetzt gegen Migranten, gegen Frauen, gegen unabhängige Medien. August Becker soll den Mann hinter der Fassade von Fürsorglichkeit entlarven, seine Brutalität, seinen Zynismus, er soll den unaufhaltsam scheinenden Siegeszug seiner Partei stoppen. August verachtet Popp, er nimmt den Auftrag an, und tatsächlich gelingt ihm ein Schnappschuss, von dem er überzeugt ist, dass er den Ausgang der Wahl entscheidend beeinflussen wird – bis sich von einem Tag auf den anderen alle Gewissheiten ins Gegenteil verkehren. Mit Witz, Ironie und Fabulierlust erzählt Doron Rabinovici in seinem neuen Roman von einer immer stärker polarisierten Gegenwart, einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft. Es geht um die Relativierung von Fakten, die Anziehungskraft des Autoritären, die Macht der Bilder. Es geht um den Kampf eines Populisten gegen einen Fotografen, der genau weiß, dass jede Aufnahme Zeugnis einer Einstellung ist.
Ethan Rosen und Rudi Klausinger: Beide sind sie Koryphäen auf demselben Gebiet, der Kulturwissenschaft. Und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Rosen ist überall zu Hause und nirgends daheim. Selbst der Frau, die er liebt, stellt er sich unter falschem Namen vor. Klausinger wiederum weiß sich jedem Ort anzupassen und ist trotzdem ruhelos: Was ihn treibt, ist die Suche nach seinem leiblichen Vater; sie führt ihn schließlich nach Israel zu Ethan Rosen. Dessen Vater, ein alter Wiener Jude, der Auschwitz überlebte, braucht dringend eine neue Niere. Bald wird die Suche nach einem geeigneten Spenderorgan für die Angehörigen zur Obsession.
Herkunft, Identität, Zugehörigkeit – Doron Rabinovici würfelt in seinem Roman »Andernorts« die Verhältnisse in einer jüdischen Familie gründlich durcheinander, deckt ihre alten Geheimnisse auf und beobachtet sie bei neuen Heimlichkeiten. Am Ende dieser packend erzählten Geschichte sind alle Gewißheiten beseitigt. Nur eines scheint sicher: Heimat ist jener Ort, wo einem am fremdesten zumute ist.
Stefan Sandtner, Facharzt für Neurologie, kämpft gegen die Krankheiten der Erinnerung, aber er kennt kein Mittel, um eine Frau zu vergessen, die noch unlängst mehr als eine Kollegin für ihn war. Er nimmt sich eine Auszeit vom Klinikdienst. Nur einen Patienten, den er seit seinen Kindertagen kennt, behandelt er weiter: den alten Herbert Kerber, der sich nichts länger als 15 Minuten merken kann. Niemanden erkennt er wieder; nur die Kriegsjahre, über die er zuvor nie sprach, sind in aller Schärfe präsent, ja, er glaubt sich mitten in ihnen. Ob allerdings das Heraufholen der Erinnerungen überhaupt erstrebenswert ist, darüber geraten die erwachsenen Kinder des Alten in Streit. Ist nicht das Vergessen eine Gnade? fragt sich der Sohn, zumal so am heilen Bild des Vaters keine Risse entstehen. Die Tochter hingegen veranstaltet mit dem Kranken Tribunale, die zu keinem Ende kommen, weil ihm vorher immer wieder alles entfällt. Wenn er nicht bei seinem Patienten ist, treibt es Sandtner auf den Wiener Naschmarkt. Hier, inmitten heimischer und orientalischer Köstlichkeiten, trifft er alte Freunde und macht neue Bekanntschaften. An den bunten Ständen läßt er sich ihre Geschichten erzählen. Hier lernt er Flora Dema kennen, eine junge Filmemacherin aus Ex-Jugoslawien, die ihn in ihren Bann zieht. Mit ihr will Sandtner alle Probleme vergessen, ohne dabei zu merken, in welchen Nöten sie sich befindet.