Der Osten

Roman
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Inhaltsangabe

Andrzej Stasiuks großes Buch über »den Osten«: eine Summe seines Reisens und Schreibens – niedergelegt in einem epischen Strom, hinreißend erzählten Episoden und Epiphanien. Er reist von Polen über Russland bis nach China und blickt auf sein Leben, das Gewirr aus Wegen und Routen, in dem ein Kindertraum sich mit dem Glücksgefühl kreuzt, das er in der Wüste Gobi empfindet.
Was ist das, der Osten, dieses »Reich der Wunder«, das Andrzej Stasiuk immer wieder magisch anzieht? Dieses Kontinuum, dessen Erschütterungen von Kamtschatka bis an die Elbe zu spüren sind. Ostpolen, die Heimat, aus der seine Eltern vertrieben wurden? Der Osten namens Sowjetkommunismus, dessen Präsenz die Gesellschaft, in der er aufwuchs, kontaminiert hatte? Osten – so könnte eine Quintessenz des Buches lauten – ist keine Himmelsrichtung, sondern die Verheißung einer Dimension jenseits der vom Grauen der Vergangenheit unterminierten europäischen Landschaften.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 08.03.2017
  • Autor/Autorin: Andrzej Stasiuk
  • Übersetzung: Renate Schmidgall (aus dem Polnischen)
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 190/120/21 mm
  • Seitenanzahl: 295
  • ISBN: 9783518467619
Pressestimmen
»Mit beeindruckender sprachlicher Kraft und genauer Beobachtungsgabe nimmt Stasiuk die Leser mit ...«
Karen Schröder, Freie Presse, 3. Juni 2016
»... ein elegisches Meisterwerk ...«
Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung, 23. April 2016
»In Stasiuks neuem Buch ... bleibt das Geheimnis um die eigenwillige Art seines Schreibens, seinen besonderen Aufmerksamkeitstypus bestehen.«
Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung, 11. März 2016
»... eine poetische-sensible und analytisch-vielschichtige Betrachtung darüber, wie sich Geschichte in Materie transformiert und wie diese Materie bis heute die Identität von Menschen formt.«
Mirko Schwanitz, NDR, 24. Februar 2016
»… temporärer und kostbarer Sieg des sterblichen Individuums über die Zeitlosigkeit des Vergessens und die grauenhafte Indifferenz menschenleerer Räume. Was für ein Buch!«
Marko Martin, DIE WELT, 20. Februar 2016
»Ganz große Prosa auf jeden Fall, die ein fahles Licht auch auf den Westen wirft.«
Tobias Heyl, Falter
»MIt einer grandiosen Sprache – von Renate Schmidgall bestens in Deutsche übertragen – beweist Stasiuk einmal mehr seine Virtuosität.«
Thomas Mahr, Lesart
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Der Fluss der Kindheit

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Plötzlich steht er da, in nassen Hosen, am Frühstücksbüffet des Hotels an der Grenze. Ein junger Syrer, der gerade noch im Fluss trieb. Wohin er will? »Germany.« Der Erzähler überlegt nicht lange – ich fahr dich, nach Berlin.

Am Bug, der heute Belarus und die Ukraine, eine Diktatur und ein Kriegsgebiet, von Polen trennt, hat der Erzähler als Kind die Sommerferien verbracht. Dieser Fluss und seine östlichen Weiten verbindet die meisterhaften Prosastücke des Bandes: ein Schreiben »on the road«, wahrnehmungssatt, reich an Erinnerungen, gelegentlich ins Halluzinatorische kippend.

Der Erzähler geht eine innige, fast körperliche Beziehung mit dieser Gegend ein. Wenn er nicht irgendwo am Fluss zeltet, allein, oder in einem Kiewer Vorort unter freiem Himmel übernachtet, den Luftalarm im Halbschlaf registrierend, ist er auf den Wegen und Straßen unterwegs – was er sieht, gräbt sich ihm tief ein.

Nie hat Stasiuk die Versehrtheit dieser geliebten Landschaft so genau benannt wie hier, im Schatten des großen, von Russland begonnenen Landkriegs. Ein packendes, drängend formuliertes Buch über das osteuropäische Heute.

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