Teil der Reihe: Unionsverlag Taschenbücher

Der Kartograf des Vergessens

Roman
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Inhaltsangabe

Der Dichter Diogo Santiago kehrt in seine Heimatstadt Beira zurück. Alle verehren ihn, doch als er Einsicht erhält in alte Akten der Geheimpolizei, gerät seine Welt ins Wanken.

Während der Zyklon Idai drohend über Beira aufzieht, stürzen neue Wahrheiten auf ihn ein. Sein Vater, auch ein Poet, versuchte, im Geheimen die Verbrechen der Kolonialtruppen zu dokumentieren. Sein Cousin, der eines Tages plötzlich verschwand, war nie der, für den ihn alle hielten. Und was steckt hinter der tragischen Legende des schwarzen Jungen und des weißen Mädchens, die den Tod wählten, weil ihre Liebe verboten war?

Die junge Frau, mit der sich Diogo rätselhaft verbunden fühlt, scheint Teil dieser Geschichten zu sein. Gemeinsam gehen sie auf die Suche nach Antworten, die unter dem Tosen des hereinbrechenden Sturms alle Gewissheiten vernichten.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 18.09.2025
  • Autor/Autorin: Mia Couto
  • Übersetzung: Karin von Schweder-Schreiner (aus dem Portugiesischen)
  • Reihe: Unionsverlag Taschenbücher
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1
  • Verlag: Unionsverlag
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 304
  • ISBN: 9783293710467
Pressestimmen
»Ein geistreicher, mit bitterer Ironie erzählter Roman über das Ende der portugiesischen Herrschaft in Mosambik: Ein Dichter erfährt aus Spitzelberichten von vertuschten Kolonialverbrechen und den Geheimnissen der eigenen Familie. Ein reifes Werk, meisterhaft übersetzt.«
Jury der Litprom-Bestenliste Weltempfänger
»Ein Buch wie ein Requiem, voller grandioser Sprachbilder, gespenstischer Szenerien, fantastischer Geschehnisse und tiefer Weisheiten.«
Hartmut Buchholz, Badische Zeitung
»Mia Couto hat wirklich etwas Grandioses geschaffen. Er macht die Vergangenheit Mosambiks im Lesen erlebbar. Vielschichtig und komplex, aber eine lohnende Lektüre, nach der Mosambik sehr viel näher ist, als man denkt.«
Irene Binal, ORF
»Die Geschichte, die Couto erzählt, offenbart, wie tief sich das koloniale Erbe in die Menschen und die sozialen Beziehungen eingegraben hat.«
Ulrike Baureithel, Tagesspiegel
»Es ist die Stärke dieses Romans, es auszuhalten, dass nicht alles erklärt und geklärt werden kann, dass Erinnerung nicht immer auch erhellend und erleichternd ist.«
Manfred Loimeier, SR2
»Sprachmächtig und überaus spannend schreibt Mia Couto. Mitunter wurde er ja als Meister des magischen Realismus gerühmt. Liebe, Schuld, Vergebung, Mut, Ängste – was immer Menschen bewegen kann, findet sich in diesem Buch.«
Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland
»Es geht um die Kraft der Literatur. Und es geht vor allem um die Frage: Was macht der Krieg mit sensiblen Menschen, mit Schriftstellern, wann verrät man sich selbst und seine Ideale?«
Jan Ehlert, NDR Radio – eat.Read.sleep
»Seit dreißig Jahren erzählt Couto in seinen Werken von der Geschichte und den unausgesprochenen Geschichten Mosambiks. Noch nie jedoch so tiefgreifend wie in diesem Roman. Eine vielschichtige, vielstimmige Erzählung, in der Couto Dokumente, Erinnerungen und das Vergessen verflicht.«
Gladys Marivat, Le Monde
»Kunstvoll verknüpft Couto Vergangenheit und Gegenwart und lässt seine Figuren Wahrheit, Widersprüche und Konflikte ergründen. Überwältigend und berückend.«
Marina da Silva, Le Monde Diplomatique
»Eine eindrückliche Reise durch zwei Zeiten, vor der Unabhängigkeit und in der Gegenwart. Geschriebener und gesprochener Rhythmus ertönen parallel. Ein dichtes Gewebe ist dieser Roman, ein Requiem, gesungen von unvergesslichen Figuren.«
Silvia Souto Cunha, Visão
Herstellerinformationen
Verlag C.H.Beck oHG
Wilhelmstraße 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de
Tel: +49 89 38189-0

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Lautlos gleitet das Boot mit den deutschen Soldaten aufs Ufer des Rovuma zu und bringt eine neue Zeitrechnung mit sich: Der Überfall auf den portugiesischen Militärposten markiert den Beginn des Ersten Weltkriegs in Ostafrika. Und noch immer liegt der Schatten des Maji-Maji-Aufstands auf der Region, niedergeschlagen von deutschen Kolonialtruppen.

Der afrikanische Hilfssoldat Nataniel versucht gemeinsam mit seinem Bruder, in den Untiefen zwischen den Kolonialmächten zu navigieren, wo Ungeheuer aller Art lauern. Doch beinahe unbemerkt geht etwas Seltsames in den Dörfern und Garnisonen vor sich: Aus Berichten, Karten und Büchern verschwinden die Buchstaben, und Stück für Stück scheint sich die Macht der Europäer zu verflüchtigen.

Bildgewaltig erzählt Mia Couto von den Narben, die die Kolonialherrschaft in Ostafrika hinterlassen hat, und erschafft einen monumentalen Roman über Macht, Sprache und Erinnerung.

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