Der Himmlische Jäger

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Inhaltsangabe

Es gab eine Epoche, in der man, wenn verschiedene Lebewesen aufeinander trafen, nicht genau wusste, ob es sich um Tiere oder Götter, Dämonen oder Ahnen handelte. Oder einfach um Menschen. Eines Tages, der viele tausend Jahre dauerte, machte Homo etwas, das noch keiner versucht hatte: Er begann die Tiere nachzuahmen, die ihn jagten, die Raubtiere. Er wurde zum Jäger. Es war ein langer und schwieriger Prozess, der Spuren und Narben in Riten und Mythen und im Verhalten hinterließ.

Zahlreiche Kulturen, räumlich und zeitlich weit voneinander entfernt, brachten einige dieser dramatischen und erotischen Geschehnisse in Verbindung mit der Himmelsregion zwischen Sirius und Orion: dem Ort des Himmlischen Jägers. Dessen Geschichten, in dieses Buch hineingeflochten, greifen in viele Richtungen aus, reichen vom Paläolithikum über Ägypten und das alte Griechenland bis zur Turingmaschine. Sie erkunden die verborgenen Verbindungen innerhalb dieses einen, nicht einzugrenzenden Territoriums, das der Geist ist.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 23.06.2020
  • Autor/Autorin: Roberto Calasso
  • Übersetzung: Reimar Klein, Marianne Schneider (aus dem Italienischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 204/134/40 mm
  • Seitenanzahl: 624
  • ISBN: 9783518429136
Pressestimmen
»Calasso ... ist ein mitreißender Denker, der mit präzis geführten Schnitten durch das Gewebe populärer Gewissheiten rauscht.«
Alfons Huckebrink, neues deutschland, 1. Februar 2021
»Als Poesie vermittelt es uns die Magie, die jeder Religion innewohnt, ohne dass sie missionarisch würde und mit Höllenstrafen drohte.«
Herbert Heinzelmann, Nürnberger Nachrichten, 23. November 2020
»Roberto Calasso ... hat mit diesem Buch ein imposantes Alterswerk vorgelegt: ein labyrinthisch gelehrtes Selbstgespräch, Roman, Essay, Sach- und Fachbuch zugleich, das die Grenzen zwischen Themen, Sprachen und Disziplinen mit bemerkenswerter Eleganz und Leichtigkeit überschreitet.«
Thomas Macho, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. September 2020
»Calassos Lektüre und Wiederlektüre einer ganzen Welt in Form stets neu geordneter und neu kombinierter Fragmente gleicht einem andauernden Symposion mit seinen Hausgöttern ...«
Volker Breidecker, Der Tagesspiegel, 12. August 2020
»Es hat in den letzten Jahren viele Geschichten von Menschwerdung, Kulturentwicklung und Fleischkonsum gegeben … Nun kommt aber mit einer ganz besonderen, urtümlichen Wucht das Buch von Roberto Calasso hinzu.«
Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung, 20. Juli 2020
»Wir halten uns für besser als unsere den Mythen verhafteten Vorfahren, aber Calasso stellt das mit diesem Buch äußerst geschickt in Frage.«
Italien Magazin
»Ein Buch, dass der Debatte um Fleischkonsum und Tierrechte eine neue Perspektive zwischen Anthropologie und Mythos verleiht.«
ORF
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Das Buch aller Bücher ist der zehnte Teil eines monumentalen »work in progress«, dessen erster Teil, Der Untergang von Kasch, 1983 (deutsch 1997) erschienen ist. Es geht um die Bibel, hauptsächlich das Alte Testament. Nicht christlich, nicht jüdisch, nicht fachtheologisch, sondern um »die Bibel nach Calasso«.

Weder kritisch zerpflückend noch theoretisch vereinnahmend, sondern nüchtern und unter Kenntnisnahme der Forschung widmet sich Calassos Großessay in einer strukturierten Nacherzählung ausgewählten Teilen und Strängen der biblischen Geschichte – unter besonderer Berücksichtigung von Themen, denen der Autor von Anfang an auf der Spur gewesen ist. Vor allem dem des Opfers, dem er hier bis hin zu Jesu Tod nachgeht.

Es ist eine späte Einbeziehung der Tora, der »Kinder Israels«, Jahwes, des Monotheismus in Calassos Kosmos. Entsprechend nachdrücklich würdigt der Autor – Advokat des Polytheismus, der Welt der Mythen, des irreduzibel Vielgestaltigen – die Rolle, welche die Götter, Götzen, Idole Ägyptens und der Nachbarstämme immer wieder und über lange Zeit für das Volk Israel gespielt haben. Gerade diese Einfügung in die verwirrend vielfältig changierende Kultur- und Religionsgeschichte des Nahen Ostens erlaubt ihm, das Besondere und Einmalige Jahwes und der Geschichte Jahwes mit Israel zu identifizieren und, ausgreifend bis hin zu Freuds Der Mann Moses und Kafka, hervorzuheben.

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