Teil der Reihe: Unionsverlag Taschenbücher

Das Lied der Bettler

Roman
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Taschenbuch
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Inhaltsangabe
In einem Fresko von ungezählten Schicksalen entfaltet Nagib Machfus die Legende von Aschur an-Nagi, dem »Auserwählten«, und seinem Viertel in der Altstadt von Kairo. Hier ist die Zeit stehen geblieben, das Viertel folgt seit jeher seinen eigenen Gesetzen. Die Betrüger und Bettler, die in den engen Gassen ihr Leben fristen, aber auch die Bediensteten, Trödler und Kneipenbesitzer stehen unter dem Schutz des Bandenkönigs und seiner Verbündeten. Ihr Urahne ist Aschur, ein Findelkind, das zu einem Mann heranwächst, stark wie das Tor eines Derwischklosters. Mit ihm steigt der Stern des Viertels, er sorgt für Ordnung, Wohlstand und Gerechtigkeit, bis er eines Tages spurlos verschwindet. Das Viertel droht in Chaos und Korruption zu versinken. In diesem Spätwerk, das 1977 entstanden ist, fabuliert Machfus so kühn wie kaum je zuvor. In einer Sprache mit fantastischen und mystischen Untertönen, die von den Gesängen der Derwische inspiriert zu sein scheint, sinnt er über Glück und Unglück, Macht und Ohnmacht nach.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 27.02.1998
  • Autor/Autorin: Nagib Machfus
  • Übersetzung: Doris Kilias (aus dem Arabischen)
  • Reihe: Unionsverlag Taschenbücher
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 2
  • Verlag: Unionsverlag
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 512
  • ISBN: 9783293201064
Pressestimmen
»Mit diesem Spätwerk hat Nobelpreisträger Nagib Machfus noch einmal seine unglaubliche Sprachgewalt bewiesen. Das Lied ist ein Gleichnis über das Leben in einer uns fremden Kultur, das von Trieben, Sehnsüchte, und Eigenschaften der Menschen bestimmt wird, die überall auf der Welt gleich sind.«
Handelsblatt
»Wenn man das Buch beendet, hat man den Eindruck, eine Geschichte der Menschheit gelesen zu haben, episch, knapp und präzise. Eine Geschichte über den zyklischen Aufstieg und Zerfall der Moral und die immerwährende, hilflose Frage, wieso es das Böse gibt und wie man es ausrotten könnte.«
Waseem Hussain, Bücherpick
»Trotz der poetischen Sprache hat das Buch große politische Sprengkraft.«
Die Furche
»Machfus’ Worte treiben einen von Kapitel zu Kapitel, lassen sich fühlen, als würden sie nicht selbst gelesen, sondern vorgetragen.«
International
»Machfus beschreibt die Figuren kaum, lässt sie handeln, ruhen, fühlen und denken – und so ihr Wesen entfalten; er bildet keine Verschachtelungen, kümmert sich nicht um gekonnt fließende oder besonders sinnträchtige Zeitfolgen und Erzählübergänge, denn die Geschichte handelt von jenen die leben; das Leben seinerseits geht unaufhörlich weiter – oft viel weiter, als es den Gestalten lieb ist.«
Die Presse
»Nagib Machfus ist ein Volksdichter. Er kennt seine Kairoer. Er war und ist ständig unter ihnen.«
Mirjam Jessa, ORF
»Und die Vision, die Türen des Klosters mögen sich endlich öffnen, gleicht eher einem Seufzer über ein Land, das aus seiner vieltausendjährigen Geschichte auch zur ständigen Wiederholung verdammt scheint. Fast möchte man ein wenig mitseufzen – wäre da nicht die augenzwinkernde Nähe des Autors zu seinem Volk, sein Mitleiden und Mitfeiern, die diesen zuweilen arg mystischen Derwischgesang nachhaltig vermenschlichen.«
Reinhard Hesse, Süddeutsche Zeitung
»Mit einem feinen Gefühl für Rhythmus und Form gelang Doris Kilias das, was Übersetzung sein soll: Nicht Nach- , sondern Neudichtung.«
ORF
»Nobelpreisträger Nagib Machfus zeigt sich als phantasievoller Fabulierer.«
Berliner Zeitung
»In einem flüssigen, lockeren Erzählstil reiht Nagib Machfus Geschichten von Menschen zu einem Ganzen aneinander.«
Milna Nicolay, Toaster
Herstellerinformationen
Verlag C.H.Beck oHG
Wilhelmstraße 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de
Tel: +49 89 38189-0

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Einst glänzte die Midaq-Gasse wie ein Stern in der Geschichte des mächtigen Kairo. Inzwischen sind die Arabesken am berühmten Kirscha-Kaffeehaus bröcklig und morsch geworden. Onkel Kamil, der Bonbonverkäufer, der alte Dichter, den keiner mehr hören will, seit es das Radio gibt, der stolze Chef der Handelsfirma, ja sogar der düstere Zita, der aus Menschen Krüppel macht, damit sie besser betteln können - sie alle spüren die neue Zeit, deren Rhythmus die Stadt erobert. Jeder sucht seinen eigenen Weg in die Zukunft. Umm Hamida, Chronistin aller Nachrichten und wandelndes Lexikon aller Missetaten, hat täglich mehr zu erzählen über die Geheimnisse dieser Gasse, denn eine Welt ist in Unordnung geraten. In diesem Roman wird eine Altstadtgasse von Kairo zum Mikrokosmos einer Welt im Umbruch.
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