Ein eindringlicher Roman über eine Familie, die nach dem Erdbeben von L'Aquila ihren Weg zurück ins Leben sucht - eine Elegie auf Verlust und Schmerz, aber auch auf den Mut, sich neu zu erfinden.
Als »Bella mia« besingt ein Volkslied die Stadt L’Aquila in den Abruzzen – 2009 legt ein Erdbeben sie in Schutt und Asche, tötet Menschen, reißt Familien auseinander.
In einer der Behelfsunterkünfte, die bald die einzige Normalität darstellen, versuchen drei Menschen, den Weg zurück ins Leben zu finden: die Erzählerin Caterina, deren Zwillingsschwester Olivia umkam, als sie noch kurz in das einstürzende Haus zurücklief, Marco, Olivias heranwachsender Sohn, der nach dem Verlust niemanden mehr an sich heranlässt, und die alte Mutter, die sich um alle kümmern will und doch selbst am meisten Hilfe braucht.
Wie soll man einem schweigsamen, störrischen Jugendlichen plötzlich Ersatzmutter sein, wie den eigenen Gefühlen wieder trauen und die Sicherheit finden, sich auf Neues einzulassen? Behutsam, über kleine Gesten und auf ganz unterschiedlichen Wegen finden die drei allmählich aneinander Halt und den Mut, der Willkür und Vernachlässigung durch die Behörden zu trotzen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ein eindringlicher Roman über Verlust und verschüttete Gefühle, aber auch über die Kraft, sich neu zu erfinden.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 17.02.2016
Autor/Autorin: Donatella Di Pietrantonio
Übersetzung: Maja Pflug (aus dem Italienischen)
Einband: Hardcover
Auflage: 1
Verlag: Kunstmann, A
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 183/130/22 mm
Seitenanzahl: 224
ISBN: 9783956140914
Darum lohnt sich dieses Buch
Ein eindringlicher Roman über drei Menschen, die nach dem Erdbeben von L'Aquila 2009 einen Weg zurück ins Leben suchen - eine Elegie auf Verlust und Schmerz, aber auch auf die Liebe und die Kraft, sich neu zu erfinden.
Finalistin des Premio Stega
Pressestimmen
»Elegie über eine zerstörte Stadt: Bella Mia erzählt vom Schmerz, von der Liebe, den eigenen Wurzeln und dem Mut, den es braucht, wieder den Kopf zu heben und es erneut zu versuchen.«
Marie Claire
»Donatella Di Pietrantonio hat mit 'Bella mia' einen herausragenden Roman geschrieben - darüber, wie facettenreich und vielschichtig das Leben immer auch ist, unabhängig von allen äußeren Umständen.«
Andrea Lieblang, WDR5 Bücher
»Donatella Di Pietrantonio erstellt ein kleines, zurückhaltendes Gesten- und Bewegungsprofil, und Maja Pflugs Übersetzung findet einen unaufgeregten, manchmal auch vorsichtig ironischen Ton für diesen psychologischen Realismus: Jeder Griff sitzt.«
Jutta Person, Süddeutsche Zeitung
»Literatur, die unmittelbar auf Zeitgeschichte reagiert ist ja oft nicht so überzeugend – aber dieser Roman ist eine sehr einfühlsame Studie darüber, was eine Katastrophe wie das Erdbeben in L’Aquila auslöst und wie die Menschen versuchen, damit zu leben und klarzukommen. Und er ist außerordentlich dicht und unprätentiös geschrieben.«
Ursula May, hr2 Kulturfrühstück
»Di Pietrantonio erzählt in einer wunderbaren Sprache, sanft und eindrücklich. Über diesen Roman den Überlebenden von L'Aquila nahe zu kommen, war für mich inhaltlich und ästhetisch ein Erlebnis.«
Frank Statzner, hr info
»Ein Buch, das sich über seine ungeheure Ausdruckskraft Gehör verschafft.«
La Repubblica
Herstellerinformationen
Verlag Antje Kunstmann GmbH Zweigstraße 10 80336 München DE
»Dieses Buch hat mich tief getroffen, mir geradezu die Sprache verschlagen.« (Michela Murgia)
Im Dorf nennen sie alle nur »Arminuta«, die Zurückgekommene. Aber warum hat man das dreizehnjährige Mädchen zu seinen leiblichen Eltern zurückgeschickt? Mit einem Koffer wurde sie bei einer ihr unbekannten Familie abgeliefert. Dort scheint niemand auf sie gewartet zu haben. Alles ist fremd, die Armut, der Schmutz, die harten Worte. Während sie einen Weg zurück in ihr behütetes Leben sucht, entwickeln sich neue Bindungen und sie beginnt zu verstehen, wie viele Facetten die Liebe haben kann.
Alle im Hafenviertel Borgo Sud scheinen zu wissen, was wirklich hinter Adrianas Unfall steckt. Nur ihrer Schwester sagen sie es nicht. Pietrantonio erzählt die Familiengeschichte von Arminuta weiter, spannend und mit großer literarischer Kraft. Von Geschwisterliebe und einem Italien, wie man es selten zu sehen bekommt.
Das Leben der beiden Schwestern könnte unterschiedlicher nicht sein: Adriana lebt prekär in Borgo Sud, dem heruntergekommenen Hafenviertel von Pescara, ihre Schwester lehrt an der Universität in Grenoble. Eines Tages erhält sie einen Anruf, dass Adriana, die Jüngere, die Wilde, nach einem Sturz vom Balkon lebensgefährlich verletzt auf der Intensivstation liegt. Der Anruf löst eine Flut von Erinnerungen aus: an die Nacht, in der Adriana mit einem Baby auf dem Arm vor ihrer Tür stand, an deren Liebe zum jungen Fischer Rafael, für den sie die Schule geschwänzt hat, mit dem sie nachts zum Fischen rausfährt, den sie verteidigt, egal in welche Schwierigkeiten er verwickelt ist. An die eigene Verlobung mit Piero und das Festessen, bei dem sie verkündet wurde. An ihre gescheiterte Ehe, weil Piero Männer liebt.
In Borgo Sud scheinen alle zu wissen, dass Adriana keinen Unfall hatte, aber was wirklich geschehen ist, darüber schweigen sie. Mit der Weisheit und Selbstverständlichkeit großer Autoren beschenkt uns Donatella Di Pietrantonio mit einem Familienroman von großer Wärme, der noch lange nachklingt.
Als Amanda in ihr Dorf in den Abruzzen zurückkehrt, erkennt ihre Mutter sofort, dass etwas nicht stimmt. In den ersten Tagen in Mailand hatte ihre Tochter den Glanz der Stadt in den Augen, doch jetzt scheint sie nur noch verschwinden zu wollen. Besorgt nimmt Lucia das Schweigen Amandas wahr und erinnert sich an jene Nacht vor dreißig Jahren, in der nur ein Zufall sie vor dem Schlimmsten bewahrt hat.
Unter dem Wolfszahn, auf dem Land, das ihrer Familie gehört und für das sich jetzt ein Immobilienspekulant interessiert, finden sich noch die Überreste des Campingplatzes, auf dem sich vor vielen Jahren das Schreckliche ereignet hat. Alle waren an jenem Abend hier versammelt: die Hirten, die Besitzer des Campingplatzes, die Jäger, die Carabinieri, die Alten und die Jungen, das ganze Dorf. Alle, außer den Mädchen, die schon nicht mehr existierten …
Ausgezeichnet mit dem
Premio Strega 2024 und dem
Premio Strega Giovani 2024