Aus der Geschichte der Trennungen

Roman
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Taschenbuch
Inhaltsangabe

Jürgen Beckers erster Roman wäre nicht entstanden ohne den Fall der Berliner Mauer, ohne die Wiedervereinigung. Seitdem reist Jörn Winter hin und her zwischen Elbe und Oder, Rügen und Thüringer Wald. Magischer Anziehungspunkt ist der märkische Schwieloch-See, wo seine Mutter ums Leben gekommen ist.
Fünfzig Jahre nach ihrem nie geklärten Tod findet er den Weg dorthin. Vergangene Wirklichkeiten kehren zurück: Kriegsgeschehen, Luftangriffe, Jungvolkjahre, NS-Bauten, Evakuierungen, Plünderungen, Todesfälle, die Scheidung der Eltern. Im Niederen Fläming, in Wiepersdorf, macht die Begegnung mit dem Wirt des Dorfkrugs, einem Mann seines Alters, die Unterschiede der Biographien deutlich. Mit der Entfremdung zwischen Ost- und Westdeutschen verspürt Jörn zugleich die Hoffnung, daß die Geschichte der Trennungen zum Ende kommt.
Jürgen Beckers bewegender Roman steht beispielhaft für sechzig Jahre des vergangenen Jahrhunderts; es ist ein Roman von den Widersprüchen der deutschen Erfahrungen.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 16.07.2014
  • Autor/Autorin: Jürgen Becker
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 178/109/18 mm
  • Seitenanzahl: 337
  • ISBN: 9783518465851
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Mit seinen neuen Gedichten, entstanden 2022/23, setzt Jürgen Becker ein Schreiben fort, das seine Motive vor allem im Wahrnehmen des Augenblicks, im Erleben des Alltags findet. So offenkundig dieses Schreiben von der Gegenwart bestimmt wird, fortwährend mischt sich ein Früher ein, die Anwesenheit des Vergangenen. Die Sätze, die Gedichte, die dabei entstehen, erzählen zumeist von vertrauten Selbstverständlichkeiten, die doch allesamt ungewiss und vom Verschwinden bedroht sind. Und wo Krisen und Kriege im Alltag spürbar werden, hält der Autor an den Hoffnungen fest. »Hoffen wir auf einen trockenen Sommer, auf Heu und Stroh, auf Gas in den Häfen und Kirschen für den Kirschpfannkuchen. Hoffen hat immer Saison …«

Jürgen Becker schreibt, in einem unverwechselbaren Sound, Selbstgespräche für Zuhörer. Sie können Spuren finden, Zugänge in die eigene Biografie. Seine Kriegs- und Nachkriegskindheit korrespondiert mit den Erinnerungen seiner Generation, seine aktuelle Erfahrung mit den Wahrnehmungen der Zeitgenossen, die nicht mehr so jung sind. »Jeder Tag schreibt mit, und er lässt seine Mitschrift nicht jeden Tag lesen.« Und das heißt auch, dass immer ein Schweigen mitspricht, wo Vergessenes keine Wörter findet, Verdrängtes nicht sprechen will.

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