Atem anhalten

Gesammelte Gedichte
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Inhaltsangabe

„Warum den ‚Atem anhalten‘? Weil es Ereignisse im Menschenleben gibt, die nur im Zustand größter Konzentration und Anspannung zu begreifen sind, in äußerster Verzweiflung beispielsweise oder angesichts irrwitzigster Schönheit. Und wo, frag ich, wäre beides (Schönheit und Verzweiflung) besser aufgehoben als im Gedicht?“

Gerlind Reinshagen hat in fünfzig Jahren viele Theaterstücke, Hörspiele, Romane und Geschichten geschrieben - und immer auch Gedichte. Zum ersten Mal gesammelt, zeigt sich, daß sie einen integralen Bestandteil ihres Werks bilden – beherzte und hoch empfindsame lyrische Nahaufnahmen von Figuren, von Situationen und Stimmungen, die uns, so oder ähnlich, nicht nur in der Welt ihrer Texte begegnet sind.

„Gewaltig und rein zugleich ist aber das Gedicht ‚Annäherung an eine Person‘, eine scheue und doch entschlossene Reise in das Schloß der Seele, wie das die Teresa von Avila genannt-und-umrissen hat… Dieses Gedicht ’hörte‘ ich simultan gesungen, in einer noch unentdeckten Schubert-Melodie, unhörbar und umso hörbarer, weder Bariton noch Sopran, leiser noch als ‚auf leisen Sohlen‘ -“

Peter Handke
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 14.02.2018
  • Autor/Autorin: Gerlind Reinshagen
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 205/130/18 mm
  • Seitenanzahl: 174
  • ISBN: 9783518427996
Pressestimmen
»Ihre Lyrik schlägt triviale, umgangssprachliche Töne ebenso an wie getragene, märchenhafte, archaische. Gerade der wendige, unprätentiöse Umgang mit diesem Reichtum verbindet ihr lyrisches mit dem übrigen Werk.«
Dorthea Dieckmann, Deutschlandfunk, 7. August 2018
»Die Verdichtung von Erfahrung, alltäglicher und geschichtlicher, vermag die Dichterin nicht selten meisterlich in einfachen Miniaturen zu bannen.«
Ulrich Rüdenauer, SWR, 20. Mai 2018
»Atem anhalten heißt der soeben erschienene Band gesammelter Gedichte von Gerlind Reinshagen. Er gerät ist Stocken, weil man vergisst, sich bei der Lektüre um Selbstverständlichkeiten wie der Sauerstoffzufuhr zu kümmern. Das liegt an der Gedankenfülle, an den facettenreichen, weitreichenden Themen, die sich von einer Kindheit im Krieg, über die Nachkriegszeit, bis ins digitale Zeitalter erstrecken.«
Riccarda Gleichauf, faust, 15. April 2018
»Im Frühjahr und im Herbst werfen die Verlage unzählige Eintagsfliegen auf den Markt. Dieser Band gehört nicht dazu. Es ist ein Lebensbuch, das den Zeiten trotzt ...«
Ingeborg Gleichauf, Badische Zeitung, 7. April 2018
»Unfassbare Schönheit ... Gerlind Reinshagen gelingt es, mit wenigen Worten Gedanken und Emotionen zu verdichten, ob es um Liebe geht, den Abschied oder die Kunst.«
Elke Biesel, Kölner Stadt-Anzeiger, 6. April 2018
»Die Welt in ihrer Unergründlichkeit und Ambivalenz zu erfassen, gelingt Gerlind Reinshagen in ihrer Lyrik in virtuoser Perfektion.«
Björn Hayer, Berliner Zeitung, 3. März 2018
»...beherzte und hoch empfindsame lyrische Nahaufnahmen von Figuren, von Situationen und Stimmungen, die uns, so oder ähnlich, nicht nur in der Welt ihrer Texte begegnet sind.«
cityguide-rhein-neckar.de
»Atem anhalten ist ein Lebensbericht in Versen, der sich weniger beim Zufälligen und Alltäglichen aufhält und diese Momente wie gelegentlich erinnert oder aufleben lässt. ... Alterswach wunderbar.«
Klaus-Martin Bresgott, Zeitzeichen
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Wirklich – was soll man von Leuten halten, die von heute auf morgen ihr Leben auf den Kopf stellen? Die, anstatt zu schlafen, ganze Nächte vertelefonieren? Die, gegen alle Gewohnheit, ihre geheimsten Gedanken preisgeben, aber dennoch sich niemals sehen wollen? Jemand hat sich verwählt. Statt aufzulegen beginnt er zu sprechen. Eine Verbindung entsteht, rein zufällig. Zwei Personen – ein älterer Arzt, eine junge Frau, Schneiderin, die beide ihre Arbeit lieben, doch im Verlauf ihrer Unterhaltungen anfangen, daran zu zweifeln. Die über das virtuelle Leben ihrer nächtlichen Gespräche lachen, doch gleichzeitig fürchten, verrückt zu sein. Oder dafür gehalten zu werden. Was verbindet die beiden überhaupt? Ist es Freundschaft? Geistesverwandtschaft? Liebe – aber in welcher ihrer tausend Spielarten? Wie kommt es, daß sie dauernd streiten und dennoch nicht mehr auseinanderfinden? Es kann nicht einfach der Gewohnheit zuzuschreiben sein oder dem Hunger nach Abwechslung, nicht einmal ihrer geradezu lächerlichen Einsamkeit. Ist es die Angst der Jüngeren vor dem Leben? Die Angst des Älteren vor dem Tod? Der Kampf zwischen Alt und Jung bis aufs Blut? Die Fragen türmen sich mit der Zeit, aber solange gefragt, solange weitergesprochen wird, ist es, als könnte alles, was doch unaufhaltsam geschieht, eingeholt und zurückgehalten werden – wirklich?
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