Sabine Scholl ist in Österreich geboren und aufgewachsen, hat in Wien studiert und lebte in Aveiro, Chigao, New York und Nagoya, wo sie an Universitäten lehrte. Nach ihrer Rückkehr in den deutschsprachigen Raum unterrichtete sie Literarisches Schreiben in Leipzig, Wien und Berlin. Für ihre Romane und Essays hat sie zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten, zuletzt den Literaturpreis der Stadt Wien.
»Indem Mutter näht, hält sie die Dinge zusammen, hält sie die Körper ihrer Kinder, das Haus zusammen, ihre Siebensachen.« Die Erzählerin und ihre Brüder, die in prekären Verhältnissen in einem kleinen Dorf in Oberösterreich aufwachsen, werden von ihrer Mutter geradezu eingenäht. In einzelnen Kleidungsstücken zeichnet sich das Bild eines ganzen Lebens ab: Armut und Ausgrenzung, Scham, aber auch ein Ringen um Emanzipation der Erzählerin als Studentin, Schriftstellerin und Mutter. Kleidung ist keine Hülle für den Körper, der Körper ist keine Hülle für den Menschen. Wie in eine zweite Haut wachsen wir mit ihnen in unser Leben hinein. Sabine Scholl schreibt über die feinen und nicht so feinen Unterschiede, aus denen sich unser Schicksal webt, über die tiefen Wunden und über die Prägung der Herkunft, die uns ein Leben lang begleiten. »Ein feingewebter Roman über Klasse und Herkunft« ORF – Für Leser*innen von Annie Ernaux, Tove Ditlevsen und Dinçer Güçyeter. »Wie keine andere Autorin legt Sabine Scholl die feinen Strickmuster der...