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Rauhnächte 2026/27: Wann sie beginnen und warum es zwölf sind

Cover von »Die Astronomie der Rauhnächte« von Florian Freistetter vor einem verschneiten Nadelwald unter Sternenhimmel mit beleuchteter Holzhütte

Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag liegen die Rauhnächte, zwölf Nächte, denen der Volksglaube eine besondere Bedeutung zuschrieb. 2026/27 reichen sie vom 24. oder 25. Dezember bis in die Nacht auf den 6. Januar 2027, je nachdem, ob man an Heiligabend oder am ersten Weihnachtstag zu zählen beginnt. Wie stark das Interesse an dem alten Brauch gewachsen ist, zeigt der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: 148 Ausgaben aus dem Erscheinungsjahr 2026 tragen das Wort Rauhnacht oder Raunacht im Titel, fast achtmal so viele wie 2014. Dieser Überblick zeigt alle Nächte mit Datum und Wochentag, die Herkunft von Name und Zwölfzahl, die richtige Schreibweise und die überlieferten Bräuche, dazu Bücher, die die Rauhnächte erklären oder erzählen.

Für diesen Beitrag haben wir den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek ausgewertet (Stand 5. November 2026) und Google Trends, Duden und DWDS, die Gemeinsame Normdatei der Bibliotheken, volkskundliche Nachschlagewerke sowie die Leseproben und Verlagsangaben der vorgestellten Bücher herangezogen.

Cover von »Die Astronomie der Rauhnächte« von Florian Freistetter: ein Sternenhimmel mit Mondsichel über verschneiten Tannen
Gebundene Ausgabe, Carl Hanser Verlag, 160 Seiten

Warum gerade zwölf Nächte? Dieser Frage geht der Astronom Florian Freistetter in »Die Astronomie der Rauhnächte« nach, das am 6. Oktober 2026 bei Hanser erschienen ist. Freistetter gehört seit 2015 zu den Science Busters und betreibt den Podcast »Sternengeschichten«. Er gibt jeder Nacht ein eigenes Kapitel, von der Nacht zum 21. Dezember bis zur Nacht zum 1. Januar, und verbindet Räuchern, Wilde Jagd oder sprechende Tiere mit Kalender, Mond und Winterhimmel.

Zu jeder Nacht schlägt er ein wissenschaftliches Ritual vor. Den Zauber der Rauhnächte wolle er damit nicht zerstören, schreibt er im Vorwort: Wer die Ursprünge kenne, verstehe die Bräuche besser. Neben dem gebundenen Buch gibt es ein E-Book und ein Hörbuch, vom Autor ungekürzt gelesen.

Von wann bis wann gehen die Rauhnächte 2026/27?

Eine einheitliche Zählung gibt es nicht. Der Duden spricht von zwölf Nächten zwischen dem Heiligen Abend und dem Dreikönigstag, das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) hält fest, dass je nach Region drei bis zwölf Nächte dazugerechnet werden. Schon die großen Lexika waren sich uneins: Brockhaus nannte 1911 die Zeit vom 25. Dezember bis zum 6. Januar, Meyers ließ sie zwei Jahre zuvor am 24. Dezember beginnen und sprach von zwölf oder auch dreizehn Nächten. Wer an Heiligabend anfängt, kommt bis zur Nacht vor Dreikönig tatsächlich auf 13 Nächte. Jeanne Rulands vielfach aufgelegter Ratgeber »Das Geheimnis der Rauhnächte« führt die Nacht auf den 6. Januar deshalb als 13. Rauhnacht, Ellen Sandbergs Roman »Rauhnächte« lässt die erste Rauhnacht am 25. Dezember beginnen.

Die Rauhnächte 2026/27 mit Wochentagen und der Nummer jeder Nacht in den zwei verbreiteten Zählweisen: ab Heiligabend, dann ist die Nacht vor Dreikönig die 13., oder ab dem ersten Weihnachtstag
Nacht Wochentage ab 24.12. ab 25.12.
24./25.12. Do/Fr 1 –
25./26.12. Fr/Sa 2 1
26./27.12. Sa/So 3 2
27./28.12. So/Mo 4 3
28./29.12. Mo/Di 5 4
29./30.12. Di/Mi 6 5
30./31.12. Mi/Do 7 6
31.12./1.1. Do/Fr 8 7
1./2.1. Fr/Sa 9 8
2./3.1. Sa/So 10 9
3./4.1. So/Mo 11 10
4./5.1. Mo/Di 12 11
5./6.1. Di/Mi 13 12

Auch die Zeitspanne war regional verschieden. Laut dem Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens begann sie in Bayern mit dem Thomastag, also um den 21. Dezember, in Schlesien und Böhmen schon mit dem Luciatag am 13. Dezember, in protestantischen Gegenden wurde sie auf die Tage von Weihnachten bis Neujahr verkürzt. Welche Nächte die wichtigsten waren, unterschied sich von Region zu Region: Meyers Konversations-Lexikon zählte 1908 in Oberösterreich drei Hauptrauchnächte, den 21. und 25. Dezember und den 6. Januar, in der Steiermark ebenfalls drei, den 25. Dezember sowie den 1. und 6. Januar. Das Salzburger Landesinstitut für Volkskunde nennt den Heiligen Abend, Silvester und die Nacht vor Dreikönig, in manchen Regionen auch die Thomasnacht. Die Wintersonnenwende fällt 2026 auf Montag, den 21. Dezember, um 21:50 Uhr MEZ, Vollmond ist in der Nacht auf Heiligabend um 2:28 Uhr MEZ.

Warum zwölf Nächte? Mondjahr, Sonnenjahr und Kirchenjahr

Die verbreitetste Erklärung kommt aus der Kalenderrechnung, und Freistetter stellt sie an den Anfang seines Buchs. Ein Mondmonat, die Zeit von Neumond zu Neumond, dauert im Mittel 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten. Zwölf solcher Monate ergeben 354 Tage, die Erde braucht für einen Umlauf um die Sonne aber gut 365 Tage. Ein Jahr, das nach dem Mond rechnet, endet also rund elf Tage zu früh, genau sind es knapp 10,9 Tage. Diese elf Tage oder zwölf Nächte gehören, so Freistetter, keinem Kalenderjahr an. Sie liegen im wörtlichen Sinn zwischen den Jahren.

Als Herkunft des Brauchs ist die Rechnung eine Gelehrtenthese aus der Zeit um 1900, die schon das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens referiert. Die Volkskundlerin Dagmar Hänel vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn ergänzt bei Quarks (WDR), dass das Jahr vor dem gregorianischen Kalender je nach Region an unterschiedlichen Tagen begann. Sicher belegt ist der kirchliche Rahmen. Die zwölf Tage vom Weihnachtsfest bis zum Dreikönigsfest, kirchlich Epiphanias, heißen im Griechischen Dodekahemeron, wörtlich »Zwölftagezeit«, und galten früh als heilige Zeit. Die Synode von Tours behandelte 567 in einer Fastenregel für Mönche jeden Tag zwischen Weihnachten und Epiphanias als Festtag, an dem nicht gefastet wurde, ausgenommen drei Bittage zum Jahresbeginn, mit denen heidnische Neujahrsbräuche zurückgedrängt werden sollten. Eine Zahl nennt der lateinische Kanon dabei nicht.

Rauhnächte oder Raunächte: Welche Schreibweise stimmt?

Nach dem Duden heißt es »Raunächte«, ohne h. Das Wörterbuch führt das Wort als Pluralwort aus der Volkskunde mit regionalem Gebrauch, nennt »Rauchnächte« als verwandte Form und erklärt die Herkunft so: wohl von »rau« im Sinn von »haarig«, eine Anspielung auf Dämonen im Fell, die in diesen Nächten umgehen. Im DWDS gilt »Rauhnacht« sogar ausdrücklich als ungültige Schreibung. Seinen Ursprung hat das h in der alten Schreibung »rauh«, die mit der Rechtschreibreform von 1996 entfiel: Seither schreibt man »rau« wie »blau« und »grau«. Auch die Gemeinsame Normdatei, mit der Bibliotheken ihre Bestände erschließen, setzt das Schlagwort als »Raunächte« an und führt »Rauhnächte«, »Rauchnächte«, »Zwölfnächte«, »Zwölften« und »Unternächte« als andere Namen.

Buchtitel und Suchanfragen folgen der Wörterbuchform kaum. Von den 148 Ausgaben des Erscheinungsjahres 2026 im Katalog der Nationalbibliothek schreiben 134 das Wort mit h und 15 ohne, eine verwendet beide Formen. Bei Google wurde »Rauhnächte« in der Saison von November 2025 bis Januar 2026 rund zehnmal so oft gesucht wie »Raunächte« (Google Trends, Deutschland). Selbst bei ein und demselben Verlag wechselt die Form: Martina Honeckers Workbook hieß beim frechverlag 2023 »Raunächte bewusst erleben«, die Ausgabe von 2026 heißt »Rauhnächte. Das Workbook.«, diesmal mit h.

Woher das Wort kommt, ist nicht endgültig geklärt. Das DWDS nennt zwei Möglichkeiten: »rau« beziehungsweise »rauch«, aus dem mittelhochdeutschen rûch, oder den Rauch des Weihrauchs, der um Weihnachten viel verwendet wurde. Auch der älteste Beleg, den wir gefunden haben, lässt beide Deutungen zu. Im Lehrgedicht »Die pluemen der tugent« des Tiroler Dichters Hans Vintler, vollendet im Juni 1411, steht in einer langen Liste von Aberglauben, an der »rauchnacht« werfe man die Schuhe rückwärts über den Kopf, und wohin die Spitze zeige, dort solle der Mensch bleiben. »Rauch« konnte damals auch »behaart« heißen, so wie in den Rauchwaren der Kürschner.

Räuchern, Wäsche, Losnächte: Was die alten Bräuche bedeuten

Am bekanntesten ist das Räuchern. In den Hauptrauchnächten räucherte man Wohnungen und Ställe aus, um böse Geister abzuhalten, und besprengte sie mit Weihwasser, so beschreibt es Meyers Lexikon 1908. In Tirol legte man laut der Brauchdatenbank der Universität Innsbruck Weihrauch, Teile des am Palmsonntag geweihten Palmbesens oder andere geweihte Kräuter auf die Glut, und in manchen Tiroler Orten wird am Weihnachtsabend, zu Neujahr oder am Dreikönigsabend geräuchert.

Viele Regeln drehen sich um Geister, die in diesen Nächten umgehen sollten. In Thüringen erzählte man von Frau Holle, in Süddeutschland von Frau Berchta oder Perchta, anderswo vom wilden Jäger und dem wütenden Heer. Waschen war in den Zwölften verboten, ebenso das Aufhängen von Wäsche: In der Weihnachtsnacht, so der Volksglaube, zerrissen die Hunde des wilden Jägers, was draußen auf der Leine hing, und in Mecklenburg hieß es, wer in dieser Zeit wasche, verliere zwölf Jahre lang jedes Jahr einen Menschen aus seinem Haus. In Tirol stellte man der Percht Milch und Brot vor die Tür, und in der Christnacht sollten die Tiere im Stall sprechen können.

In diesen Nächten befragte man die Zukunft, daher auch der Name Losnächte. Das Wetter jedes der zwölf Tage sollte das Wetter eines Monats im neuen Jahr anzeigen, und Träume sollten sich im passenden Monat erfüllen. Das Bleigießen an Silvester, ebenfalls ein Blick nach vorn, hat dagegen ausgedient: Bleipulver und massives Blei dürfen seit dem 1. März 2018 nach einer EU-Verordnung nicht mehr an Verbraucher abgegeben werden. Im Alpenraum gehören zu diesen Nächten auch Lärm und Masken: Der Gasteiner Perchtenlauf findet alle vier Jahre zwischen Neujahr und Dreikönig statt, der Glöcklerlauf in Ebensee jedes Jahr am 5. Januar, beide stehen im österreichischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Um den Dreikönigstag ziehen in Deutschland die Sternsinger von Haus zu Haus.

Wie alt ist das Ritual mit den 13 Wünschen?

Das bekannteste Ritual der Ratgeber ist auffallend jung. Man schreibt 13 Wünsche auf Zettel, verbrennt in jeder der zwölf Nächte einen davon ungelesen und kümmert sich um den letzten am Ende selbst. Der ausführliche Artikel »Zwölften« im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens verzeichnet Orakel, Verbote und Vorzeichen dieser Tage, einen Wunschzettel kennt er nicht. Verbreitet hat sich das Ritual über Ratgeber und soziale Medien, in einem Buchtitel taucht es im Katalog der Nationalbibliothek erstmals 2022 auf, als »12 Nächte, 13 Wünsche«.

Laut den Zahlen der Nationalbibliothek beginnt der Anstieg um 2010, als die ersten Ratgeber mit vielen Auflagen erschienen: Jeanne Rulands »Das Geheimnis der Rauhnächte« kam 2009 bei Schirner heraus und ist seither mehr als 30-mal aufgelegt worden, »Vom Zauber der Rauhnächte« von Vera Griebert-Schröder und Franziska Muri folgte 2012 bei Irisiana. Für den späteren Schub nannte die Kulturanthropologin Lisa Maubach vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte 2024 im Nordkurier die Achtsamkeitswelle und die Corona-Pandemie als Treiber.

Von 19 auf 148: der Rauhnächte-Boom in Zahlen

Wie schnell die Zahl der Bücher gewachsen ist, lässt sich im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek nachzählen, die alle in Deutschland erscheinenden Bücher und deutschsprachige Titel aus dem Ausland sammelt. Wir haben für jedes Erscheinungsjahr die Ausgaben gezählt, die »Rauhnacht«, »Raunacht« oder die ältere Form »Rauchnacht« in den Titelangaben tragen, Mehrzahl und Zusammensetzungen wie »Rauhnachtstagebuch« eingeschlossen. Weil der Katalog viele Bücher aus dem Selbstverlag doppelt führt, als Druck und als digitale Ablieferung, haben wir Einträge mit derselben ISBN als eine Ausgabe gezählt. 2014 waren es 19, 2020 schon 56 und 2025 genau 133. Für 2026 verzeichnet der Katalog mit Stand 5. November bereits 148 Ausgaben, fast achtmal so viele wie 2014.

Ausgaben mit »Rauhnacht«, »Raunacht« oder »Rauchnacht« in den Titelangaben je Erscheinungsjahr im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek; Einträge mit derselben ISBN als eine Ausgabe gezählt, Buch, E-Book, Hörbuch oder Kartenset mit eigener ISBN jeweils einzeln; eigene Auswertung, Stand 5. November 2026
Jahr Ausgaben davon mit h
2014 19 16
2016 27 16
2018 30 19
2020 56 44
2022 72 59
2024 97 75
2025 133 107
2026 148 134

Einen großen Teil des Zuwachses tragen Selbstverlage: 2026 erschien die Hälfte der Ausgaben, 74 von 148, über die Dienstleister epubli, BoD und tredition, 2020 war es rund ein Drittel (19 von 56). Auf E-Books und Hörbuch-Downloads entfallen 58 der Ausgaben von 2026. »Ritual« steckt in 40 Titeln, »Magie« oder »magisch« in fast ebenso vielen, 16 Titel kündigen ein Journal, Tagebuch oder Workbook an. Auch Romane werden häufiger: 2025 trug eine einzige Ausgabe den Zusatz »Roman«, 2026 sind es elf.

Auch bei Google wächst die Nachfrage. In der Weihnachtswoche 2025 lag das Suchinteresse an »Rauhnächte« fast dreimal so hoch wie in der Weihnachtswoche 2021 (Google Trends, Deutschland). Die Kurve steigt jedes Jahr ab Ende November und erreicht ihren Höchstwert in der Woche, in die Weihnachten fällt.

Bücher, die die Rauhnächte erklären

Wer die zwölf Nächte selbst begehen möchte, findet die größte Auswahl bei den Praxisbüchern. Valentin Kirschgrubers »Das Wunder der Rauhnächte« gehört zu den frühen großen Titeln: Es erschien erstmals 2013 bei Kailash, die Neuausgabe kam am 26. August 2026 heraus, und nach Verlagsangaben wurden mehr als 120.000 Exemplare verkauft. Der Autor, aufgewachsen auf einem Bauernhof im Allgäu, verbindet Märchen und überlieferte Bräuche mit Ritualen, Räucheranleitungen und Meditationen für jede Nacht. Zum Ausfüllen gedacht ist »Rauhnächte. Das Workbook.« von Martina Honecker, 112 Seiten, in denen jede Nacht für einen Monat des neuen Jahres steht und Platz für eigene Notizen bleibt.

Für Familien hat Oetinger »Magische Rauhnächte mit Kindern« von Catharine Louise herausgebracht, 64 Seiten mit 75 Illustrationen, laut Verlag ab sieben Jahren: Jede Nacht hat ein Thema und drei Vorschläge, die 10, 30 oder 60 Minuten dauern. Weitere Ratgeber, Journale und Familienbücher sind unter den Büchern zu den Rauhnächten zusammengestellt. Wer nach Freistetters Buch tiefer in den Winterhimmel einsteigen will, findet mehr in den Sachbüchern über Physik und Kosmos.

Rauhnächte als Roman und Krimi

Ellen Sandbergs Roman »Rauhnächte«, laut Verlag ein SPIEGEL-Bestseller, erschien am 12. November 2025 bei Penguin und liegt seit dem 23. September 2026 als Taschenbuch vor, 352 Seiten stark. Nach einem Prolog setzt die Handlung an Heiligabend 2019 in München-Haidhausen ein. Die 22-jährige Pia Winter erfährt durch einen Streit ihrer Eltern, dass sie als kleines Kind adoptiert wurde, und fährt nach Wasserburg am Inn, in die Heimatstadt ihrer leiblichen Mutter. Dort ziehen in den Rauhnächten unheimliche Gestalten umher, und Pias Suche nach der Wahrheit bringt sie bald selbst in Gefahr. Hinter dem Namen Ellen Sandberg steht die Autorin Inge Löhnig. Laut Impressum beruht der Roman auf ihrem Buch »Die Flammen flüstern dein Lied«, das 2014 im Arena Verlag erschien, für »Rauhnächte« hat sie die Geschichte von Grund auf überarbeitet.

Krimileser kennen die Rauhnächte auch aus dem Allgäu. In »Rauhnacht«, dem fünften Fall für Kommissar Kluftinger von Volker Klüpfel und Michael Kobr, verbringen Kluftinger und seine Frau Erika ein Winterwochenende in einem Berghotel hoch in den Allgäuer Alpen. Ein Krimispiel für die Hotelgäste wird ernst, als einer von ihnen tot in einem verschlossenen Zimmer liegt, und ein Schneesturm schneidet das Hotel von der Außenwelt ab. Erstmals erschien der Band 2009 bei Piper, seit dem 26. März 2026 gibt es ihn als Neuausgabe im Taschenbuch bei Ullstein, wo die Reihe seit Band 10 erscheint. Wo der Fall in der Reihe steht, zeigt unsere Kluftinger-Reihenfolge, alle Ausgaben sind bei den Kluftinger-Krimis versammelt. Nach Salzburg führt Jenna Theiss’ Krimi »Salzburger Rauhnächte« (Piper, 2. Oktober 2026), der dritte Fall für Inspektorin Dina Stassny: Sie glaubt, bei der Wilden Jagd vom Untersberg, einem Perchtenzug mit zwölf Gestalten, einen dreizehnten Percht gesehen zu haben, kurz darauf wird in der Nähe eine junge Frau tot aufgefunden. Weitere Spannung zwischen den Jahren findet sich bei den Weihnachtskrimis.

Leiser erzählen zwei literarische Bücher. In Ina Bhatters Roman »Rauhnachttage« (Kiepenheuer & Witsch, 1. Oktober 2026, 208 Seiten) hütet eine junge Ärztin nach dem Unfalltod eines Freundes über die Feiertage das Haus einer Freundin am Meer, findet dort ein Buch über die Rauhnächte als Geschenk vor und probiert die Rituale aus, anfangs mit viel Skepsis. Der Schweizer Urs Faes schreibt seinen Titel ohne h: In der Erzählung »Raunächte« (Insel, erstmals 2018, 84 Seiten, mit Zeichnungen von Nanne Meyer) kehrt ein kranker Mann kurz vor Weihnachten nach Jahrzehnten in sein Tal im Schwarzwald zurück, weil er sich mit seinem Bruder aussöhnen will. Die Mutter der beiden räucherte in diesen Nächten mit Wacholder und Tannennadeln und fürchtete vor allem die Nächte zu Sankt Thomas, Silvester und Dreikönig.

Unsere Empfehlung

Wer verstehen möchte, woher die zwölf Nächte kommen, beginnt mit Florian Freistetters »Die Astronomie der Rauhnächte«: Das Buch ist schmal, erklärt Kalender und Himmel verständlich und nimmt die Bräuche ernst. Wer die Nächte mit Ritualen begehen möchte, ist mit Kirschgrubers Klassiker oder dem Workbook besser bedient, Familien mit Kindern im Grundschulalter mit dem Oetinger-Band. Für lange Abende zwischen den Jahren passt Ellen Sandbergs Roman, wer es heiterer mag, liest Kluftingers Fall im eingeschneiten Berghotel. Weniger geeignet ist Freistetters Buch für alle, die feste Vorhersagen für das neue Jahr suchen. Seine Lesung und weitere Hörbücher für die Feiertage stehen bei den Weihnachts-Hörbüchern.

Stand: 5. November 2026; Lieferbarkeit der verlinkten Produkte wurde an diesem Tag bei CineBuch geprüft. Zahl der Ausgaben, Schreibweisen, Verlage und Erscheinungsformen: eigene Auswertung des Katalogs der Deutschen Nationalbibliothek (Suche in den Titelangaben je Erscheinungsjahr, Einträge mit gleicher ISBN zusammengefasst; »13 Wünsche« im Titel erstmals 2022); Schlagwort und andere Namen: Gemeinsame Normdatei (GND), Eintrag »Raunächte«; Suchinteresse: Google Trends, Deutschland; Schreibweise und Herkunft: Duden (»Raunächte«), DWDS, Niedersächsisches Kultusministerium (Beispiele zur Neuregelung der Rechtschreibung), Pfeifer, Etymologisches Wörterbuch (»rau«, im DWDS), Duden (»Rauchware«); Zählweisen und Bräuche: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon (1911, »Zwölf Nächte«), Meyers Großes Konversations-Lexikon (1908, »Rauchnächte«; 1909, »Zwölften«), Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (Artikel »Zwölften«, »Wäsche«, »Weihnacht«), Universität Innsbruck, Datenbank Feste und Bräuche, Salzburger Landesinstitut für Volkskunde (Salzburg24, 22. Dezember 2015); Wintersonnenwende und Vollmond: timeanddate.de und US Naval Observatory; Hans Vintler, Die pluemen der tugent, hg. von Ignaz V. Zingerle (1874), Verse 7938–7942; Synode von Tours: Monumenta Germaniae Historica, Concilia aevi Merovingici (1893), Kanon 18; Kalenderthese und Jahresanfänge: Dagmar Hänel bei Quarks; Fachstimme zum Boom: Lisa Maubach im Nordkurier (20. Dezember 2024); 13-Wünsche-Ritual in sozialen Medien: tagesschau.de (SWR, 25. Dezember 2024); Perchtenlauf Gastein und Glöcklerlauf Ebensee: Österreichische UNESCO-Kommission; Sternsingen: Deutsche UNESCO-Kommission; Bleigießen: Verordnung (EU) 2017/1510; Bücher: Verlagsangaben im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) und Leseproben von Hanser (Freistetter), Penguin (Sandberg, mit Impressum), Ullstein (Klüpfel/Kobr), Piper (Theiss), Insel (Faes) und Schirner (Ruland); Auflagen- und Verkaufszahlen laut Verlag (Ruland: 30. Auflage laut Impressum der Leseprobe vom November 2025, 33. Auflage laut VLB); Aufmacherbild: Montage mit dem Cover von »Die Astronomie der Rauhnächte« vor einem Foto einer verschneiten Waldhütte bei Nacht (Paul Itkin, Wikimedia Commons, CC0).

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