Preis der Leipziger Buchmesse 2026: Gewinner und nominierte Bücher im Überblick
Der Preis der Leipziger Buchmesse zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Jährlich werden herausragende Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch / Essayistik und Übersetzung ausgezeichnet.
Hier finden Sie die Gewinner und nominierten Bücher des Jahres 2026 im Überblick. Ausgewählte Titel können Sie direkt bei CineBuch entdecken.
🏆 Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2026
Diese Titel wurden beim Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in den Kategorien Belletristik, Sachbuch / Essayistik und Übersetzung ausgezeichnet.

Belletristik – Gewinner 2026
Katerina Poladjan: „Goldstrand“
S. Fischer
In der Kategorie Belletristik entschied sich die Jury für Katerina Poladjan und ihren Roman „Goldstrand“ (S. Fischer). Poladjan erzählt darin in heiter-melancholischen Bildern von Herkunft, Bewegung und Erinnerung und verdichtet unterschiedliche Zeiten und Orte zu einem vielschichtigen literarischen Panorama. Das ausgezeichnete Buch überzeugt durch seine atmosphärische Sprache und seine fein gearbeitete Erzählweise.

Sachbuch / Essayistik – Gewinner 2026
Marie-Janine Calic: „Balkan-Odyssee. 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“
C.H. Beck
Den Preis in der Kategorie Sachbuch / Essayistik erhielt Marie-Janine Calic für „Balkan-Odyssee. 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“ (C.H. Beck). Mit diesem Werk rückt sie einen lange wenig beachteten Fluchtweg vor dem Nationalsozialismus in den Fokus und verbindet historische Forschung mit erzählerischer Anschaulichkeit. Das Buch überzeugt durch seine historische Präzision und seine eindringliche Darstellung von Flucht, Hoffnung und Überleben.

Übersetzung – Gewinner 2026
Gustavo Faverón Patriau: „Unten leben“
Aus dem Spanischen von Manfred Gmeiner · Literaturverlag Droschl
In der Kategorie Übersetzung würdigte die Jury Manfred Gmeiner für die Übersetzung von „Unten leben“ (Literaturverlag Droschl) aus dem Spanischen von Gustavo Faverón Patriau. Die deutsche Fassung macht die komplexe Struktur und die dichte Atmosphäre des Romans besonders eindrucksvoll erfahrbar. Das ausgezeichnete Werk verbindet Erinnerung, Geschichte und Gewalt zu einem vielschichtigen literarischen Text von großer Intensität.
Belletristik

Helene Bukowski: „Wer möchte nicht im Leben bleiben“
Claassen
Helene Bukowski nähert sich dem kurzen und intensiven Leben einer jungen Pianistin aus Neubrandenburg. Aus Erinnerungen, Dokumenten und Leerstellen entsteht ein sensibles Porträt zwischen Kunst, Einsamkeit und den Zumutungen der Zeit.

Norbert Gstrein: „Im ersten Licht“
Hanser Verlag
Der Roman verfolgt das Leben eines österreichischen Mannes durch das 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht ein Mensch, der Kriege aus der Distanz erlebt und doch dauerhaft von Schuld, Verlust und den Nachwirkungen der Gewalt geprägt wird.

Anja Kampmann: „Die Wut ist ein heller Stern“
Hanser Verlag
Im Hamburger Varietémilieu der 1930er-Jahre erzählt der Roman von Glanz, Unsicherheit und dem schwindenden Versprechen von Freiheit. Im Zentrum steht eine Frau, die im nationalsozialistischen Deutschland um Selbstbestimmung und Würde ringt.

Katerina Poladjan: „Goldstrand“
S. Fischer
Ein Regisseur blickt in Erinnerungen auf Herkunft, Bewegung und Verlust zurück. Zwischen bulgarischer Küste, europäischen Städten und inneren Leerstellen entsteht ein poetischer Roman über Biografie, Erfindung und Abschied.

Elli Unruh: „Fische im Trüben“
TRANSIT
Der Roman erzählt vom Leben einer mennonitischen Gemeinde in Kasachstan, von Mangel, Repression und späterer Ausreise nach Deutschland. Dabei verbindet Elli Unruh historische Erfahrung mit einer kraftvollen, sinnlichen Sprache.
Sachbuch / Essayistik

Marie-Janine Calic: „Balkan-Odyssee. 1933-1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“
C.H. Beck
Marie-Janine Calic beleuchtet die wenig beachtete Fluchtbewegung über den Balkan zwischen 1933 und 1941. Anhand zahlreicher Einzelschicksale erzählt sie von Mut, Verrat, Rettung und den politischen Realitäten einer Region im Ausnahmezustand.

Ines Geipel: „Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung“
S. Fischer
Ines Geipel untersucht die Tage der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und die Erzählungen, die sich später darüber gelegt haben. Historische Recherche und persönliche Reflexion verbinden sich zu einem Buch über Erinnerung, Verantwortung und Deutungskämpfe.

Jan Jekal: „Paranoia in Hollywood. Wie die USA exilierte Künstler erst retteten und dann verfolgten. 1941–1953“
Matthes & Seitz Berlin
Das Buch erzählt von deutschsprachigen Exilkünstlern an der amerikanischen Westküste, die zunächst Schutz fanden und bald unter Verdacht gerieten. Jan Jekal zeigt, wie aus einem Ort der Hoffnung ein Raum von Überwachung, Misstrauen und politischer Verfolgung wurde.

Ulli Lust: „Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen“
Reprodukt
Ulli Lust widmet sich in ihrem Comic-Essay der Eiszeit und fragt neu nach den Rollen von Frauen in Kunst, Ritual und Gemeinschaft. Auf Basis langjähriger Recherche entsteht eine bildstarke, eigenwillige Neudeutung früher Menschheitsgeschichte.

Manfred Pfister: „Englische Renaissance“
Verlag Galiani Berlin
Dieses umfassende Epochenbuch erschließt mit zahlreichen Originaltexten die kulturelle Vielfalt der englischen Renaissance. Literatur, Musik, Politik und Weltbilder einer Umbruchszeit werden in einem großen Panorama zusammengeführt.
Übersetzung

Anjet Daanje: „Das Lied von Storch und Dromedar“
Aus dem Niederländischen von Ulrich Faure · Friedenauer Presse
In elf miteinander verwobenen Perspektiven entsteht das Nachleben einer rätselhaften Frau des 19. Jahrhunderts. Der Roman verbindet Erinnerung, Erfindung und widersprüchliche Stimmen zu einem vielschichtigen literarischen Porträt.

Auður Ava Ólafsdóttir: „Eden“
Aus dem Isländischen von Tina Flecken · Insel Verlag
Eine Sprachwissenschaftlerin zieht in ein marodes Haus auf dem Land und findet in Natur, Gemeinschaft und Sprache einen neuen Blick auf ihr Leben. Zwischen Stille, Fürsorge und Neubeginn entfaltet sich ein leiser Roman über Freundschaft und Selbstbestimmung.

Gustavo Faverón Patriau: „Unten leben“
Aus dem Spanischen von Manfred Gmeiner · Literaturverlag Droschl
Dieser Roman führt in Keller, Katakomben und andere verborgene Räume, in denen sich Gewalt, Intrigen und Erinnerung überlagern. Entstanden ist ein dichtes, spannungsreiches Verwirrspiel über Geschichte, Wahrheit und Fiktion.

András Visky: „Die Aussiedlung“
Aus dem Ungarischen von Timea Tankó · Suhrkamp
Aus kindlicher Perspektive erzählt der Roman von Verfolgung, Zwangsumsiedlung und Überleben im Rumänien der 1950er-Jahre. Trotz aller Härte bewahrt die Geschichte einen hellen Ton und zeigt die innere Widerstandskraft einer Familie.

Irene Solà: „Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis“
Aus dem Katalanischen von Petra Zickmann · S. Fischer
In einer sagenhaften, von Frauen geprägten Welt in den katalanischen Bergen versammeln sich Lebende und Tote zu einem düsteren Fest. Der Roman verbindet Volksglauben, Macht, Geheimnis und weibliche Stärke zu einer atmosphärisch dichten Erzählung.
Häufige Fragen
Wann wurden die Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2026 bekannt gegeben?
Die Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2026 wurden am 19. März 2026 bekannt gegeben.
Wie viele Bücher waren 2026 nominiert?
Insgesamt waren 15 Bücher in den Kategorien Belletristik, Sachbuch / Essayistik und Übersetzung nominiert.
Wo kann man ausgewählte nominierte und ausgezeichnete Bücher kaufen?
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