Der nächste Fall für Kommissar Dupin hat einen Titel und einen Termin: »Bretonisches Erbe« erscheint am 23. Juni 2027 bei Kiepenheuer & Witsch, es ist der 16. Band der Reihe von Jean-Luc Bannalec. Laut Verlag führt er nach Nantes, auf die Île d'Yeu und mitten in die Welt von Jules Verne. Bis dahin bleibt Zeit für den aktuellen Band »Bretonischer Glanz« und für eine Frage, die sich viele Leser in Concarneau stellen: Gibt es Dupins Stammlokal, das Amiral, wirklich? Es gibt es, und seinen Namen verdankt es ausgerechnet einem anderen Krimi.
Ausgewertet haben wir die Titeldaten im VLB und bei der Deutschen Nationalbibliothek, die Verlagsseiten von Kiepenheuer & Witsch und Argon, Broschüren des Kulturerbe-Amts von Concarneau sowie Berichte deutscher und französischer Medien. Zur Handlung geben wir nur die Ausgangslage wieder, die der Verlag selbst nennt.
»Bretonisches Erbe«: Termin und worum es geht
Mit 448 Seiten kommt der neue Roman wie die Vorgänger als Paperback heraus, knapp ein Jahr nach »Bretonischer Glanz«. Seit dem ersten Band 2012 ist jedes Jahr ein neuer Dupin erschienen, seit Jahren jeweils in der zweiten Junihälfte, und auch der 16. Fall hält diesen Rhythmus.
Zum Inhalt verrät Kiepenheuer & Witsch die Ausgangslage: Während einer Hitzewelle wird in Nantes ein Literaturwissenschaftler überfallen und getötet. An Dupins Seite steht Commissaire Sylvaine Rose, die Leser aus dem dritten Band »Bretonisches Gold« kennen; damals führte ein gemeinsamer Fall die beiden in die Salzgärten der Guérande. Es geht um eine wertvolle Jules-Verne-Erstausgabe, um eine Erfindung und um ein Boot, das als verschollen gilt; die Spur führt bei 41 Grad auf die Île d'Yeu.
Was hat Jules Verne mit dem neuen Dupin zu tun?
Zufällig ist der Schauplatz nicht. Jules Verne wurde 1828 in Nantes geboren, und die Stadt erinnert mit einem eigenen Museum an ihn. Kiepenheuer & Witsch stellt den Roman in seiner Kurzbeschreibung ganz in die Welt von Jules Verne. Wer »Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer« gelesen hat, wird in der Inhaltsangabe außerdem die Nautilus wiederfinden.
Mit Nantes und der Île d'Yeu führt der Fall weit aus dem Finistère hinaus nach Süden. Nantes war über Jahrhunderte die Hauptstadt des Herzogtums Bretagne, gehört heute aber zur Region Pays de la Loire; die Île d'Yeu liegt vor der Küste der Vendée. Nantes ist also historisch bretonisch, gehört heute aber nicht mehr zur Region Bretagne.
Gibt es Dupins Stammlokal, das Amiral, wirklich?
Ja. Das Amiral ist eine Bar-Brasserie an der Avenue Pierre Guéguin in Concarneau, mit Blick auf die befestigte Altstadt, die Ville Close. In den Romanen ist es Dupins Hauptquartier: Hier trinkt er seinen Kaffee, hier isst er sein Entrecôte, hier hat er sogar einen Stammtisch. Das Restaurant führt inzwischen ein »Entrecôte du Commissaire Dupin« auf der Karte.
Weniger bekannt ist, woher der Name stammt. Das Haus hieß lange Grand Hôtel. Erst Georges Simenon nannte es in seinem Maigret-Roman »Le Chien jaune« von 1931 »Hôtel de l'Amiral«, gleich in der Eröffnungsszene sind seine erleuchteten Fenster zu sehen. Als Jean Tarride den Roman 1932 in Concarneau verfilmte, wurde vor dem Haus gedreht, und seitdem trägt es den Namen aus dem Krimi. So steht es in den Rundgängen des Kulturerbe-Amts von Concarneau. Dupins Stammlokal war also schon einmal Schauplatz einer Kriminalgeschichte, lange bevor Bannalec es entdeckte.
Für das Haus hat der Erfolg der Reihe spürbare Folgen. Laut Berichten von France Bleu und Europe 1 aus dem Jahr 2016 ist das Entrecôte das Gericht, das deutsche Reisegruppen am liebsten essen, und die Inhaberin signiert auf Wunsch Bücher. Das Tourismusbüro meldete schon für 2013 ein Plus von 53 Prozent bei deutschen Gästen; aktuellere Zahlen haben wir nicht gefunden. Wer selbst hinfahren will: Das Kulturerbe-Amt bietet einen kostenlosen deutschsprachigen Rundgang auf Dupins Spuren an, Station eins ist das Amiral.
Auch das Hotel Central aus dem ersten Band hat ein reales Vorbild, das Hotel Les Ajoncs d'Or in Pont-Aven. Den echten Namen durfte Bannalec nach Berichten des Sprachmagazins Écoute nicht verwenden.
Kommissar Dupin: alle Bände in der Reihenfolge
Jeder Band erzählt einen abgeschlossenen Fall an einem anderen Ort der Bretagne. Rund um Dupin entwickelt sich aber einiges weiter, vor allem bei seinen Inspektoren und in seinem Privatleben. Wer die Reihe neu beginnt, liest am besten von vorn.
| Nr. | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| 1 | Bretonische Verhältnisse | 2012 |
| 2 | Bretonische Brandung (bei uns nicht lieferbar) | 2013 |
| 3 | Bretonisches Gold | 2014 |
| 4 | Bretonischer Stolz | 2015 |
| 5 | Bretonische Flut | 2016 |
| 6 | Bretonisches Leuchten (Hörbuch) | 2017 |
| 7 | Bretonische Geheimnisse | 2018 |
| 8 | Bretonisches Vermächtnis (Hörbuch mit Band 9) | 2019 |
| 9 | Bretonische Spezialitäten (siehe Band 8) | 2020 |
| 10 | Bretonische Idylle (bei uns nicht lieferbar) | 2021 |
| 11 | Bretonische Nächte (bei uns nicht lieferbar) | 2022 |
| 12 | Bretonischer Ruhm | 2023 |
| 13 | Bretonische Sehnsucht | 2024 |
| 14 | Bretonische Versuchungen | 2025 |
| 15 | Bretonischer Glanz | 2026 |
| 16 | Bretonisches Erbe | 2027 |
Band 15: »Bretonischer Glanz« in Roscoff
Erschienen ist der aktuelle Band am 24. Juni 2026; er spielt in Roscoff im Norden der Bretagne. Dort wird während des Krimifestivals eine junge Frau ermordet, und Dupin, begleitet von Riwal und Kadeg, trifft auf eine Stadt in Aufruhr: Proteste beim Fährunternehmen, Ungereimtheiten in einer Bruderschaft, die sich dem Schutz der Roscoff-Zwiebel verschrieben hat, und Parolen an den Hauswänden. Laut Börsenblatt stieg das Buch auf Platz 1 der Paperback-Bestsellerliste ein, mit einer Startauflage von 250.000 Exemplaren. Die Gesamtauflage der Reihe liegt nach Verlagsangaben bei mehr als 7,2 Millionen Exemplaren.
Wer ist Jean-Luc Bannalec?
Jean-Luc Bannalec ist der Künstlername von Jörg Bong, dem früheren Verleger von S. Fischer. So steht es inzwischen im Autorentext des Verlags; als der erste Dupin 2012 erschien, wurde das noch nicht bestätigt, obwohl die Zeitung Die Welt schon damals über Bong berichtete. Bong lebt laut Verlag in Bonn und im südlichen Finistère und ist Ehrenbürger von Concarneau. Ein Ort namens Bannalec liegt übrigens nicht weit von Concarneau, gleich neben Pont-Aven; eine ausdrückliche Bestätigung des Autors, dass der Name daher stammt, haben wir nicht gefunden.
Dupin im Fernsehen
Das Erste hat bisher 13 Dupin-Filme als Donnerstagskrimi ausgestrahlt, jeweils nach einem der Romane und mit Pasquale Aleardi als Georges Dupin. Zuletzt lief am 2. April 2026 »Bretonische Sehnsucht«. Der 14. Film nach »Bretonische Versuchungen« ist abgedreht, einen Sendetermin hat die ARD bisher nicht genannt. Übrigens isst der Fernseh-Dupin keinen Fisch, der Roman-Dupin schon; das Entrecôte im Amiral mögen beide.
Die Hörbücher
Die Hörbücher erscheinen bei Argon. Die ersten neun Bände liest Gerd Wameling, ab »Bretonische Idylle« ist Christian Berkel die Stimme des Kommissars. »Bretonischer Glanz« gibt es als gekürzte Fassung auf MP3-CD und als Download mit acht Stunden und 52 Minuten, außerdem ungekürzt als Download.
Ausgaben
In der Tabelle stehen der neue Band, die lieferbaren Ausgaben von »Bretonischer Glanz« und weitere Dupin-Bände aus unserem Sortiment. Vorbestellbar ist »Bretonisches Erbe«.
| Titel | Ausgabe | Termin | Preis |
|---|---|---|---|
| Bretonisches Erbe (Band 16) | Paperback | 23.6.2027 | 18,00 € |
| Bretonischer Glanz (Band 15) | Paperback | 24.6.2026 | 18,00 € |
| Bretonischer Glanz (Band 15) | E-Book | 24.6.2026 | 14,99 € |
| Bretonischer Glanz (Band 15) | MP3-CD, gekürzt | 24.6.2026 | 20,00 € |
| Bretonischer Glanz (Band 15) | Hörbuch-Download, gekürzt | 24.6.2026 | 16,95 € |
| Bretonische Versuchungen (Band 14) | Paperback | 25.6.2025 | 18,00 € |
| Bretonische Sehnsucht (Band 13) | Taschenbuch | 12.3.2026 | 13,00 € |
| Bretonischer Ruhm (Band 12) | Taschenbuch | 13.3.2025 | 13,00 € |
| Bretonische Verhältnisse (Band 1) | Sonderausgabe | 25.9.2019 | 15,00 € |
| Bretonisches Kochbuch. Kommissar Dupins Lieblingsgerichte | Hardcover | 10.11.2016 | 34,00 € |
| Dupins Bretagne | E-Book | 9.3.2023 | 19,99 € |
Unsere Empfehlung
Wer Dupin noch nicht kennt, beginnt mit »Bretonische Verhältnisse« und dem Ausflug nach Pont-Aven; wer die Reihe schon kennt, merkt sich den 23. Juni 2027 vor und holt bis dahin »Bretonischer Glanz« nach, falls der 15. Fall noch fehlt. Für eine Reise nach Concarneau lohnt der kostenlose Rundgang des Kulturerbe-Amts, mit einem Kaffee im Amiral als erster Station.
Weniger geeignet ist die Reihe für Leser, die harte, düstere Thriller suchen. Bannalec erzählt Krimis mit viel Landschaft, Küche und Lokalkolorit, die Spannung entsteht eher aus dem Rätsel als aus Gewalt.
Stand: 6. Oktober 2026; Preise und Verfügbarkeit der 17 verlinkten Produkte stammen aus unserem Sortiment. Termin, Umfang und Inhalt von »Bretonisches Erbe« und »Bretonischer Glanz«: VLB und Kiepenheuer & Witsch. Erscheinungsdaten der Erstausgaben: VLB, für Band 3, 4 und 6 Deutsche Nationalbibliothek. Amiral, Name und Rundgang: Service Patrimoine Concarneau (Rundgänge 2023 und 2024), Tourismusbüro De Concarneau à Pont-Aven, Cinémathèque française (»Le Chien jaune«, 1932). Deutsche Gäste: France Bleu und Europe 1 (2016), Écoute (3/2021). Jules Verne: Musée Jules Verne, Nantes. Hotel Central: Écoute (3/2021). Bestsellerplatz, Auflage: Börsenblatt, 30. Juni 2026. Autor: Kiepenheuer & Witsch, Börsenblatt, Die Welt (6. Juni 2012). Fernsehen: ARD Degeto. Hörbücher: Argon.




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