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Neuer Iny-Lorentz-Roman: Irene lernt in Paris bei Christine de Pizan

Buchcover »Irene – Dunkle Tage in Paris« von Iny Lorentz vor einer mittelalterlichen Buchmalerei mit dem Pariser Königspalast und der Sainte-Chapelle unter blauem Himmel

Iny Lorentz hat einen weiteren historischen Roman angekündigt: »Irene – Dunkle Tage in Paris« erscheint am 10. März 2027 bei Heyne. Die Heldin findet im Paris des Hundertjährigen Kriegs Aufnahme bei Christine de Pizan; die reale Schriftstellerin gilt als erste Frau, die in Frankreich vom Schreiben leben konnte. Ende August 2026 war der Titel laut dem Autorenpaar noch offen.

Für diesen Beitrag haben wir die Datensätze im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) zu »Irene« und den weiteren Lorentz-Titeln, das Tagebuch auf der Website der Autoren, die Angaben der Verlage Heyne, Knaur und Argon sowie Nachschlagewerke und Bibliotheksangaben zu Christine de Pizan ausgewertet; Stand ist der 28. Oktober 2026.

Buchcover »Irene – Dunkle Tage in Paris« von Iny Lorentz: eine junge Frau in rotem Kleid sitzt mit einer Schreibfeder in einem steinernen Fensterbogen, dahinter Paris mit Fluss und Brücken
»Irene – Dunkle Tage in Paris«, Heyne, erscheint am 10. März 2027

Die Originalausgabe »Irene – Dunkle Tage in Paris« erscheint laut VLB als Hardcover mit Schutzumschlag und 528 Seiten, das E-Book am selben Tag. Ein Hörbuch ist im VLB mit Stand 28. Oktober 2026 nicht verzeichnet. Bei »Helena«, dem ersten Heyne-Roman des Autorenpaars, las Anne Moll die Hörbuchfassung.

Wie spät der Titel feststand, zeigt das Tagebuch, das die Autoren auf ihrer Website führen. Am 27. August 2026 waren sie beim Lektorat und hatten weder einen festen Titel noch ein Titelbild. Seit dem 3. Oktober 2026 steht der Roman mit Titel und Umschlag im VLB. Am 10. März 2027 kommt auch »Helena« als Taschenbuch heraus.

Worum es in Irene geht

Irene verliert ihre Mutter und muss nach Paris zu ihrem Vater, der ihr fremd geworden ist. Er hat dort eine zweite Familie gegründet, die von seinem früheren Leben nichts ahnt, und reicht die Tochter an Christine de Pizan weiter, die in der Stadt als Schriftstellerin Erfolg hat. Bei ihr lernt Irene laut Verlag, ihr Leben selbst zu bestimmen. Jakob, der studieren möchte, dem aber das Geld fehlt, kommt mit Irene nach Paris; die beiden stützen sich gegenseitig, und aus der Freundschaft wird mehr. Als der Krieg Unruhen in die Stadt trägt, gerät Irene in Gefahr und in ein Ränkespiel mächtiger Leute, das sie zu übersehen droht.

Die Autoren selbst schreiben in ihrem Tagebuch vom 21. Oktober 2026, Irene und Jakob gerieten in Abenteuer, »die es in sich haben«: Zwischen Frankreich und England herrsche der Hundertjährige Krieg, und die Linien des französischen Königshauses seien einander »spinnefeind«. Unter den Schlagwörtern, die Heyne im VLB hinterlegt hat, stehen neben Paris und dem 15. Jahrhundert auch Emanzipation und Familiengeschichte.

Wer Christine de Pizan war

Christine de Pizan wurde 1364 in Venedig geboren und kam mit vier Jahren nach Paris, als ihr Vater Tommaso da Pizzano Astrologe und Arzt am Hof König Karls V. wurde. Mit 15 heiratete sie den königlichen Sekretär Étienne du Castel; als er um 1390 starb, war sie Mitte zwanzig und stand mit drei Kindern und ihrer Mutter allein da. Sie begann zu schreiben, um die Familie zu versorgen, und lebte von Aufträgen und Zuwendungen adliger Gönner. In der französischen Literatur gilt sie als erste Autorin, die von ihrer Feder leben konnte; die British Library nennt sie vorsichtiger eine der frühesten Berufsautorinnen Europas.

Ihr bekanntestes Werk ist »Das Buch von der Stadt der Frauen« von 1405, in dem sie berühmten Frauen eine allegorische Stadt baut. Darin lobt sie auch eine Pariser Buchmalerin namens Anastaise, die für sie gearbeitet hat. Wie viel ihr an der Gestaltung ihrer Bücher lag, belegt eine Prachthandschrift, die zwischen etwa 1410 und 1414 unter ihrer Aufsicht für Königin Isabeau entstand und in der British Library aufbewahrt wird; eine Miniatur darin stellt die Autorin in ihrer Schreibstube dar. 2023 brachte der Berliner Verlag AvivA die »Stadt der Frauen« in der Übersetzung von Margarete Zimmermann heraus. Auch im Pariser Stadtbild ist Christine präsent: Bei der Eröffnung der Olympischen Spiele 2024 stieg ihre goldene Statue mit neun weiteren Frauenfiguren aus der Seine, seit Sommer 2025 stehen die Statuen dauerhaft in der Rue de la Chapelle im 18. Arrondissement.

Ruhig waren die Jahre, in denen Christine in Paris schrieb, nicht. 1407 wurde Herzog Ludwig von Orléans ermordet, und der Streit zwischen den Anhängern der Häuser Orléans und Burgund, den Armagnaken und Burgundern, wuchs sich zum Bürgerkrieg aus. 1413 erschütterte der Aufstand der burgundisch gesinnten Cabochiens die Stadt, 1415 unterlag Frankreich den Engländern bei Azincourt, und in der Nacht zum 29. Mai 1418 fiel Paris an die Burgunder. Christine zog sich um 1418 in das Kloster Poissy zurück; ihr letztes Werk, ein Gedicht über Jeanne d'Arc, schrieb sie 1429, als diese noch lebte. In welchen Jahren »Irene« genau spielt, sagen Verlag und Autoren nicht.

Seit Februar 2026 erscheint Iny Lorentz auch bei Heyne

»Irene« ist erst der zweite Lorentz-Roman bei Heyne. Vor Februar 2026 verzeichnet das VLB keinen einzigen Iny-Lorentz-Titel in diesem Verlag; der erste war »Helena. Das Schicksal der Todesschwestern«, ein Roman, der 1823 im griechischen Unabhängigkeitskampf spielt und am 25. Februar 2026 erschien. Heyne bewarb ihn im VLB mit dem Zusatz, der Roman der Bestsellerautorin erscheine »jetzt bei Heyne«. Iny Klocke, eine Hälfte des Autorenpaars, hatte ihre allererste Geschichte in der Anthologie eines großen Verlags 1982 bei Heyne veröffentlicht. Der Verlag sei für beide »Neuland« gewesen, zugleich habe sich damit »ein Kreis« geschlossen, schrieben sie im April 2026.

Parallel erscheinen ihre Romane weiter bei Knaur, dem Verlag der »Wanderhure«-Reihe. Dort kam am 1. September 2026 »Priesterin von Thera« heraus, ein Roman über Santorin um 1600 vor Christus. Am 21. Oktober 2026 stellten die Autoren auch den Roman vor, der auf »Irene« folgt: »Die Seehändlerin. Gesches kühne Fahrt« spielt 1362 in Wismar und eröffnet eine Trilogie. Das Hörbuch erscheint bei Argon am 1. Juli 2027 als Download und am 28. Juli 2027 als gekürzte MP3-CD; zugleich komme der Roman im Knaur-Taschenbuch heraus, vermerkt der Hörbuchverlag.

Wer hinter Iny Lorentz steckt

Iny Lorentz ist das gemeinsame Pseudonym des Ehepaars Iny Klocke, 1949 in Köln geboren, und Elmar Wohlrath, Jahrgang 1952, aus Franken; seit 2007 arbeiten beide als freie Schriftsteller und wohnen in Poing bei München. Den Durchbruch brachte 2003 »Die Kastratin«. Unter verschiedenen Pseudonymen haben die beiden laut Leipziger Buchmesse mehr als 90 historische Romane veröffentlicht; von den Iny-Lorentz-Romanen wurden nach Angaben von Knaur über 21 Millionen Exemplare verkauft.

Ihr bekanntester Stoff ist »Die Wanderhure«: Als Sat.1 die Verfilmung am 5. Oktober 2010 erstmals zeigte, sahen fast zehn Millionen Menschen zu. Mit »Intrigen in Rom« ist die Romanreihe nach Angaben der Autoren abgeschlossen. Wer sie kennt, findet in »Irene« dieselbe Epoche wieder: Der erste »Wanderhure«-Roman spielt ab 1410 in Konstanz, »Irene« laut Verlag im Paris des 15. Jahrhunderts. Einen Überblick über die Bände gibt die Seite zur Wanderhuren-Reihe.

Iny Lorentz: die Termine im Jahr 2027

Angekündigte Titel von Iny Lorentz im Jahr 2027 (laut VLB und Argon, Stand 28. Oktober 2026; ohne einen E-Book-Sammelband älterer Romane bei Knaur vom 1. Februar 2027; das Knaur-Taschenbuch der »Seehändlerin« verzeichnet das VLB zu diesem Stand nicht)
Titel Ausgabe Termin
Irene – Dunkle Tage in Paris Hardcover und E-Book, Heyne 10.3.2027
Helena. Das Schicksal der Todes­schwestern Taschenbuch, Heyne 10.3.2027
Die See­händlerin. Gesches kühne Fahrt Hörbuch, Argon: Download, gekürzte MP3-CD am 28.7.2027; laut Argon zugleich als Knaur-Taschenbuch 1.7.2027

Unsere Empfehlung

»Irene« richtet sich an Leserinnen und Leser historischer Romane, die gern eine junge Heldin begleiten, die sich in einer fremden Stadt gegen Widerstände behauptet; mit Christine de Pizan steht zudem eine reale Figur im Hintergrund. Wer die Romane des Autorenpaars nicht kennt, kann bis zum 10. März 2027 mit »Helena« beginnen, dem ersten Heyne-Roman der beiden; wer die »Wanderhure« gelesen hat, bleibt mit »Irene« im 15. Jahrhundert. Im VLB ist der Roman mit Stand 28. Oktober 2026 keiner Reihe zugeordnet. Wer historische Romane ohne Liebesgeschichte bevorzugt, sollte wissen, dass Irene und Jakob laut Verlag bald mehr verbindet als Freundschaft.

Weitere Bücher des Paars stehen auf der Seite Iny Lorentz; die Auswahl an historischen Romanen führt in viele andere Epochen. Kommende Titel des Genres sammelt die Seite für angekündigte historische Romane; was sonst im Erscheinungsmonat von »Irene« herauskommt, listet die Übersicht der Neuerscheinungen im März 2027.

Stand: 28. Oktober 2026; die Verfügbarkeit der verlinkten Produkte wurde an diesem Tag bei CineBuch geprüft. Titeldaten: Verzeichnis lieferbarer Bücher, Datensätze zu den ISBN 978-3-453-27632-1 und 978-3-641-34928-8 (»Irene«), 978-3-453-27583-6 und 978-3-453-44533-8 (»Helena«), 978-3-7599-0198-9 (Hörbuch »Helena«), 978-3-426-22811-1 (»Priesterin von Thera«) und 978-3-8398-2277-7 (Hörbuch »Die Seehändlerin«), abgerufen am 28. Oktober 2026; Heyne, Verlagsseite zu »Irene«, und Argon, Verlagsseiten zum Hörbuch »Die Seehändlerin« (Download und MP3-CD; jeweils ohne Link). Aussagen der Autoren: Website von Iny Klocke und Elmar Wohlrath, Tagebuch-Einträge vom 5. Januar, 4. Februar, 10. April, 27. August und 21. Oktober 2026. Autorenpaar und Werk: Wikipedia, Iny Lorentz und Die Wanderhure; Leipziger Buchmesse, Pressemitteilung vom 26. Februar 2026 (Romanzahl); Knaur, VLB-Werbetext zu »Priesterin von Thera« (verkaufte Exemplare); Einschaltquote: fernsehserien.de, Quotencharts 2010. Christine de Pizan: Wikipedia (deutsch) und (englisch); British Library, »Christine de Pizan and The Book of the Queen« und Katalog zu Harley MS 4431; National Geographic, 12. März 2020; Anastaise: Wikipedia (englisch); Gedicht über Jeanne d'Arc: Wikipedia (englisch) und Medium Ævum Monographs (Ausgabe Kennedy/Varty); deutsche Ausgabe: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (AvivA 2023, ISBN 978-3-949302-13-8); Statuen: Ville de Paris und Time Out Paris, 22. Juli 2025. Aufmacherbild: Brüder von Limburg, »Les Très Riches Heures du duc de Berry«, Monatsbild Juni (um 1412–1416) mit dem Pariser Königspalast und der Sainte-Chapelle, Musée Condé, Chantilly; Wikimedia Commons, gemeinfrei.

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