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Inhaltsangabe
Aus der Enge des Elternhauses ausbrechen, so beginnt Wilhelm Meisters Selbstfindungstrip. Die schillernde Welt des Theaters scheint ideal, aber die Freiheit des Schauspielers wird von Geldnöten bezwungen. Ein Geheimbund verheißt Einsichten, doch auch hier ist Wilhelm Meister von fremden Ansprüchen beengt. Goethes weltberühmter Bildungsroman par excellence macht unmissverständlich deutlich, wie wir von allem und jedem beeinflusst sind. So leicht ist es nicht, man selbst zu werden …
Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.
Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 01.09.2008
Autor/Autorin: Johann Wolfgang von Goethe
Reihe: Fischer Klassik
Einband: Taschenbuch
Auflage: 1. Auflage
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 190/124/25 mm
Seitenanzahl: 656
ISBN: 9783596900930
Herstellerinformationen
S. Fischer Verlag GmbH Hedderichstraße 114 60596 Frankfurt am Main DE
Der Band vereinigt die aufschlussreichsten und schönsten Texte Goethes zur Natur und Naturwissenschaft. Ausgangspunkt ist der Plan eines "neuen Romans über das Weltall" des Anfang Dreißigjährigen, der den roten Faden bildet und uns einen frischen und überraschend aktuellen Blick auf die Naturforschung Goethes ermöglicht.
Das breite thematische Spektrum reicht vom Bergbau bis zur Botanik, von der Farbenlehre bis zur Erdgeschichte, literarisch von der Poesie über das "Nature Writing" bis hin zur wissenschaftlichen Abhandlung - eine Sammlung von Texten, die in einem Zeitraum von ca. 50 Jahren verfasst wurden. Überleitungen des Herausgebers setzen die Goethe-Schriften in den Kontext seines Lebens und seiner Interessen, auch in den Kontext der Naturforschung und -wissenschaft seiner Zeit. Erst vor diesem Hintergrund lassen sich Goethes Forschungen wirklich verstehen - und lässt sich erkennen, was daran für uns heute noch von Interesse ist.
Goethes Gedichte erscheinen in diesem Band in einer Anordnung, welche die großen Epochen seines Schaffens deutlich werden läßt: Sturm und Drang, die ersten Weimarer Jahre, die Zeit der Klassik, die Alterswerke. Innerhalb dieser zeitlichen Gruppen bleibt das durch Inhalt und Form Zusammengehörige beieinander: die Balladen, die Elegien usw. Manche dieser Gruppen hat Goethe selbst zusammengestellt, z.B. die Römischen Elegien und die Sonette. Der Band zeigt die ganze Weite von Goethes lyrischem Werk. Textkritisch durchgesehen und kommentiert von Erich Trunz.
Dieses Brevier ist keine erbauliche »Blütenlese« aus Goethes Werk. Es versucht vielmehr, die reiche Lebens-Erfahrung eines genialen Menschen in Empfehlungen zur Lebens-Bewältigung umzusetzen. In sieben Themenkreisen wird Goethe, der Nicht-Olympier, Goethe, der Mensch unter Menschen, Goethe als Zeitgenosse vorgestellt: vom weltfrom-men Universalisten bis zum ironisch-kritischen Beobachter menschlicher Unzulänglichkeiten. Das Buch zeigt Goethe als Lebenskünstler, dessen gelassene Weisheit mehr bietet als wohlfeile »Lebenshilfe« in schönen Worten oder Sprüchen - nämlich Ratschläge zum tätigen und damit erfüllten Leben.
Eduard und Charlotte, die bereits in ihrer Jugend ineinander verliebt waren, genießen nun in reiferen Jahren ihren gemeinsamen Ehestand auf einem malerischen Landgut. Auf beider Einladung hin gesellen sich nach einiger Zeit der Hauptmann, ein unverschuldet in Not geratener Jugendfreund Eduards, und Charlottes Nichte Ottilie hinzu. Und nun beginnt das Spiel der wahlverwandten Anziehungskräfte: Gleich chemischen Elementen fühlen sich Eduard und Ottilie, der Hauptmann und Charlotte zueinander hingezogen. Der gedankliche Ehebruch wird deutlich in dem Kind des Paares, das unübersehbar die Züge der beiden Fremden trägt. Während aber der Hauptmann und Charlotte letztlich den sittlichen Geboten gehorchen und entsagen, ist die die Leidenschaft von Eduard und Ottilie todbringend.
Die Geschichte einer tragischen Verwicklung, zwischen einem glücklichen Ehepaar, einem guten Freund und einer Nichte »ist das undurchdringlichste und vielleicht vieldeutigste Buch, das Goethe geschrieben hat«. Erich Trunz
Wer kennt es nicht, das dramatische Schicksal und Handeln des »Faust«! Es gibt wohl kaum einen Schüler, der ihm nicht einmal in seiner Schulzeit begegnet wäre, für den Bildungsbürger gehört er sowieso zum Kanon. Zurecht! Denn was Johann Wolfgang von Goethe in 60-jähriger Schaffenszeit mit dem »Faust« zuwege gebracht hat, sucht in der deutschen Dichtung seinesgleichen, lässt sich nur mit dem Begriff der Weltliteratur angemessen fassen und steht auf einer Ebene mit dem »Don Quijote« oder der »Göttlichen Kommödie«.
Der Universalgelehrte Faust befindet sich in einer tiefen Krise bei seiner Suche nach dem, »was die Welt im Innersten zusammenhält«. Eingesperrt in seine Gelehrtenstube drängt es ihn schließlich bis nahe an den Selbstmord. Nur die Osterglocken retten ihn. Beim berühmten Osterspaziergang wird ihm bewusst, dass er sich nach umfassendem Weltwissen gleichermaßen wie nach irdischer Weltlust sehnt. Da er sich aber von allen irdischen Lebenswerten abgeschnitten sieht, verflucht er das Leben. Hier nun wittert der Teufel in Gestalt des Mephisto seine Chance und bietet Faust einen Pakt an: Würde dieser auch nur einen Augenblick das Leben genießen und dabei verweilen wollen, wäre Fausts Seele auf immer verloren.
Faust lässt sich auf den Handel ein und wird von Mephisto nun mit derbsten Sinnesgenüssen überschüttet: Aber sowohl die Studentenrunde in Auerbachs Keller als auch den Spuk in der Hexenküche erträgt Faust nur widerwillig. Erst die Begegnung mit dem nur 14-jährigen Gretchen erweckt in Faust irdisches Verlangen. Nun nimmt das Drama seinen Lauf ...
Bei aller Individualität des Schicksals von Faust, der uns hier in einer Charaktertragödie entgegentritt, verweist das Stück klar über das Einzelschicksal hinaus auf ein allgemeines Menschheitsdrama. Dies macht den ›Faust‹ zu einem zeitlosen Lese- und Theatererlebnis bis in unsere Zeit.
»Trotz der 60jährigen Schaffenszeit und der Mannigfaltigkeit der theatralischen wie poetischen Mittel bildet die Dichtung eine dramatisch-strukturelle Einheit, deren Handlungsziel durch die Wette des Herrn mit Mephisto festgelegt ist: der verworrene Mensch ist zur Klarheit prädestiniert, der Irrende wird zum Urquell zurückfinden, ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewußt. Gegen den Glauben des Herrn an das Gute im Menschen setzt Mephisto sein diffamierendes Menschenbild. Der Teufel, das verneinende und zerstörende Prinzip, hat doch zugleich im Weltenplan gegen seinen Willen eine die natürliche Trägheit des Menschen anstachelnde Funktion.« Gero v. Wilpert: »Lexikon der Weltliteratur«
„Du musst verstehn! Aus Eins mach 10 und Zwei lass gehen“, so beginnt Goethes berühmtes Hexeneinmaleins aus dem Faust. Ein verrückter Hexenspruch, ein Verjüngungszauber oder doch eher ein verzwicktes Spiel mit Zahlen? Der Meister der Illustration höchstpersönlich, Wolf Erlbruch, beantwortet die sich auftuenden Fragen mit seinen eigenen magischen Welten aus Formen und Farben. Wer genau hinsieht, dem geht es wie Faust, dem wird auf einmal alles ganz leicht. Diesem Spiel der Phantasie kann sich niemand entziehen. Jetzt im handlichen Miniformat.