Verrat!

Konstruktion und Deutung eines Stigmas im spätmittelalterlichen England
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Inhaltsangabe
Verrat ist ein schwerwiegender Vorwurf – und ein umstrittener. Matthias Büttner untersucht dieses Phänomen im spätmittelalterlichen England und geht dabei über rein juristische Kategorien hinaus: Er zeigt, wie Verrat gesellschaftlich konstruiert und kulturell gedeutet wurde. Von der Rebellion gegen Henry III. über die Absetzung Edwards II. bis zum Hundertjährigen Krieg führten Zeitgenossen im 13. und 14. Jahrhundert erbitterte Deutungskämpfe darüber, wer als Verräter zu gelten hatte – und warum. Dabei spielten neben Gesetzen und Statuten mächtige Deutungsmuster eine Rolle: Die Judaserzählung etwa lieferte archetypische Bilder von Arglist und Schuld. Kulturelle Stereotype stigmatisierten ganze Völker. Historische Ursprungsmythen rechtfertigten Herrschaftsansprüche. Anhand vielfältiger Quellen eröffnet die Studie neue Perspektiven auf Englands politische Kultur sowie auf Logiken und Mechanismen der Devianzzuschreibung, Identitätskonstruktion und Kontingenzbewältigung.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 24.09.2026
  • Autor/Autorin: Matthias Büttner
  • Reihe: Campus Historische Studien
  • Format: E-Book
  • Dateiformat: EPUB
  • Kopierschutz: Wasserzeichen
  • Dateigröße: 6.7 MB
  • Verlag: CAMPUS VERLAG
  • Sprache: Deutsch
  • Umfang: 378 Seiten
  • ISBN: 9783593465012
  • Lieferung: Download ab 24.09.2026
  • Hinweis: Vorbestellung. Verfügbar per Download ab Erscheinungstag. Kein physischer Versand.
  • Kompatibilität: Kompatibel mit EPUB-fähigen E-Readern und Apps.

CineBuch-Redaktion

Unsere Einschätzung

Im spätmittelalterlichen England war Verrat keine feststehende Tat, sondern Ergebnis politischer Deutungskämpfe. Matthias Büttner verfolgt den Begriff von der Rebellion gegen Henry III. über die Absetzung Edwards II. bis zum Hundertjährigen Krieg. Gesetze treffen dabei auf Judasmotive, nationale Stereotype und Ursprungsmythen. Die Studie zeigt, wie Herrschaft Gegner markierte und wie Zeitgenossen Schuld, Zugehörigkeit und Abweichung kulturell verständlich machten.

Historiker und fortgeschrittene Studierende können die politische Kultur des 13. und 14. Jahrhunderts hier quellenbasiert untersuchen. Der breite theoretische Rahmen zu Devianz und Identitätskonstruktion verlangt Fachvokabular; eine erzählerische Einführung ins Mittelalter ist das nicht. Besonders nützlich ist die digitale Studie für Seminar- und Forschungsarbeit, weil sie juristische Definitionen konsequent mit religiösen und kulturellen Bildern verbindet.

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