Über Kompromisse – und faule Kompromisse

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Inhaltsangabe
Der Kompromiß ist unverzichtbares Mittel der Politik und an sich eine schöne und verdienstvolle Sache, zumal wenn es um Krieg und Frieden geht. Allerdings gibt es auch für Kompromisse moralische Grenzen. Werden diese verletzt, wird der Kompromiß selbst kompromittiert; er ist faul, er »stinkt« und kontaminiert den Frieden, den er vielleicht gestiftet hat. Das jedenfalls behauptet der renommierte israelische Philosoph Avishai Margalit in seinem neuen Buch. Aber welche Grenzen sind das? An welchem Punkt wird aus einem Kompromißfrieden ein ungerechter Friede? Was ist überhaupt ein gerechter Friede? Anders als der Begriff des gerechten Krieges hat die Frage nach dem gerechten Frieden bislang kaum Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Und auch dem Kompromiß als Kategorie politischen Denkens und Handelns wurde bislang wenig theoretische Beachtung geschenkt. Anhand zahlreicher historischer Beispiele – allen voran das Münchener Abkommen, die Konferenz von Jalta und die israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen – durchmißt Margalit das begriffliche Feld des politischen Kompromisses in all seinen Facetten und erschüttert bisweilen die Gewißheit, daß Frieden per se die richtige Lösung ist, gleichgültig, um welchen Preis er erkauft wurde. In souveräner Kombination aus anspruchsvoller philosophischer Analyse, historischer Betrachtung und politischer Urteilskraft erhellt er die Logik des Kompromisses und fördert dabei überraschende Einsichten zutage: über Krieg und Frieden, Gerechtigkeit und Fanatismus, über das Böse. Ein elegantes und wichtiges Buch.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 19.04.2011
  • Autor/Autorin: Avishai Margalit
  • Übersetzung: Michael Bischoff (aus dem Englischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 203/126/24 mm
  • Seitenanzahl: 251
  • ISBN: 9783518585641
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Auch für zeitgeschichtlich interessierte Leser
  • Eine Hintergrundstudie zu weltpolitischen Konflikten
Pressestimmen
»Margalit vereinbart Bescheidenheit und Ambition. Er maßt sich nicht an, Lösungen für alle Konfliktsituationen parat zu haben und verzichtet dennoch nicht auf die Formulierung hoher moralischer Ansprüche an unseren Regierenden. Kompromissbereitschaft ist nicht mit Gleichgültigkeit zu verwechseln: So lautet die anregende Botschaft eines Moralphilosophen, der nie belehrt, aber sich weiter einmischen will.«
Claire-Lise Buis, WDR 3, 5. Juni 2011
»Was Avishai Margalits Studie schließlich unbedingt lesenswert macht, ist der Versuch, die Möglichkeiten von Kompromissen selbst in heikelsten politischen Situationen nachzuweisen.«
Thomas Meyer, DIE ZEIT, 20. April 2011
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Seit Platon gilt die gerechte Gesellschaft als Ideal in der politischen Theorie. Avishai Margalit hingegen argumentiert für das Streben nach einer »anständigen« Gesellschaft, das heißt nach einer Gesellschaft, deren Institutionen die Menschen nicht demütigen. Dieses neue Ideal ist nicht nur dringlicher – bevor Gutes geschaffen wird, muß Schlimmes verhindert werden –, sondern im Gegensatz zum Ziel einer gerechten Gesellschaft auch realistischer und besser umsetzbar. Wie eine anständige Gesellschaft zu verstehen ist, entwickelt Margalit in Auseinandersetzung mit philosophischen Theorien und veranschaulicht es anhand von Beispielen institutioneller Demütigung, etwa im Bereich des Strafvollzugs oder der Fürsorge. Margalits Buch ist eine der großen philosophischen Auseinandersetzungen mit den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts und hat eine breite Debatte ausgelöst. Es ist mittlerweile ein Klassiker der politischen Philosophie.
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