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Inhaltsangabe
Ehre und Moral, Liebe und Schuld, seelische Krisen und innere Abgründe – das sind die Themen, um die sich Schnitzlers große Erzählungen drehen. Während das Ehepaar Albertine und Fridolin in der »Traumnovelle« seine unterdrückten erotischen Begierden in Traumphantasien auslebt, hat der engstirnige und verkniffene Leutnant Gustl mit sich selbst zu kämpfen, als er um seine Ehre und gesellschaftliche Stellung bangt. An den Folgen einer rigiden Doppelmoral zerbricht dagegen Fräulein Else, eine junge Frau, die sich, um ihren Vater aus der Schuldennot zu befreien, einem anderen Mann hingeben soll.
Arthur Schnitzler ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller. Mit der »Traumnovelle« (1926), »Fräulein Else« (1924) und »Leutnant Gustl« (1900) versammelt dieser Band seine drei berühmtesten und meistgelesenen Erzählungen.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 14.03.2012
Autor/Autorin: Arthur Schnitzler
Einband: Taschenbuch
Auflage: 5
Verlag: Insel Verlag
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 189/126/19 mm
Seitenanzahl: 237
ISBN: 9783458362210
Darum lohnt sich dieses Buch
150. Geburtstag am 15. Mai 2012
Arthur Schnitzlers berühmteste Erzählungen in einem Band
Die Traumnovelle war die literarische Vorlage für Stanley Kubricks Welterfolg Eyes Wide Shut
Herstellerinformationen
Insel Verlag Anton Kippenberg GmbH & Co. KG Torstr. 44 10119 Berlin DE
Diese Ausgabe der »Suhrkamp BasisBibliothek – Arbeitstexte für Schule und Studium« bietet nicht nur Arthur Schnitzlers Lieutenant Gustl erstmals wieder nach dem Erstdruck, sondern auch zahlreiche Dokumente und Selbstaussagen des Autors. Ergänzt wird diese Edition durch einen Kommentar, der alle für das Verständnis der Novelle erforderlichen Informationen enthält: ausführliche Hinweise zu den literarhistorischen, kultur- und zeitgeschichtlichen Voraussetzungen, die Text- und Rezeptionsgeschichte, einen Forschungsüberblick, Literaturhinweise sowie detaillierte Wort- und Sacherläuterungen.
Diese Ausgabe der »Suhrkamp BasisBibliothek – Arbeitstexte für Schule und Studium« bietet nicht nur Arthur Schnitzlers Meisterwerk Traumnovelle, sondern auch einen Kommentar, der alle für das Verständnis erforderlichen Informationen enthält: eine Zeittafel zu Leben und Werk des Autors, die Entstehungs- und Textgeschichte, die Rezeptions- und Deutungsgeschichte, Literaturhinweise sowie ausführliche Wort- und Sacherläuterungen.
Das Lebensgefühl der Menschen im alten, im kaiserlichen und königlichen Österreich spiegelt sich mit intensiver Deutlichkeit in Arthur Schnitzlers Werk. »Schon das Gestern verschwimmt, und alles, was ein paar Tage zurückliegt, bekommt den Charakter eines unklaren Traumes«, umschreibt er es in der Erzählung ›Blumen‹. Diese Sicht der Dinge und Erfahrungen bestimmt ihr Verhalten, ihre Gleichgültigkeit anderen gegenüber, ihre Selbstliebe. Schnelles Vergessen von Einzelheiten hindert jedoch nicht, dem, was an schemenhafter Erinnerung bleibt, nachzusinnen, besonders, wenn es durch immer wiederkehrende Details wachgehalten wird - Blumen hier, ein anderer Mann am Grab der eigenen Frau dort. Themen genug für zeit- und gesellschaftskritisches Erzählen - vor allem auch vom Fehlverhalten dieser Menschen, die, aus solchem Lebensgefühl heraus, nicht davor zurückscheuen, die anderen, die gewissenhaften, zu opfern, wenn sie selbst sich allzusehr verstrickt haben. Fräulein Elses Vater hat Mündelgelder veruntreut, ihm droht ein Skandal. Er hofft, durch seine Tochter von einem Geschäftsfreund die Summe leihen zu können. Die Bedingung, die dieser stellt - »eine Viertelstunde da-stehen zu dürfen vor ihrer Schönheit«, sie soll nackt bleiben -, ist mit ihrer Ehre nicht vereinbar; aus Liebe zu ihrem Vater erklärt sie sich jedoch bereit, ohne dieser Zumutung wirklich entsprechen zu können. Die Form, die Arthur Schnitzler gerade für diese Erzählung entwickelt hat, der innere Monolog, steht »genau in der Mitte zwischen Novelle und Drama« - sie unterstreicht, daß es ihm bei seinem Schreiben zugleich um äußeres, reales Geschehen wie um das innere, das psychische Erleben der Gestalten der Menschen seiner Zeit ging.