Theodor W. Adorno, Ludwig von Friedeburg, Briefwechsel 1950-1969

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Inhaltsangabe

Unmittelbar nach der Rückkehr des Instituts für Sozialforschung aus dem US-amerikanischen Exil nach Frankfurt bewarb sich ein junger Student bei Theodor W. Adorno um Mitarbeit: Ludwig von Friedeburg, Sohn des letzten Oberbefehlshabers der deutschen Kriegsmarine und selbst deren jüngster U-Boot-Kommandant im Zweiten Weltkrieg. Das erste gemeinsame Projekt war das berühmte »Gruppenexperiment«, jene von den US-Besatzungsbehörden finanzierte Studie, mit der die Demokratiefähigkeit der deutschen Bevölkerung nach NS-Diktatur, Vernichtungskrieg und Völkermord ermittelt werden sollte. Nach Abschluss des Vorhabens schrieb von Friedeburg begeistert von dem »ganz besonderen Geist« des Instituts für Sozialforschung und von der »geradezu beispielhaften Art des Teamworks in ihm«.

Es war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit und freundschaftlichen Beziehung, die bis zu Adornos Tod währte, wie die in diesem Band versammelten Briefe, Memoranden und Gesprächsprotokolle zeigen. Darüber hinaus dokumentieren sie die Geburtsstunde der empirischen Sozialforschung in der Bundesrepublik und lassen erkennen, wie maßgeblich die beiden an der Neugründung der Soziologie als akademischer Disziplin beteiligt waren.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 17.04.2024
  • Autor/Autorin: Theodor W. Adorno,Ludwig Friedeburg
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 203/128/21 mm
  • Seitenanzahl: 194
  • ISBN: 9783518588130
Darum lohnt sich dieses Buch

100 Jahre Institut für Sozialforschung

Pressestimmen
»... in aufwendiger Recherche zusammengetragen ... Ein umfangreicher Fundus ergänzender Dokumente und Erläuterungen ist der Korrespondenz beigefügt. Der Schriftverkehr zeichnet neben dem Einblick, den er in den Neubeginn der Soziologie in Deutschland nach der Hitlerdiktatur gibt, das Bild einer sich vertiefenden, wenn auch unwahrscheinlichen Freundschaft zweier der wichtigsten Theoretiker der Kritischen Theorie.«
Kira Kramer, Frankfurter Allgemeine Magazin, 19. Juli 2024
»Der Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und Ludwig von Friedeburg gibt einen Einblick in die universitären Alltagsprobleme einer Disziplin, die sich ihren Platz im Rang der Wissenschaften sichern oder bewahren musste; er zeigt die emotionale und intellektuelle Sorgfalt des Älteren gegenüber dem Jüngeren und dessen Bereitschaft ein Vorbild zu würdigen ohne es zu imitieren.«
Wolf Lepenies, DIE WELT, 27. Mai 2024
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Zu den erstaunlichen Phänomen der hochmodernen Kultur gehört, dass sehr viele Menschen Horoskope konsumieren. Ob in Illustrierten, im Fernsehen oder neuerdings als Tiktok-Videos und Instagramm-Reels: Astro boomt. Aber warum? Die bis heute interessanteste Antwort auf diese Frage hat Theodor W. Adorno gegeben. Sie lautet: Die banalen, aber stets im hohen Ton der Vernunft daherkommenden Auskünfte – »Flexibilität hilft«, »In Beziehungen bringt Geduld mehr als Druck« usw. – bieten dem Einzelnen Entlastung durch aktive Anpassung an die Verhältnisse. Anders gesagt: Horoskope lehren Konformität.

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