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Hörbuch Download
Dateiformat:MP3
Inhaltsangabe
"Im Schweigen vermählt"
Im Des Moines Art Center in Iowa stand kurz vor der Sperrstunde eine alte, nahezu hundertjährige, seltsam strahlende Frau vor einem Bild der Sammlung "Wie jung war ich da?". Sie versucht die Jahreszahl auf der Bildbeschreibung zu lesen: "1927, Edward Hopper. Automat. Da war ich erst 24 Jahre."
Der Kurator, Wichtigkeit in Person, nähert sich katzenbuckelnd. Die Alte, wie eine Ewigbelichtung aus den siebziger Jahren, erklärt mit dem Herzschlag und der Verwirrung einer Braut ihre Zeitreise. Der Kurator blickt auf seine Uhr. Er hüstelt. Das Bild war im August 1955 Time-Cover, der Blues des zwanzigsten Jahrhunderts.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 01.07.2023
Autor/Autorin: Peter Patzak
Gelesen von:Peter Patzak
Format: Hörbuch-Download
Dateiformat: MP3
Verlag: AUDIO MEDIA DIGITAL HÖRBUCH
Sprache: Deutsch
Abspielbar auf: Abspielbar in MP3-kompatiblen Apps, Smartphones und Playern.
Spieldauer: 22 Minuten
ISBN: 9783991581291
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Sie drehte wieder einen Film in Frankreich, das ihr zur zweiten Heimat geworden war. Seit längerem hatte sie eine Vorliebe für dunkelhaarige Männer entwickelt.
"Akte. Im Schweigen vermählt", in der Bühnenfassung 2008 im Wiener Stadttheater Walfischgasse uraufgeführt, lässt jene Frauen zu Wort kommen, die als Musen Picasso, Schiele & Co. zu berühmten Werken inspiriert haben. Unbekannten Mädchen, deren Körpern wir in Museen, auf Kunstauktionen und Plakatwänden begegnen, die sich für und vor dem Maler entblößt haben, gibt Peter Patzak einen Namen, eine Biografie und eine poetische, aber heutige Stimme. Hinter dem Output der Kunstgeschichte treten Beziehungsfallen, Abhängigkeiten, auch Missbrauch zutage. In welchem Licht erscheinen die Meister, wenn ihre Modelle plötzlich die Stimme erheben? – Patzak begibt sich hinter dem kunsthistorisch realen Rahmen auf eine fiktive Spurensuche: von Rembrandts Hendrikje bis zu Andy Warhols Marilyn Monroe.
Da flitzte jahrelang eine Vogelscheuche übers Kopfsteinpflaster – mit enormer Geschwindigkeit – mit einwärts gerichtetem Blick. Meist beim Haustor raus, ins benachbarte Café: "Ein Wodka, ein Mineral, nicht vom Eis, das Telefon!" – und weg war die Überraschung.
Wie wenig damals übersiedelt wurde! Wenn ein Möbelwagen in der Siedlung auftauchte, hieß es zunächst einmal, dass jemand gestorben war. Übersiedlungen fanden in kleinerem Rahmen statt.
Sie sollten mir glauben. Folgender Bericht über einen Brief ist nur fast gelogen. Über Agatha Christie kann man nachschlagen – oder noch besser ihre Bücher lesen.
Der Produzent ruft einmal wöchentlich an. Er ist hartnäckig, aber er hat kein Geld. Er braucht meine Zustimmung zu seinem Projekt, um Geld zu sammeln. Meine Geschichte, an der ich gerade arbeite, versteht er nicht...
Die Sache hat sich nämlich folgendermaßen begeben. Kaum einer weiß das. Ich denke, zum siebzigsten Geburtstag darf man sie erzählen.
Peter Patzak, geboren in Wien; Studium der Kunstgeschichte, Psychologie und Malerei in Wien; seit 1971 arbeitet er als Regisseur und ist seit 1993 o. Univ. Prof. an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien; einem großen Publikum wurde er mit seiner Parodie auf das Kriminalgenre mit der Serie "Kottan ermittelt" bekannt; Peter Patzak erhielt eine Vielzahl an Auszeichnungen, so u. a. Adolf Grimme Preis, UNESCO Preis, Goldene Kamera, Romy.
Phillippe, ein in die Jahre gekommener, berühmter und kranker Photograph, ist das Kraftfeld von Peter Patzaks Roman. Seine Passion des Bildermachens – in den Zwischenwelten verschiedenster Landstriche und Wüsten, wie auch Kunstnester und Metropolen angesiedelt – nimmt der Autor zum Anlass, die Mystifikationen der modernen Künstlerfigur mit einer Portion Selbstironie ebenso ernsthaft wie spielerisch zu variieren.
Der Zeichenlehrer hatte mit seinen Schülern einen salopp freundlichen Umgang. Für seine dreißig Jahre war sein Rücken viel zu geknickt, sein Haar viel zu grau, seine Brille viel zu dick und sein Geist seiner Zeit zu weit voraus...
Wir sind mittendrin in der Drehzeit, der Drehort liegt in Mähren. Der Film heißt "1945". Der Umgang mit Dekorationen, Kostümen, Fahrzeugen und Waffen versetzt uns in die Nachkriegszeit.