"Die grimmige Illusionslosigkeit dessen, der die Lebens- und Überlebensumstände im rumänischen Ceausescu-Staat genau registriert hat, treibt die Siebenbürgiscbe Sprechübung des rumäniendeutschen Lyrikers Franz Hodjak voran. Zum ersten Mal werden seine Gedichte, die sechs Publikationen der Jahre 1974 bis 1988 entstammen, dem bundesdeutschen Leser umfassend vorgestellt; zusammen mit neuen oder nur in Zeitschriften veröffentlichten Gedichten."
Die Bücher von Franz Hodjak bezeugen, wie der Ausreise ans der rumäniendeutschen Spracheremitage die Ankunft bei uns nur allmählich folgte. Ihr schreibt sich Franz Hodjak mit seinem neuen Gedichtbuch ein Stück weit näher - doch das Ankommen bleibt unsicher, nur eine Möglichkeit: Ankunft Konjunktiv.
Klingsor, Pferdedieb oder besser: Pferdehändler aus Siebenbürgen, begibt sich auf die Wartburg, um an einem Sängerstreit teilzunehmen. Er gerät in eine ganz fremde Welt: Der Sängerstreit hat längst stattgefunden, vor einem Jahr oder vor langer Zeit oder niemals. Wachen, Ritter, Artisten, ein Tanzbär, Zöllner, Gefangene bevölkern die Burg, auf der eigenartige Gesetze herrschen. Am merkwürdigsten freilich ist der Burgherr selbst, ein Tyrann mit musischen Neigungen und philosophischen Ambitionen. Alles scheint verkehrt hier: Unrecht, Verrat und Feigheit werden mit klugen Gründen gepriesen. Hodjak erzählt immer neue schillernde Geschichten, in denen die Figuren ihre Rollen tauschen, Sinn Unsinn wird, Grausamkeit komisch. Und umgekehrt. In einer skurrilen Parabel scheint eine gar nicht so ferne Welt auf, der man nur listenreich entkommen kann, wenn sie sich denn nicht ändern läßt.