Pragmatismus als Antiautoritarismus

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Inhaltsangabe

Nachdem Richard Rorty Ende der 1970er Jahre die westlich-neuzeitliche Philosophie einer grundstürzenden Kritik unterzogen hatte, setzte er sich sogleich an die Spitze einer intellektuellen Bewegung, die unter dem Label »Neopragmatismus« auch außerhalb der Philosophie enorm einflussreich geworden ist. Über die Jahrzehnte hat Rorty seine Version des Pragmatismus ständig erweitert und verfeinert, unter anderem in legendären Vorlesungen an der Universität von Girona. Sie bilden das Kernstück dieses Buches, das nicht weniger bietet als die finale Version von Rortys Spätphilosophie.

In ihrem Zentrum steht der Begriff des Antiautoritarismus, den Rorty als Hauptimpuls seines Denkens ausweist. Es gibt keine Autorität, die vorgibt, was wahr und richtig ist. Es gibt nur uns und unsere Meinungen, Ideen und Traditionen. Gute Ideen erkennt man daran, dass sie zum Wohl aller beitragen. Und um festzustellen, worin dieses Wohl besteht, muss man sich mit dem, was andere meinen und wollen, beschäftigen und bereit sein, die eigenen Ansichten zu revidieren. Der Antiautoritarismus, wie Rorty ihn versteht, fängt bei jedem Einzelnen an. Seine Währung ist Vertrauen, sein Medium ist das Gespräch, sein Ziel ist Emanzipation. Das ist die politische Botschaft von Pragmatismus als Antiautoritarismus.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 15.02.2023
  • Autor/Autorin: Richard Rorty
  • Übersetzung: Joachim Schulte (aus dem Englischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 203/130/32 mm
  • Seitenanzahl: 454
  • ISBN: 9783518587942
Pressestimmen
»Die Lektüre Rortys, soviel steht fest, hilft nicht nur dem westlichen Selbstbewusstsein, sondern auch der Vorstellungskraft auf die Sprünge.«
Jens Hacke, Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 12. März 2025
»Obgleich das Buch bereits vor fast 20 Jahren entstanden ist, bieten seine Überlegungen eine ganze Reihe von Anknüpfungspunkten für heutige Debatten, etwa darüber, wie wir globalen Krisen begegnen können, auf die es keine einfachen Antworten gibt und wo jeder Lösungsansatz mit neuen Konflikten einhergeht.«
Eva Murašov, tagesspiegel.de, 30. Juli 2023
»Richard Rortys Vorlesungen ... hatten eigentlich das Zeug zu einem Hauptwerk.«
Dieter Thomä, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Juli 2023
»Der von Suhrkamp verlegte Band ist ein Glücksfall. Mit Ironie und Tiefsinn geht es im Parforceritt durch die Geschichte der Philosophie. Man lernt eine Menge.«
Michael Hesse, Frankfurter Rundschau, 19. Juni 2023
»Mit seinen »diskursiven sozialen Praktiken des Anführens, Ermittelns und Bewertens von Gründen« versucht Rorty seinen philosophischen Kritikern zu entkommen, auch wenn er sich den Zusammenbruch des klassischen Weltbildes der Philosophie wünscht.«
Alexander Riebel, Tagespost, 23. März 2023
»Jetzt legt der Suhrkamp Verlag eine der grundlegendsten Arbeiten von Rorty vor, Vorlesungen nämlich, in denen er die wesentlichen Kernpunkte seines philosophischen Denkens ausbuchstabiert.«
Robert Misik, taz am wochenende, 17. Februar 2023
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Dieser letzte von Rorty selbst zusammengestellte Band kann als sein Vermächtnis gelesen werden. Religion und Moralphilosophie, Wittgenstein und Kant, Naturalismus, romantischer Polytheismus und immer wieder die analytische Philosophie und ihre »Heilung« durch den Pragmatismus sind die scheinbar disparaten Themen, die gleichwohl durch ein starkes Band zusammengehalten werden, nämlich die Frage nach der Rolle der Philosophie. Wie muss man philosophieren, um einen Beitrag zur menschlichen Kultur leisten zu können? Rortys Antwort: Man muss sich entscheiden, und zwar gegen den Elfenbeinturm und für den kulturellen Wandel durch das Gespräch.

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