Oskar Fiala und das Prinzip der kleinsten Wirkung

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Inhaltsangabe
Als Oskar Fiala, ein in der linken Sozialdemokratie verankerter, vergessener, unbekannter Autor, verarmt und namenlos, 1948 in einem Vorort von Leipzig starb, steht in seiner Todesurkunde die Berufsbezeichnung »Arbeiter, Tiefbau«. Der junge Journalist und Schriftsteller führte kreuz und quer durch Europa ein ruhe- und zielloses Wanderleben, dem erst der Weltkrieg ein Ende setzte. Immer wieder kam es dabei zu Schüben dissoziativer Störungen, zur Heranbildung einer neuen Identität, in deren Namen er die tollkühnsten Taten vollführte. Er sammelte Erlebnisse auf, die ihm als Welt in der Welt erscheinen wollten, in deren Beschränkungen er seine Eskapaden auszumalen wusste.
Oskar Fiala blickt unentwegt in seinen Welten in der Welt umher, verknüpft das Unverträgliche, jedoch dergestalt, dass ein ungeheimer Faden sich mitschlinge, wodurch das Ganze Um und Auf selbstverschränkt als bunte Einheit erscheint.

Oswald Eggers Buch über Oskar Fiala und das Prinzip der kleinsten Wirkung widmet sich dem Formen und Vermengen der Mengen und Unmengen von Erlebnisinhalten ineinander: Wie in einem Gewebe ineinandergreifende Fäden sich wechselständig lösen, halten und binden, so entsteht kein Gedanke, wortwörtlich für sich abgeschieden und vom Übrigen unterbunden, so fest und unauflöslich, so ineinander gewachsen, dass alles aus einem Stück besteht und zu bestehen scheint.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 28.10.2025
  • Autor/Autorin: Oswald Egger
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 221/142/17 mm
  • Seitenanzahl: 208
  • ISBN: 9783518432501
Darum lohnt sich dieses Buch

Das neue Buch des Georg-Büchner-Preisträgers 2024

Pressestimmen
»Die Grenzbereiche von Kunst, Wahn und Wirklichkeit sind das Terrain des Dichters Oswald Egger. Es ist eine beglückende Welt.«
Ulrich Hufen, WDR 3, 12. Januar 2026
»[Eggers] Arbeiten ... sprengen die Logik und loten Grenzen des Sagbaren aus. ... Dafür eine literarische Form zu finden, ist eine Kunst.«
Welf Grombacher, Nordkurier, 6. Dezember 2025
»Egger protokolliert, fabuliert und kreiert auf äußerst poetische Weise ein andersgeartetes Universum.«
Andreas Puff-Trojan, ORF, 16. November 2025
»[Es] gelingt [Egger] auf faszinierende Weise, seiner poetischen Elementarkunde ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Ein Buch, in dem die Gedanken tatsächlich ›zur Stirn hinaus‹ fliegen können.«
Nico Bleutge, Deutschlandfunk Kultur, 14. November 2025
»[Die besten Autoren] sind irgendwann eigene Genres ... Und Egger? Der ist im Begriff, eine ganze Literatur zu werden.«
Dietmar Dath, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Oktober 2025
»[Oswald Egger ist] ein Wortakrobat ... [Seine] sprachlichen Formulierungen fördern eigene Welten zutage ...«
»Eindrucksvoll ist die sprachliche, imaginative Filigranarbeit.«
Hans-Dieter Kübler, ekz.bibliotheksservice
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Entweder ich habe die Fahrt am Mississippi nur geträumt, oder ich träume jetzt

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Fließt – alles? Wie ein fortschreitend oskulierendes Wogengewölle in Form von Worten und Formen ohne Worte, Strudelungen, Zerstreuungen und Häufungen selbstüberwälzter Vorwärtswellen von Reverien, die über die Ufer der inneren Landschaft vorüberschwimmen. Als ob Beziehungslinien im »Bewusstseinsstrom«, die einander berühren und liieren, sich schneiden, überlagern und wiederhin verlieren – wie die Linien einer Hand. Ganz unscheinbare Verursachungen, die jeweils zu Wirk- und Fließlinien führen, setzten sich fort im grellen, kruden Wechsel der Wortbewegungsbilder selbst, der Gedankenhäufung, der Winke und Unstetigkeiten abrupt wechselnder Aspekte.
In seinem neuen, mit zahlreichen Zeichnungen und Malereien aufwändig gestalteten Buch folgt Oswald Egger der Erinnerung an die selber unerinnerte Erfahrung österreichischer Auswanderer nach Amerika in den Jahren 1880 bis 1919, folgt den geflüsterten und inwendigen Stimmenverbindungen, den Wirbelfäden des Erzählten durch Bergwerke und Wälder bis zum großen Gewässer: Wenn im Fließgefüge von Eindrücken und Empfindungen die Sätze, Wörter und Sachen als eine Menge kleiner Inseln erscheinen, wird der Mississippi zum Mainstream der verschwiegenen Geschichte der Ideen, die zwischen den Welten im Fluss sind.
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