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Inhaltsangabe
Das Erstaunliche dieses Buches ist, wie von einem so persönlichen, beinahe intimen Ansatz her Zeit, Welt und Geschichte eingeholt werden, wie aus einem solchen Mikrokosmos der Kosmos der Jahrhunderte sich vollkommen mühelos auffächert. Bedeutende Schriftsteller können gar nicht innerlich sein, sie sind immer welthaltig, also politisch, freilich in einem etwas intensiveren Sinne, als es der Markt heute erwartet.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 07.06.1991
Autor/Autorin: Marie Luise Kaschnitz
Einband: Taschenbuch
Auflage: 4
Verlag: Insel Verlag
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 176/106/17 mm
Seitenanzahl: 313
ISBN: 9783458330219
Herstellerinformationen
Insel Verlag Anton Kippenberg GmbH & Co. KG Torstr. 44 10119 Berlin DE
»Mein Buch Tage, Tage, Jahre ist kein Tagebuch im Sinne von heute dies oder das getan, den oder jenen gesehen, dies oder das gelesen. Es ist vielmehr eine Aneinanderreihung von Gedanken, Eindrücken, Erinnerungen, auch Gedankenspielen, wie etwa das Fremdenführspiel, in dem ich meine Wohnung beschreibe, das Landkartenspiel, bei dem früher gesehene Orte lebendig werden, das Wie-wäre-es-wenn-Spiel, bei dem ich bestimmte mögliche Situationen ausmale.« Marie Luise Kaschnitz
Menschen und Dinge 1945. Zwölf Essays: Vom Ich. Von der Friedrich Hölerlin "Hälfte des Lebens". Schwierigkeiten, heute Lebenserinnerungen von Ludwig Curtius. Einigen Schalen und Natur. Von den Dingen. Vom Wiedererwecken. Von der Gotteserfahrung. Von unserer Krankheit. Vom Wandern in der Tiefe. Von der Stille. Von unserern Kindern. Vom Hunger. Von der Schuld. Von der Verwandlung. Zwischen immer und nie. Gestalten und Themen der Dichtung: Engidu. Daniel und die Könige. Das Ärgernis. Tobias. Sappho. Lysistrata. Romeo und Julia. Prospero. Diotima. Mignon. Egmont und Klärchen. Werther. Wozzek. Undine. Brigitta. Anna Karenina. Die Frau ohne Schatten. La bête humaine. Zu Peer Gynt. Die Wildente. Fuhrmann Henschel. Mutter Courage. Lucky. Der Fremde. Liebeslyrik heute. Das Tagebuch. Gedächtnis, Zuchtrute, Kunstform. Georg Trakl. Eduard Mörike. Mein Gedicht. die Wahrheit zu schreiben. Rede auf den Preisträger Paul Celan. Georg-Büchner-Preis. Einzeln veröffentlichte und nachgelassene Prosa: Villa Borghese. Archaischer Apoll. Die Vigna. Wege durch Danzig. Aufzeichnungen. Das Gesicht der Heimat. Die schöne Melusine. Mythos. Friedrich Hölderlin. Frankfurt 1796-1798. Tagebuch 1945. Theatrum Sanitatis. Gedanken zur Gestaltenwelt Goyas. Rom. Die Kriegsjahre 1944/45. Linolschnitte von Getrud Sentke. Tagebuchblätter. Weg aus der Entfremdung. Blick aus dem Fenster. Der Wanderer und die Heimat. Rembrandt 1948. Was kann das heutige Schrifttum der Welt geben? - Was kann es vom Ausland aufnehmen?. Betrachtungen zum Deckengemälde der Cappella Sistina. Filippp Lippi und sein Meisterwerk. Die Frauen im "Gösta Berling". Der Freiburger Hochaltar des Meisters Hans Baldung Grien. Vom Wortschatz der Poesie. Vom Ausdruck der Zeit in der lyrischen Dichtung. Der Wunsch nach Verpflichtung. Harmonie und Widerspruch. Zu den Gefäßen des alten Orients. Neujahrsansprache 1951. Das Leben einer Rebellin. Joyce Cary neuer Roman "A Fearful Joy". Von der Unverdorbenheit des Menschen. Colettes jüngster Rom...
Marie Luise Kaschnitz hat während ihres ganzen Lebens Erzählungen geschrieben – die erste wurde 1919, die letzte in ihrem Todesjahr 1974 veröffentlicht. Die vorliegende Auswahl der »Suhrkamp BasisBibliothek – Arbeitstexte für Schule und Studium«, die so meisterhafte Erzählungen wie »Das dicke Kind«, »Der Bergrutsch«, »Lange Schatten«, »Schneeschmelze« und »Eisbären« enthält, ermöglicht einen profunden Einblick in die Entwicklung ihres Schreibens und zeigt die verschiedenen Ausprägungen und Erzählformen der Kurzgeschichte bei Marie Luise Kaschnitz. Ergänzt wird diese Auswahl nicht nur durch autobiographische Skizzen und autopoetologische Aussagen der Autorin, sondern auch durch einen Kommentar, der alle für das Verständnis des Buches erforderlichen Informationen enthält: eine Zeittafel zu Leben und Werk, ausführliche Hinweise zu den Themen, Charakteristika und ästhetischen Voraussetzungen der Kurzgeschichten, Literaturhinweise, die Entstehungs- und Textgeschichte sowie Wort- und Sacherläuterungen.