Michaela Kohlhaas

Roman | Eine tollkühne Überschreibung der berühmten Novelle von Heinrich von Kleist
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Inhaltsangabe

»Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder.« So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem Unrecht blutige Vergeltung übt. Sein Rachefeldzug ist noch zweihundert Jahre später Vorbild und Handlungsanweisung für Michaela Kohlhaas, eine stellvertretende Friedhofsverwalterin. Befeuert von erfahrener Willkür und Ohnmacht, wird sie zur Aufsässigen. Doch wo Michael Kohlhaas mordet und brandschatzt, agiert sie vorrangig mit Worten: mit Zuspitzung, Übertreibung, Sabotage und Show. Einer vermeintlichen Hexe gleich, zieht sie fluchend und Verwünschungen aussprechend durchs Land. Und muss feststellen: Es ist von Nachteil, eine Frau zu sein. Es ist von Nachteil, sich zu wehren. Doch selbst wenn alle Welt sie für wahnsinnig erklärt – sie geht »mit wehenden Fahnen« ihrem Ende entgegen, auf ein gutes Ende hoffend, und doch ahnend: Ein solches Ende wird es vielleicht nicht geben.

Heike Geißlers Michaela Kohlhaas ist eine tollkühne Überschreibung der berühmten Novelle von Heinrich von Kleist. Ihre Michaela ist eine Schimpfende, eine Stinkende, eine Zärtliche. Eine große Liebende, die nicht bloß Verbesserung will – sie verlangt Wiedergutmachung und Sühne. Und eine gänzlich andere Einrichtung der Welt.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 19.05.2026
  • Autor/Autorin: Heike Geißler
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 213/130/25 mm
  • Seitenanzahl: 253
  • ISBN: 9783518432808
Pressestimmen
»Was dieses Buch so faszinierend macht, ist die unglaubliche Kraft, die Poesie und der Reichtum der Sprache dieser Autorin. Mit ihr formt sie diese konkrete Frau zum wandelnden Symbol, real und mythisch zugleich.«
Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachirchten, 20. September 2026
»Eine radikale Gesellschaftskritik. ... [Heike Geißler erzählt mit] geschliffener Sprache und viel Wortwitz ...«
Barbara Beer, Kurier, 2. August 2026
»Es ist ein Buch voller starker, realistischer Bilder. Sie flirren mitunter ins Surreale. Ein ungewöhnlicher Erzählstil trägt dazu bei. ... Einerseits bewundert [die Ich-Erzählerin] den Mut und die Unbedingtheit der Anarchistin und probiert vergeblich den eigenen Ausbruch. Andererseits beobachtet sie mit Befremden deren Trotz und Starrsinn, der bis in die Selbstzerstörung führt. Diese zwiespältige Sicht dürften Leserinnen und Leser teilen.«
Karin Großmann, Sächsische Zeitung, 23. Juli 2026
»Geißler gelingt es mit bissigem Humor, ihre Figur zu einer Projektionsfläche zu machen, in der sich Ängste und Vorurteile gegenüber allem Fremden und anderen vereinen – oder einfach nur gegenüber jenen, die es wagen, das Bestehende infrage zu stellen und sich dagegen aufzulehnen.«
Valerie Bäuerlein, Berliner Morgenpost, 16. Juli 2026
»Michaela Kohlhaas lässt sich auf mehrere Arten lesen, auch als feministischer Schelminnenroman. Diese Uneindeutigkeit ist eine große Stärke. Und das Fremdeln mit der Sprache und der Figur ist von Geißler gewollt. ... Der Text ist anspielungsreich, humorvoll und bisweilen surreal ...«
Marcus Golling, Märkische Oderzeitung, 11. Juli 2026
»Verstörend und intensiv liest sich diese Geschichte, die einen anderen Blick auf die Gesellschaft erzwingt.«
Gabi Eisenack, Nürnberger Nachrichten, 3. Juli 2026
»Heike Geißler findet für ihre Geschichte einen wunderbar eingängigen Ton. Es ist ein sanftes, rhythmisches und dichtes Strömen. Gespickt mit schönen Formulierungen. Auch hat der Text seine komischen Seiten.«
Martin Oehlen, Kölner Stadt-Anzeiger, 26. Juni 2026
»Ein radikales Buchgegen jeden Anpassungsdruck.«
Hansruedi Kugler, Schweiz am Wochenende, 20. Juni 2026
»Es sind Sprachbilder voller Kraft und Witz, die Heike Geißlers Ich-Erzählerin schreibt und Michaela Kohlhaas denkt. Und [es geht um] nichts weniger als sprachliche Befreiungsschläge, weil hier die Welt aus neuen und überraschenden Blickwinkeln betrachtet wird.«
Wolfgang Popp, ORF, 12. Juni 2026
»[Ein] faszinierendes Buch ...«
Hamburger Abendblatt, 9. Juni 2026
»Das ist nicht nur als Gegenfolie zu Kleists Novelle, sondern als Gegenwartsdiagnose hochinteressant und lesenswer.«
Jakob Hayner, WELT AM SONNTAG, 7. Juni 2026
»... Heike Geißler schreibt die rasanteste, lebendigste Widerstandsprosa der deutschen Gegenwartsliteratur.«
Steffen Martus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Juni 2026
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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