



Kinder, die durchs Raster fallen
Inhaltsangabe
Immer mehr Kinder gelten in der Schule als »verhaltensauffällig« oder »problematisch«. Das deutsche Schulbarometer 2025 zeigt: Lehrkräfte nehmen wahr, dass es immer mehr Kinder und Jugendliche gibt, denen es psychisch nicht gut geht – und dennoch werden gerade diejenigen, die am meisten leiden, dafür verantwortlich gemacht. Statt nach den Ursachen zu fragen, werden ihre Schwierigkeiten vorschnell erklärt: mit mangelnder Erziehung, fehlendem Willen oder zu viel Medienkonsum.
Besonders neurodivergente Kinder – etwa jene mit ADHS oder Autismus – stehen dabei im Fokus. Ihr Verhalten wird häufig als Disziplinproblem gedeutet, obwohl es Symptom einer Überlastung durch starre Strukturen ist. Ein Kind, das sich nicht konzentrieren kann oder sensorisch überfordert ist, wird als »faul« oder »ungezogen« sanktioniert, statt Unterstützung zu erfahren. Damit bestätigt Schule immer wieder ein altes Muster: Kontrolle statt Empathie, Disziplinierung statt Anpassung der Rahmenbedingungen.
Die Forschung zur emotionalen Belastung zeigt: Nicht die Eltern sind die Hauptursache für auffälliges Verhalten, sondern die Schule selbst ist ein zentraler Belastungsfaktor. Strafen oder Elterngespräche dienen dabei oft weniger der Erziehung als der kurzfristigen Entlastung überforderter Lehrkräfte.
Corina Elfe bringt eine seltene Vielfalt an Perspektiven mit: Sie war 17 Jahre lang Lehrerin und Ausbilderin von Lehrkräften, ist Mutter neurodivergenter Kinder und selbst neurodivergent. Diese Erfahrungen ermöglichen ihr einen Blick, der alle Seiten einbindet – und sichtbar macht, wie viele Missverständnisse das Schulsystem bis heute prägen.
Gerade am Beispiel neurodivergenter Kinder wird sichtbar, dass wir es uns zu leicht machen, wenn wir die Verantwortung für schulisches Scheitern vor allem den Eltern oder den Kindern selbst zuschreiben. Solche Schuldzuweisungen führen kaum zu Lösungen, sondern halten alte Muster am Leben. Auch die viel beschworene Demokratiebildung wird missverstanden: Gemeint ist meist Anpassung an Ordnung und Leistungsbereitschaft – nicht echte Teilhabe und Inklusion.
Wer aber den Blick konsequent auf die Bedürfnisse neurodivergenter Kinder richtet, kann das Problem nicht länger missachten. Vielmehr wird deutlich, dass nicht sie sich verändern müssen, sondern dass Schule ihre Strukturen, Ziele und Haltungen grundlegend überdenken muss. Genau hier liegt der Schlüssel: Wenn wir Inklusion ernst meinen und Lernumgebungen so gestalten, dass neurodivergente Kinder nicht mehr ausgeschlossen werden, entsteht eine Schule, die allen Kindern gerecht wird.
Produktdetails
- Erscheinungsdatum: 28.04.2026
- Autor/Autorin: Corina Elfe
- Einband: Taschenbuch
- Auflage: 1. Auflage
- Verlag: Yes Publishing
- Sprache: Deutsch
- Größe (L/B/H): 210/135/19 mm
- Seitenanzahl: 272
- ISBN: 9783969054260
- Wie Schule Kindern schadet – insbesondere, wenn sie neurodivergent oder psychisch belastet sind
- Fundierte Systemkritik trifft auf konstruktive Lösungsansätze für ein Bildungssystem mit mehr Inklusion und Teilhabe
- Die Autorin war 17 Jahre lang Lehrerin, ist psychologische Beraterin, Bildungsinfluencerin, Mutter und selbst neurodivergent
- Unter dem Namen »Kapierfehler« betreibt sie einen Podcast zum Thema Neurodivergenz und Schule und hat 42.000 Instagram-Follower
Herstellerinformationen
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