Teil der Reihe: edition suhrkamp

Influencer

Die Ideologie der Werbekörper
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Paperback
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Inhaltsangabe

Menschen über dreißig kennen oft nicht einmal ihre Namen, für jüngere Jahrgänge sind sie Topstars: Influencer. Junge Erwachsene und sogar Kinder filmen sich beim Schminken, auf Reisen oder beim Sport und teilen ihre Tipps über soziale Medien mit ihren Fans. Dabei platzieren sie geschickt Produkthinweise und verdienen so ihren Lebensunterhalt – oder gar ein Vermögen.

Für Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt sind die Influencer symptomatische Sozialfiguren unserer Zeit. In der Abstiegsgesellschaft scheinen noch einmal Aufstiegsträume wahr zu werden, der Spätkapitalismus hübscht sein Gesicht mit Filtern und Photoshop auf, mit einer revolutionären Form der Werbung komplettieren Instagrammer und Youtuber das Geschäftsmodell des kommerziellen Internets. Bei aller ausgestellten Modernität, so Nymoen und Schmitt, beeinflussen die Influencer jedoch noch in einer weiteren Hinsicht den Zeitgeist: Indem sie rückwärtsgewandte Rollenbilder, Konsumismus und rigide Körpernormen propagieren, leisten sie einem konservativen Backlash Vorschub.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 09.03.2021
  • Autor/Autorin: Ole Nymoen,Wolfgang M. Schmitt
  • Reihe: edition suhrkamp
  • Einband: Paperback
  • Auflage: 4. Originalausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 206/124/18 mm
  • Seitenanzahl: 192
  • ISBN: 9783518076408
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Von den Machern der Podcasts »Wohlstand für alle« und »Die Filmanalyse«
  • Über 70.000 Abonnent:innen
  • Große Veranstaltungstour in Planung
Pressestimmen
»Nymoen und Schmitt gelingt es, das Gruselphänomen Influencer auf schaurig-schöne, teils auch süffisant-fiese und sehr witzige Art zu durchleuchten.«
Maxi Beigang, Berliner Zeitung, 29. Mai 2021
»Zuweilen im Plauderton, aber nie geschwätzig, und immer mit dem Blick auf konkrete Beispiele führen sie die Leserschaft an das Einmaleins der materialistischen Kulturkritik heran. Auf diese Weise gelingt ihnen eine Streitschrift, die selbst das Potenzial zum Klassiker hat – schonungslos und zugleich höchst unterhaltsam.«
Thomas Wagner, neues deutschland, 22. April 2021
»... klarer und kritischer hat bisher niemand auf die Influencer geblickt.«
Sebastian Puschner, der Freitag, 15. April 2021
»Es ist höchste Zeit, dass eine Analyse dieses Trends erscheint. Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt legen sie vor. Ihr Buch ... bietet eine so unterhaltsame wie faktenreiche Auseinandersetzung mit einem Phänomen, das seltsam schillert.«
Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung, 24. März 2021
»Mit Influencer – Die Ideologie der Werbekörper legen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt die scharfe Analyse eines hochaktuellen Phänomens vor. Die Autoren haben die problematischen Züge des neuen Geschäftsmodells im Internet auf verschiedensten Ebenen durchdacht. Sie zeigen auf, dass hinter Influencern weit mehr steckt als eine neue Form von Prominenz im Internet – und liefern damit jede Menge Anreiz zum kritischen Nachdenken.«
Florian Peking, Schwäbische Zeitung, 18. März 2021
»Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt haben ein bissiges, ein witziges, ein scharf argumentierendes und ein trauriges Buch geschrieben, ein Buch, das ein anderes Bild von der perfekt scheinenden Welt der Influencer vermittelt – ein ungeschminktes Bild.«
Sebastian Friedrich, NDR, 17. März 2021
»Nymoens und Schmitts Buch ist so verdienstvoll wie deprimierend. Verdienstvoll, weil Gesellschaftsanalytiker sich mit derlei im Einzelfall völlig unerheblich Scheinendem ja eher selten abgeben; deprimierend, weil man erst durch ihre Schilderungen darauf aufmerksam wird, wie gegenaufklärerisch es ist, was durch die Influencer normalisiert wird.«
Peter Praschl, DIE WELT, 13. März 2021
»Nymoen und Schmitt zeigen gekonnt, wie diese riesige Gelddruckmaschine funktioniert und welche Absurditäten und Gefährdungen sie hervorbringt.«
Oliver Weber, DIE ZEIT, 13. März 2021
»Dass es Schmitt und Nymoen gelungen ist, eine ausgewogene Balance zwischen Anspruch und Verständlichkeit zu finden, macht aus Influencer ein Werk, das Aufklärungsarbeit leisten kann – für selbstkritische Influencer ebenso wie für ihr Publikum.«
Christopher Hechler, Darmstädter Echo, 11. März 2021
»Eine brillant geschriebene Untersuchung eines Phänomens, das das Werbemarketing so rasant revolutioniert hat wie nur wenige Erfindungen zuvor – und dessen Kenntnis wegen seiner tiefgreifenden Änderungen des Medienkonsums vor allem junger Leute nicht nur für diese interessant ist.«
Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung, 9. März 2021
»Klug, kritisch und an vielen Stellen einfach witzig.«
Max Knieriemen, SWR, 8. März 2021
»Was genau [an Influencern] bedenklich ist, erklären die Autoren in ihrem klugen Buch, dessen Lektüre nicht nur für Eltern von ›influencten‹ Kids, sondern für alle Mitglieder des schönen neuen Medienuniversums ein Muss darstellt.«
Kirstin Breitenfellner, Falter
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde

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Ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz – fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus.

Die Verteidigungsfähigkeit wird zur «Kriegstüchtigkeit» umerklärt, die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro aufgerüstet, die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert: Die Zeichen stehen auf Mobilmachung, auch mental. Die Nation wird dabei zur großen Solidargemeinschaft verklärt, der ein jeder glücklich zu dienen hat. Und das nach Jahrzehnten der Entsolidarisierung, in denen die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten von neoliberalen Politikern für alternativlos erklärt wurde.
Ole Nymoen erhebt Einspruch: Die Behauptung, das Sicherheitsinteresse eines Staates falle notwendig mit dem seiner Untertanen zusammen, erscheint geradezu absurd. Immerhin sind es junge Männer wie er, die im Kriegsfall gezwungen sind, im Land zu bleiben und ihr Leben zu riskieren, ob sie wollen oder nicht. Ganz zu schweigen davon, dass der «Dienst an der Waffe» auch beinhaltet, mit dieser Waffe andere zu töten. Und wer bestimmt eigentlich über den «Waffengang»? Ist es wirklich der demos, das Volk?
Nicht kämpfen zu wollen für einen Staat, das ist vor diesem Hintergrund mehr als nur eine individuelle Verweigerung – nämlich ein Akt der Humanität und des Protests für mehr kollektive Selbstbestimmung.

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