WTFeminism
Man erkennt das Patriarchat sofort, wenn es anderen passiert. Selbst aber schläft man trotzdem mit einem Mann für ein bisschen Selbstwert, lächelt über den bescheuerten Kommentar eines Freundes und schweigt nachts in der U-Bahn. Und dann meldet sich die innere Stimme: «Herzlichen Glückwunsch, Sie haben soeben Ihren eigenen feministischen Ansprüchen nicht genügt, Game over, gehen Sie zurück an den Startpunkt!»
Lensi Schmidt bleibt genau da stehen, wo andere achtlos weitergehen, und ist dabei so offen, dass es manchmal wehtut. Sie fragt, warum sie begehrt werden wollte und was sie dafür bezahlt hat. Warum sie gewalttätigen Männern vertraut hat, die in linken Räumen Schutz finden. Oder was eine Feministin bei ihrer Abtreibung fühlen darf. Kein Erklärbuch, kein Zeigefinger, sondern ein Buch für alle, die ihren Feminismus manchmal verlegen wie den Haustürschlüssel und jemanden brauchen, der sie wieder reinlässt.
Denn wer sich selbst widerspricht, hat nicht verloren. Sondern gerade erst angefangen, ehrlich zu werden: mit sich selbst, mit den anderen und mit einem Feminismus, der nicht jeden Tag neu verdient werden muss.













