Teil der Reihe: edition suhrkamp

Halbzeug

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Inhaltsangabe

»Wo alles Text ist, da ist auch alles Lesen, da ist auch alles Schreiben.«

Wo alles Text ist, weil alles Code ist, gibt es kein Werk mehr, nur noch Halbzeug, vorgefertigtes Rohmaterial. Bilder, Filme, Töne, Wörter – im Digitalen ist alles offen dafür, wieder und weiterverarbeitet, transcodiert und prozessiert zu werden. Hannes Bajohrs Lyrikband beweist, dass aus recycelten Texten scharfsinnige Gedichte entstehen können. Inspiriert von der Avantgarde der Moderne, bedient er sich der Technik des 21. Jahrhunderts: Mit Hilfe von Algorithmen hat er u. a. die Romane Kafkas, Bundestagsprotokolle oder Klimaschutzberichte fragmentiert, transkribiert und neu geordnet. Seine Gedichte eröffnen so einen ganz anderen Blick auf Rezeption und Autorschaft im Zeitalter der Digitalisierung.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 13.03.2018
  • Autor/Autorin: Hannes Bajohr
  • Reihe: edition suhrkamp
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1. Originalausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 217/136/8 mm
  • Seitenanzahl: 109
  • ISBN: 9783518073582
Pressestimmen
»Bajohr macht uns mit synästhetischen Abenteuern vertraut und weckt die Lust, die Technik selber an anderen Gegenständen auszuprobieren.«
Hans Hütt, taz. die tageszeitung, 20. August 2018
»Er schafft atmosphärische Dichte und einen unmittelbaren Ausdruck, der nicht nur über die Lektüre des Konzepts, sondern über die Lektüre des Texts transportiert wird.«
Miriam Zeh, Deutschlandfunk, 18. Juli 2018
»Würde für diese Poesie eine Gottheit verantwortlich zeichnen, so wie einst Apollon für die bildliche und Dionysos für die unbildliche Kunst standen, so müsst in diesem Fall der Gott Proteus die Schutzherrschaft übernehmen. Jener Gott, der innerhalb kürzester Zeit seine Gestalt ändern konnte. Wann immer Bajohrs Proteuspoesie auf einer zündenden konzeptuellen Idee gründet, liefert sie erhellende Querschnitte von sprachlichen Milieus und Kulturen.«
Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Juni 2018
»Es ist ein spannendes Spiel mit den Worten, das der Literaturwissenschaftler hier inszeniert.«
Friederike Stephaudt, blog.goethe.de, 13. April 2018
»Bajohrs Buch macht, alles in allem, Spaß und regt an zur Auseinandersetzung mit der Materialität von Dichtung, Sprache, Ausdruck.«
Timo Brandt, signaturen-magazin.de
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Mit Programmen wie ChatGPT hat künstliche Intelligenz ein solches Niveau erreicht, dass es kaum noch möglich ist, zu erkennen, ob ein Text von einem Computer stammt oder von einem Menschen. Können Sie mit Bestimmtheit ausschließen, dass diese Zeilen von einem Algorithmus verfasst wurden?

Für die Rezeption von Geschriebenem bedeutet das eine Zeitenwende. Wenn wir stets unterstellen müssen, dass hinter einem Text KI steckt, ergibt die Unterscheidung natürlich/artifiziell keinen Sinn mehr – eine postartifizielle Ära bricht an. Hannes Bajohr erörtert, wie sich diese Verschiebung auf Zeitungsartikel oder wissenschaftliche Publikationen auswirkt und wie sie das literarische Lesen und Schreiben verändert.

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