1944, Italien: Die italienische Bauerstochter Francesca bringt in Aquino den Sohn eines deutschen Soldaten zur Welt. Aus Scham geben ihre Eltern das Kind als ihr eigenes aus. Francesca verdingt sich als Gastarbeiterin in Köln und holt Giovanni nach. Er wird nie erfahren, wer sein Vater ist.
1962 ist die junge Doro von Giovanni schwanger. Da ihr Vater die Ehe mit einem Italiener nie akzeptieren würde, heiratet Doro den Ingenieur Werner und gibt ihre Tochter Hanna als sein Kind aus. Die Wahrheit vergräbt sie in sich.
2004 spürt Hanna der unerklärlichen Fremdheit in ihrem Leben nach. Dem, was fehlt. Bis sie endlich aufdeckt, was über Generationen so sorgsam verschwiegen wurde.
Drei Frauen. Drei verschiedene Jahrzehnte. Ein Geheimnis, das alles verändert.
Eine bewegende deutsch-italienische Familiengeschichte, in der die Erfahrungen der ersten italienischen Gastarbeitergeneration fortwirken.
»Dann los«, sagt Nduja und schaut auf die Küchenuhr mit dem Sekundenzeiger, die über der Tür hängt. »Jetzt!«
Und Francesca packt ein, so schnell sie kann: Fusilli, Rigatoni, Farfalle, Conchiglie, Tortiglioni, Riccioli, jeweils drei und für jede Sorte eine Farbe. Nudel ins Papier, Papier zudrehen und dann hinein in den ausgeleerten Besteckkasten.
»Stopp!«, sagt Patrizia, als sie fertig ist.
»Settantasette«, sagt Nduja. »Siebzehn Sekunden zu viel. So wird das garantiert nichts!«
»Nochmal“, sagt Loretta. Sie packt die Nudeln wieder aus und glättet das Stanniolpapier. »Pronto?«
»Pronto«, sagt Francesca, und das Ganze geht von vorne los.
Nach acht Versuchen erreicht sie zum ersten Mal die geforderte Zeit, die nächsten fünf Versuche schafft sie unter einer Minute.
Intensiv und emotional erzählt: über die Sehnsucht nach Freiheit und Wurzeln, über Mütter und ihre Kinder und die Kraft der Wahrheit nach langem Schweigen.
Der neue Roman vom Autor des SPIEGEL-Bestsellers ›Gussie‹
»Ein Familienroman, erzählt von drei Frauen aus drei Generationen. Die Geschichte beginnt 1943 in einem italienischen Dorf und führt über das Deutschland der 50er Jahre mit den ersten Gastarbeitern bis in die Gegenwart. Es geht um Herkunft und Identität, um die Frage, wie wir zu denen werden, die wir sind – auch durch die Geschichte unserer Eltern und Großeltern.« Autor Christoph Wortberg