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Inhaltsangabe
Die Überwachungsdiktatur ist fast perfekt. Jeden Tag wird ein anderes westliches Land autokratisch. Algorithmen ersetzen Menschen, Menschen ersetzen einander, es gibt kaum noch Platz für Träume, außer in der Musik. Aber vier Jugendliche versuchen sich in einer Revolution. Begleitet von Grime, der besten britischen Erfindung seit Punk. Das ist keine Dystopie. Es ist die Welt, in der wir leben. Heute. Und vielleicht morgen. Es wird nicht schlimm. Nur – anders. Willkommen in der Welt von GRM.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 10.09.2020
Autor/Autorin: Sibylle Berg
Einband: Taschenbuch
Auflage: 4. Auflage
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 640
ISBN: 9783462000207
Herstellerinformationen
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG Bahnhofsvorplatz 1 50667 Köln DE
1. Januar 2016. Sibylle Berg ist in Tel Aviv, Familienbesuch – und draußen knallt es. Sind das Böller? Nein. Es ist ein Anschlag. Sibylle Berg ist viel auf Reisen gewesen, jetzt ist der Spaß vorbei. Wollen wir in einer Welt herumfahren, die zur Kampfzone geworden ist? Sibylle Berg erzählt, wie die Welt war, als wir noch Fernweh hatten: schön, abenteuerlich, romantisch. Und sagt, wie sie heute, im 21. Jahrhundert ist: zum Weglaufen. Aber wohin?
Jede Woche beantwortet Sibylle Berg im Spiegel fundamentale Fragen des Lebens. Nun legt sie ihre definite Benimm- und Überlebensfibel vor. Fragen, die man nicht zu stellen wagte, werden endlich in schonungsloser Offenheit beantwortet: »Ist es eigentlich noch cool, in die Provence zu reisen?«, »Kann ich mit 46 Jahren die Haare noch lang und offen tragen?«, »Warum ziehen sich Frauen für Herrenmagazine aus?«. Bissig, ironisch und skrupellos beleuchtet Sibylle Berg die drängendsten Belange unserer Zeit. Ihre Texte machen nachdenklich, sie schockieren und sie verzaubern.
»Das ist kein Roman, das ist ein Manifest.« ›Die Welt‹
Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht. Zu dick, zu groß, im Suff gezeugt. Der Vater schon vor der Geburt abgehauen, die Mutter bald danach. Im kalten Sommer 1966 geboren, wandelt er durch die DDR, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Warum, fragt er sich, machen die Menschen dieses Leben noch schrecklicher, als es schon ist? Toto geht in den Westen, wo der Kapitalismus zerstört, was der Sozialismus verrotten ließ. Nur zwei Dinge machen ihm Hoffnung – das Wiedersehen mit Kasimir und das Singen.
»Ein Plädoyer für mehr Gleichmut in der Liebe.« Kristina Maidt-Zinke in ›Die Zeit‹
Eine Frau liebt einen Mann, weil der die Frau liebt. Was kann man sich Besseres wünschen? Doch die Welt kennt kein Pardon: Auf einer Reise nach China kommt der Mann gleich wieder abhanden, und man fragt sich, ob das mit rechten Dingen zugeht. Warum sucht man nach Veränderung, wenn man das Glück gefunden hat? Warum bleibt man nicht dort, wo man glücklich ist? Sibylle Berg erzählt eine moderne Liebesgeschichte und zeigt mit so melancholischen wie bösartigen Bildern eine Welt, in der man höchstens zu zweit überleben kann.
Revolution machen kann (fast) jeder. Eine neue Gesellschaftsordnung aufbauen: das schaffen nur ein paar Nerds. Und Sibylle Berg. Nach einer gelungenen Revolution, die das Finanz- und Gesellschaftssystem sanft beseitigt hat, wird sie endlich errichtet: die schöne neue Welt nach dem Kapitalismus.
In dieser Welt ist alles verschwunden, woran die Menschen zu glauben gelernt hatten, in der jeder erstaunt bemerkt – dass es möglich ist, ohne Angst zu existieren und ohne sein Leben an einen Arbeitgeber zu verkaufen. Vom Wohnen bis zur Landwirtschaft, von der Art Urlaub zu machen bis zu der Frage: Wohin mit der Bürokratie? erfindet sich Europa neu. Aber: Was interessiert Don Europa? Sie ist in Italien, dem besten Ort, um auf Ruinen etwas Neues zu errichten.
Endlich in einem Band: die schönsten Gedichte von Sibylle Berg. Für besinnliche Gebete am Esstisch, als Geschenk unterm Weihnachtsbaum, zum Vorlesen für die lieben Kinder am Abend, als lieben Gruß an den Ex-Freund oder den Hoffentlich-bald-Freund. Sozusagen ein Bukett für die schönste Zeit des Lebens: immer!
Wenn wir von der Liebe sprechen,
Dann meinen wir die Bank damit,
Auf der wir alt und greis einst sitzen,
Wir halten unsre Knochenhände,
Er legt den Kopf in meinen Arm,
Ich streichle ihn doch sehr behände,
Das ist Herr Schmitt, er ist mein Mann.
Es gibt Dinge im Leben, denen man nur mit Reimen begegnen kann. Dem rasanten Verfall von allem, außer einem selbst, dem Menschen, neben dem man jeden Morgen aufwacht. Nieselregen, Neonlicht, Nekrophilie. Sibylle Bergs Gedichte sind Gesänge an die große Sinnlosigkeit. Für die Figuren, die sie bevölkern, gibt es keine Rettung. Und trotzdem kann man nicht genug bekommen von diesen mal bitterbösen, mal mitfühlenden, immer aber furios-witzigen Texten, deren Balladen-Sound gnadenloses Ohrwurmpotenzial hat.
Manchmal gibt es diese historischen Momente, in denen Mauern eingerissen werden, Frauen studieren und wählen dürfen, Rassismus nur noch in einigen Köpfen existiert, Geschlechter keine Rolle mehr spielen, in denen verschwindet, was Menschen hunderte Jahre lang für ein Naturgesetz hielten. »RCE« erzählt von einem davon.
Sibylle Bergs großer neuer Roman setzt da an, wo der erste Band der Trilogie, »GRM«, endete – in unserer neoliberalen Absurdität, in der der Einzelne machtlos scheint. Der Kapitalismus ist alternativlos geworden. Das beste aller Systeme hat wenigen zu absurdem Reichtum verholfen und sehr vielen ein menschenwürdiges Dasein genommen. Die Krise ist der Normalzustand, Ausbeutung heißt nicht mehr »Kolonialismus«, sondern »Förderung strukturschwacher Länder«. Inflation, Seuchen, Kriege, Diktatoren, Naturkatastrophen, Müllberge. Und die Menschheit vereint nur noch in ihrer Todessehnsucht. Die Lage scheint ausweglos. Aber in einem abhörsicheren Container brennt noch Licht. Fünf Hacker programmieren die Weltrettung …
Sibylle Bergs große Erfolge – jetzt bei KiWi in fantastischer neuer Reihengestaltung.
Von der rastlosen Suche nach immer neuen Erlebnissen, von der irren Hektik Reisender, die konsumieren, statt zu sehen, und von der banalen Wahrheit, dass man niemals »von sich weg« reisen kann, erzählt »Die Fahrt«. Dieser Episodenroman, der auf einer Weltreise der Autorin basiert, ist eine konsequente Fortschreibung ihres Verfahrens der kurzen Psychogramme. Die getriebenen Menschen, mit denen man hier eine Wegstrecke teilt, wird man nie wieder vergessen.
Sibylle Bergs große Erfolge – jetzt bei KiWi in fantastischer neuer Reihengestaltung.
Lange vor den massiven Terroranschlägen in westlichen Ländern und den sichtbaren Folgen des Klimawandels, erzählt dieser düster-hellsichtige Roman von der Odyssee einer Frau quer durch ein Europa, das von Suchen, Attentaten und Flutkatastrophen heimgesucht wird. »Wo gibt es noch einen sicheren Ort zum Leben?« Nie war diese Frage drängender. Hier wird sie überraschend, mit viel Liebe zum Menschen und humorvoller Melancholie beantwortet.