Geschichte eines Kindes

Roman
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Inhaltsangabe

In einer US-amerikanischen Kleinstadt wird 1953 ein Junge geboren und noch in derselben Nacht von seiner ledigen Mutter zur Adoption freigegeben. Der Skandal: Das Baby scheint nicht »weiß« zu sein. Als die junge Frau sich weigert, die Identität des Vaters preiszugeben, beginnt eine Sozialarbeiterin mit akribischen Nachforschungen, um die wahre ethnische Herkunft des Kindes zu ermitteln.

Klug und berührend erzählt der Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht, wie wir aufeinander schauen und was wir glauben, im anderen zu sehen, und wie die fatale Idee von »Rasse« bis heute nicht nur die Gesellschaft prägt, sondern auch tief in private Lebenswege eingreift.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 21.11.2023
  • Autor/Autorin: Anna Kim
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 190/120/20 mm
  • Seitenanzahl: 221
  • ISBN: 9783518473641
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2022
  • Österreichischer Buchpreis 2022 (Shortlist)
  • Platz 1 der SWR-Bestenliste, ORF-Bestenliste
Pressestimmen
»Kim lässt nichts ungesagt, strebt eine ehrliche Debatte an, will Mechanismen aufdecken, aussprechen, was ist, statt Bedrückendes auszublenden.«
Maria Frickenstein, Neue Westfälische, 27. April 2023
»Ein kunstvoll verschachteltes Fragespiel, das Einblick in unsere Vorstellungen von Herkunft gibt.«
Meike Schnitzler, Brigitte, 12. Oktober 2022
»Über Rassismus schreiben viele, ... [a]ber nur wenige tun das so glaubhaft, klug und an die Nieren gehend wie Anna Kim.«
Günter Kaindlstorfer, ORF, 2. Oktober 2022
»Die Geschichte eines Kindes [wirkt] leise, still, berührend ... Kims Roman ist fern jedes appelativen Aktivismus.«
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel, 25. September 2022
»Geschichte eines Kindes ist also nicht nur ein Buch über Rassismus, es ist auch ein Buch über defizitäre Mutter-Kind-Beziehungen, die eines noch mal unterstreichen, nämlich die gefährliche Aufladung biologistischer Herkunftsnarrative, die einen, kaum dem Mutterschoß entwunden, fortan bestimmen sollen.«
Veronika Schuchter, Die Furche, 22. September 2022
»Anna Kim hat hier ein intelligent komponiertes ... Buch geschrieben, das den aktuellen identitätspolitischen Debatten historische Tiefe gibt.«
Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. September 2022
»[Anna Kim] stellt die Frage, wie ein aktueller Roman von Rassismus und Zugehörigkeit erzählen kann ... [Geschichte eines Kindes] gibt keine einfachen Antworten ...«
Anke Dörsam, taz am wochenende, 28. August 2022
»... aufwühlend, komplex und bestens geeignet, Leserinnen und LEser über die letzte Seite hinaus zu beschäftigen. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen, sobald das Buch zugeklappt ist.«
Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau, 25. August 2022
»Die quälende, heute völlig unkorrekte Sprache der Dokumentation, die feinsinnigen, oft poetischen Beobachtungen der Rahmengeschichte, erzählen vom Politischen im Privaten – und umgekehrt. Stark und aktuell!«
Karin Waldner-Petutschnig, Kleine Zeitung (AT), 22. August 2022
»Anna Kim versucht auf sprachlich unterschiedlichen Ebenen, mehrere Themen zu umkreisen. ... scharfsinnig und berührend.«
Carsten Hueck, Deutschlandfunk Kultur, 15. August 2022
»Es ist der beste österreichische Roman des Jahres ...«
Peter Pisa, Der Kurier, 13. August 2022
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Das verlorene Jahr

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Jeden Sonntag besucht Hanna mit ihrem kleinen Sohn Jacob die Großmutter Ok-hi am Stadtrand von Wien. Oma, ruft Jacob, sobald sich die Tür öffnet, dann ŏm-ma, »Mama« auf Koreanisch, und läuft ihr entgegen. Jacob glaubt, ŏm-ma bedeute »Oma«, Hanna korrigiert ihn. Dabei ist Koreanisch für sie schon lange keine Muttersprache mehr, mal fehlen ihr einzelne Wörter, mal ganze Sätze; und Ok-hi spricht kaum Deutsch. So brüchig wie die Sprache ist auch ihre Beziehung. Ok-hi hat Hanna, als diese zehn Jahre alt war, allein in Wien zurückgelassen, in der Obhut einer Nachbarin, um sich in Seoul um ihren kranken Mann, Hannas Vater, zu kümmern. Vor der Geburt Jacobs dachte Hanna kaum an diese Zeit, doch seit sie selbst Mutter ist, kann sie immer weniger Verständnis für Ok-his Entscheidung aufbringen. Als Ok-hi Hanna bittet, sie nach Südkorea zu begleiten, um das Grab ihres Mannes nach Wien zu verlegen, bricht die Wunde von damals erneut auf.
Das verlorene Jahr erzählt von Verlusten – der Mutter, der Sprache – und von der Trauer, die daraus folgt. Aber auch von dem Wunsch nach Versöhnung und der tröstenden Erkenntnis, dass sich eine Muttersprache neu erfinden lässt, voller Zartheit und Liebe.
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