Frei

Erwachsenwerden am Ende der Geschichte | Ein fesselndes Memoir über das poststalinistische Albanien
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Inhaltsangabe

Albanien 1989 – es herrschen Mangelwirtschaft, die Geheimpolizei und das Proletariat. Für die zehnjährige Lea ist dieses Land ihr Zuhause: ein Ort der Geborgenheit, des Lernens und der Hoffnung. Alles ändert sich, als die Mauer fällt. Jetzt können die Menschen wählen, wen sie wollen, sich kleiden, wie sie wollen, anbeten, was sie wollen. Aber die neue Zeit zeigt bald ihr hartes Gesicht: Skrupellose Geschäftemacher ruinieren die Wirtschaft, die Aussicht auf eine bessere Zukunft löst sich auf in Arbeitslosigkeit und Massenflucht. Das Land versinkt im Chaos, und Lea beginnt sich zu fragen, was das eigentlich ist: Freiheit.

In hinreißender Prosa erzählt die Autorin ergreifend über das Erwachsenwerden im poststalinistischen Albanien und in einer schillernden Familie, die vom Sturm der Geschichte erfasst wird.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 17.05.2023
  • Autor/Autorin: Lea Ypi
  • Übersetzung: Eva Bonné (aus dem Englischen)
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 12
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 190/118/25 mm
  • Seitenanzahl: 333
  • ISBN: 9783518473245
Darum lohnt sich dieses Buch
  • RSL Ondaatje Prize 2022
  • Baillie Gifford Prize for Non-Fiction 2021 (Shortlist)
  • Bestseller in Focus, stern und Börsenblatt
  • Sachbuch-Bestenliste
  • Costa Book Awards 2021 (Shortlist)
Pressestimmen
»Lea Ypi … schreibt so klug, witzig und warm über ihre Kindheit, dass man die Tragik ihres Familienschicksals mitunter fast vergisst.«
Tanja Brandes, Rheinische Post, 1. September 2025
»[Ein] eindringliches Buch ... Eine politische Autobiografie, die zugleich eine neue Geschichte Europas aus albanischer Sicht erzählt.«
Martina Läubli, NZZ am Sonntag, 30. März 2025
»Ein leuchtendes Memoire über ein vergessenes Stück Europa. Hinreißend erzählt.«
Peter Neumann, DIE ZEIT, 17. November 2022
»Lea Ypis Buch ist keine klassische Autobiographie, sondern eine kluge Komposition aussagekräftiger Szenen, in denen Tragik und Absurdität, Freude und Grausamkeit nahe beieinander liegen.«
Kerstin Maria Pahl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Juli 2022
»Die Autorin Lea Ypi schildert fesselnd ihre Desillusionierung vom Sozialismus und vertraut weiterhin darauf, dass der Kampf um eine bessere Zukunft weitergeht.«
Eva Behrendt, taz am wochenende, 30. April 2022
»[Es] gelingt Ypi, ihre Kindheitsgeschichte für den Leser so zu erzählen, dass er seine eigenen Erfahrungen, in denen der Autorin wiederfindet. Gleichzeitig lässt sie keinen Zweifel an den Unterschieden, am Ausmaß von Demütigung und Leid, die diese Zeit für die Albaner bedeutete.«
Fokke Joel, neues deutschland, 20. März 2022
»Lea Ypi ist etwas sehr Schönes gelungen. Sie durchbricht das sich aus Nicht-Wissen nährende kühle Desinteresse, mit dem wir den weißen Flecken auf unserer inneren Landkarte begegnen. Albanien hat nach dem Lesen des Romans einen ganz und gar anderen Klang.«
Kathrin Gerlof, der Freitag, 17. März 2022
»Wenn dieses Memoir vor allem ein erinnerungssattes Stück erzählender Prosa ist, so läuft doch ständig eine theoretische Gegenstimme mit: Der unverwechselbare Ton von Frei entsteht aus dieser Zwitterhaftigkeit.«
Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel, 16. März 2022
»Indem Ypi eine Sprache jenseits der Theorien findet, zeigt sie, dass sich Freiheit nicht in Ideen begreifen lässt, sondern, wenn überhaupt, nur in den Momenten ihrer Verwirklichung.«
Harald Staun, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13. März 2022
»Was Lea Ypis Biografie auszeichnet ... ist kein wohlfeiler Jubel über die errungene Freiheit im Westen, sondern ihre verwurzelte Skepsis als Folge von Gewalt, Lügen, Entbehrungen. ... Ihr schönes Buch lässt die Leser darüber nachdenken, dass Freiheit zuweilen kein Preisschild hat – aber immer einen Preis.«
Dirk Schümer, DIE WELT, 13. März 2022
»Frei ist grandios erzählt, voller unvergesslicher Szenen und Figuren, ein Buch, das man nicht aus der Hand legen mag.«
Uli Hufen, Deutschlandfunk, 13. März 2022
»Frei ist grandios erzählt, voller unvergesslicher Szenen und Figuren, ein Buch, das man nicht aus der Hand legen mag. Es ist aber auch völlig offensichtlich das Werk einer rigorosen Denkerin, die sich angesichts der eigenen Biografie harte Fragen stellt und kluge Antworten findet.«
Deutschlandfunk, 13. März 2022
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Die Architektonik der Vernunft

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Die Vernunft ist ein vielfältiges Vermögen. Ein vernünftiges Wesen erkennt, wie die Dinge sind; zugleich kann es sich vorstellen, was sein soll, und entsprechend handeln. Wie aber können zwei scheinbar so verschiedene Fähigkeiten – Erkennen und Handeln – als Teile desselben Vermögens begriffen werden? Lea Ypi geht der Einheit der Vernunft in einem oft vernachlässigten Kapitel von Kants Hauptwerk nach: der »Architektonik der reinen Vernunft«. Die Vernunft gleicht hier einem Bauwerk, dem ein Plan zugrunde liegt, der jedem Bestandteil seinen festen Platz zuweist. Doch ihr theoretischer und ihr praktischer Teil werden von einem fragilen Bindeglied zusammengehalten, an dem sich die Stabilität des Ganzen entscheidet. Diesem spürt dieses meisterhafte Buch nach.

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