Wie KI uns ärmer macht – und Konzerne mächtiger
In der Tech-Welt ist ein Zentaur ein Mensch, der mithilfe von Technik besser und produktiver arbeitet. Ein umgekehrter Zentaur dagegen muss der Maschine zuarbeiten, und zwar in einem Tempo, das kein Mensch durchhält. Der Paketfahrer, dem die Software Punkte abzieht, wenn er vor einem Hindernis bremst. Die Lagerarbeiterin, die weder essen noch zur Toilette gehen darf. Der Programmierer, der in kürzester Zeit Unmengen an Code produzieren soll. Ob Technik uns hilft oder quält, hängt nicht vom Gerät ab, sondern davon, wer bestimmt, wann und wie wir es nutzen.
Doctorow nutzt KI selbst und ist kein Technikfeind. Umso schärfer rechnet er mit dem Hype ab. Die Tech-Konzerne haben Hunderte Milliarden in Rechenzentren gesteckt und müssen ihren Anlegern Wachstum versprechen. Analysten beziffern den Wert von KI auf 16 Billionen Dollar – eine Rechnung, die nur aufgeht, wenn KI in großem Stil menschliche Arbeitskräfte ersetzt.
Doctorow fragt nicht nur, was KI kann, sondern für wen sie arbeitet und auf wessen Kosten. So betrachtet ist die Geschichte der KI tatsächlich dramatisch – nur ganz anders, als die Konzerne sie erzählen. KI hat eine Investitionsblase erzeugt, die groß genug ist, um die gesamte Weltwirtschaft in Gefahr zu bringen.
Das Buch zeigt,
- warum KI die meisten Jobs gar nicht erledigen kann – und Menschen trotzdem ihre Arbeit kostet,
- weshalb ein strengeres Urheberrecht Kreative nicht vor KI schützt,
- was nach dem Platzen der Blase an nützlichen Werkzeugen bleibt
- und warum nicht Tech-Milliardäre darüber entscheiden sollten, wie wir KI nutzen.
Doctorow verbindet scharfe Analyse mit Witz und Streitlust. Er erzählt, wie wir in diese Lage geraten sind – und wie ein Leben »nach« der KI aussehen kann, in dem die Werkzeuge für uns arbeiten und nicht umgekehrt.


