Abspielbar auf Smartphone, Tablet, Computer und in vielen Audio-Apps.
Hörbuch Download
Dateiformat:MP3
Inhaltsangabe
Der Boden in den Gängen im Hotel Bauer ist aus Kunststein. Vom vielen Aufwaschen sieht er an manchen Stellen ausgelaugt aus, was ihm den stumpfen Ton der Armut gibt. Dafür ist er immer sauber wie die Böden in Krankenhäusern. Als könnte man nichts als die weißen Körnchen eines Scheuermittels spüren, würde man niederknien und vorsichtig an seinen Fliesen lecken.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 01.09.2023
Autor/Autorin: Anonym
Gelesen von:Markus Pol
Format: Hörbuch-Download
Dateiformat: MP3
Verlag: AUDIO MEDIA DIGITAL HÖRBUCH
Sprache: Deutsch
Abspielbar auf: Abspielbar in MP3-kompatiblen Apps, Smartphones und Playern.
Spieldauer: 14 Minuten
ISBN: 9783991584971
Lieferung: Sofort als Hörbuch-Download
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Heute Nachmittag war der Chef da und hat sich mächtig darüber aufgeregt, was für eine Bruchbude dieses Hotel ist. Er tut das jedes Jahr, wenn die Blätter von der Kastanie fallen, die im Frühling und im Sommer das Gebäude verdeckt, und die heruntergekommene Fassade sichtbar wird.
Warten auf Angie: Viele Leute in der Szene reden von Adolf Hitler. Dabei haben sie gar keine Ahnung von ihm. Zum Beispiel weiß kaum jemand von denen, wann Hitlers Freundin Eva Braun geboren wurde. Ich schätze, sie müsste jetzt 75 oder 80 Jahre alt sein. Genau weiß ich es selbst nicht. Für mich spielt das auch keine große Rolle. Ich bin ein Gabba, Technoszene. "Gabba" steht für "freundschaftlich neutral", und das bin ich eigentlich auch.
Angies Liebe zu sich selbst: Ich konnte heute an keinem einzigen Laden vorbeigehen, ohne im Schaufenster nach meinem Spiegelbild Ausschau zu halten. Normalerweise will ich nicht eitel wirken, aber heute habe ich mich vor den Glasscheiben gedreht wie vor richtigen Siegeln. Ich habe auf offener Straße die Arme in die Hüften gestemmt und stolz den Kopf in den Nacken geworfen.
Ich konnte heute an keinem einzigen Laden vorbeigehen, ohne im Schaufenster nach meinem Spiegelbild Ausschau zu halten. Normalerweise will ich nicht eitel wirken, aber heute habe ich mich vor den Glasscheiben gedreht wie vor richtigen Siegeln. Ich habe auf offener Straße die Arme in die Hüften gestemmt und stolz den Kopf in den Nacken geworfen.
Obwohl keine einzige Wolke am Himmel stand, riss ein Blitz einen erwachsenen Mann von seinem Mountainbike und tötete ihn. Das haben sie gerade im Fernsehen gebracht. Wetterforscher behaupten, dass der Blitz von einem Gewitter kam, das siebzehn Kilometer südwestlich des Unfallortes hinter einer Hügelkette niederging.
Es war eine sternenklare Julinacht. Ich war sieben Jahre alt und musste jeden Abend mit dem Gebetläuten der Kirchenglocken daheim sein. Um acht Uhr war für mich Schlafenzeit. Ich stamme von einem Bauernhof im niederösterreichischen Tresdorf, oberhalb von Leobersdorf. Wir hatten das Jahr 1968.
Ich komme aus Bulgarien und bin 42 Jahre alt. Daheim habe ich zwei Töchter, 21 und 18. Ich bin Katholikin, obwohl meine Eltern Kommunisten waren. Ich interessiere mich auch für andere Religionen. Manchmal frage ich mich, warum es so viele Darstellungen von Jesus Christus gibt, aber keine von Allah.
In jungen Jahren habe ich wie ein italienischer Papagallo ausgesehen. Die Frauen haben mich geliebt, und ich sie, und ich hatte immer Stil. Ich hätte nie ein Goldkettchen getragen, denn wer so etwas tut, will Reichtum zeigen, obwohl diese Rechnung nicht aufgeht: Selbst ein Kilogramm Gold ist nicht besonders viel wert, und doch wäre es mühsam, es um den Hals zu tragen.
Von gefallenen Mädchen und freizügigen Lebedamen: Ein leidenschaftliches Frauenschicksal, Klassiker der erotischen Literatur, erstmals in einem überarbeiteten Hörbuch. Der Briefroman "Aus den Memoiren einer Sängerin" führt in die sinnenfrohe Welt der anonymen Heldin und ihrer sexuellen Eskapaden.
Gesprochen unwiderstehlich von Angela Schneider, die Stimme der Wiener U-Bahn!
Meine Geschichte handelt an einem nasskalten Donnerstag im Frühherbst des Jahres 1968. Ich war damals 27 Jahre alt und arbeitete im Hotel Schwarzinger, das später der U-Bahn weichen musste. Ich war seit zwei Jahre geschieden und fühlte mich in dem Hotel wegen der familiären Stimmung unter dem Personal recht wohl. Einer der großen Vorteile des Schwarzinger gegenüber dem Hotel Bauer, in dem ich jetzt mein Geld verdiene, waren die vielen Parkplätze. Die sind für mein Geschäft wichtig, weil Kunden weiterfahren wenn sie nicht parken können.
Nachmittags scheint die Sonne auf die Vorderseite des Hotels Bauer, und ich genieße sie, wenn ich neben dem Eingang auf Kunden warte. Würde sie auf die gegenüberliegende Hauswand scheinen, würde ich mich trotzdem nicht hinüberstellen. Ich gehöre hierher zum Hotel, dessen Territorium bis zur Kante des Gehsteigs reicht. Diesseits der Kante leben wir Huren, jenseits die Freier und ihre Familien und Freunde. Diesseits ist alles klar, jenseits beginnt die Fremde. Ich arbeite seit 35 Jahren im Hotel Bauer, sechs Jahre davon war ich allerdings stumm.