»Du mußt gegen den Wind laufen«

Gesammelte Prosa | Zwischen Poesie und Rebellion – Texte aus vier Jahrzehnten
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Inhaltsangabe

Die Sammlung gliedert sich in veröffentlichte Prosa und Prosa aus dem Nachlass von Thomas Brasch. Es folgen Faksimiles einiger Manuskriptseiten, eine editorische Nachbemerkung und ausführliche Anmerkungen mit bibliografischen Angaben und Notizen zu Fassungen, Entstehungsgeschichte und Vernetztheit der Texte untereinander sowie eine Biografie.

Der Band vereinigt Thomas Braschs gedruckte und ungedruckte fiktionale und essayistische Prosa (Erzählungen, Reden, Kritiken, Kommentare, Stellungnahmen) von 1956 bis 2000 – mit Ausnahme des Romankonvoluts Mädchenmörder Brunke.

Von der ersten Veröffentlichung in der Lausitzer Rundschau (1956, da war Brasch elf), dem Märchen Fuchs, Adler und Nilpferd, über den Erzählungsband Vor den Vätern sterben die Söhne – der im Hinstorff Verlag nur mit drastischen Eingriffen hätte erscheinen können und daher Auslöser für den »Landwechsel« Braschs von Ost- nach Westberlin wurde – bis hin zu späten Widmungstexten (etwa zum Tod Heiner Müllers) spannt sich der Bogen über vierzig Jahre. »Der wehleidige Blick in die Vergangenheit ist kein Ersatz für die Verweigerung der Zukunft«, heißt es in Neben Mord strahlen Reime (1979).

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 15.01.2025
  • Autor/Autorin: Thomas Brasch
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 208/139/49 mm
  • Seitenanzahl: 877
  • ISBN: 9783518431948
Darum lohnt sich dieses Buch

80. Geburtstag am 19. Februar 2025

Pressestimmen
»… Brasch ist in seiner Prosa wie in der Lyrik ein großer Arrangeur der Dinge. Er lässt ihnen ihren Raum, er lässt sie geschehen, ohne Moral, ohne Empathie, ohne mildernde Attribute, ohne Erschrecken vor dem Schrecken. Darin steckt seine Wucht.«
Christian Rakow, Theater heute, 31. März 2025
»... von zerreißender Schönheit.«
Jakob Hayner, WELT AM SONNTAG, 23. März 2025
»Braschs Prosa ist explosiv, fiebrig, sie verweilt nicht, beschreibt nicht – der Autor ist ein erklärter Feind des Adjektivs. Alles treibt voran, hin zur szenischen und dialogi schen Spitze.«
Markus Schwering, Frankfurter Rundschau, 19. Februar 2025
»Thomas Brasch war eine wichtige Stimme der ostdeutschen Literatur. Sein Prosawerk liegt nun in einem gewichtigen Band vor.«
Joachim Dicks, NDR, 19. Februar 2025
»Wie keine andere ist Braschs Literatur durch eine radikal-zärtliche Ästhetik [von] Widersprüchen gekennzeichnet. Widersprüche zwischen Kapital und Arbeit, Faschismus und Kommunismus, Wünschen und Fürchten, Gehen und Bleiben, zwischen den Geschlechtern uvm.«
taz.de, 19. Februar 2025
»Lesen Sie [Braschs] Texte ...«
Thomas Blum, neues deutschland, 18. Februar 2025
»Gedankliche Schärfe und sprachliche Genauigkeit: Das in einem neuen Band zusammengetragene Prosawerk des 2001 verstorbenen Schriftstellers Thomas Brasch erweist sich als ein Werk von unverminderter Intensität.«
WDR, 15. Januar 2025
»Lesen sollte man diesen Autor unbedingt – und der von Martina Hanf herausgegebene, sorgfältig kommentierte Band ist eine großartige Einladung dazu.«
BR 24, 15. Januar 2025
»Braschs radikale Leidenschaft leuchtet in jeder Zeile auf.«
Thomas Hummitzsch, Tip Berlin
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Liebe ist für Thomas Brasch (1945–2001) eine Haltung, die sich jeder Festlegung verweigert. Eine Haltung, die ihre Träume fürchtend und sehnend der Wirklichkeit aussetzt und das Mögliche stets in den Horizont des Unmöglichen stellt. Braschs dichterische Leidenschaft hofft und verzweifelt, vertraut und betrügt, preist und vernichtet. Und sie belehrt: Wann, wem und wie schreibt man ein erotisches Gedicht?

In dem Band stehen Gedichte, die Brasch eigenständig und zu Lebzeiten publiziert hat, neben literarischen Hinterlassenschaften. Texte aus den frühen Jahren(»Anna, komm …«) sind ebenso vertreten wie Arbeiten aus jüngerer Zeit, etwa eine Gruppe mit Brunke-Gedichten, die in den 1990er Jahren entstanden sind.

Dieses Buch ist Teil der Reihe »75 Jahre Bibliothek Suhrkamp«: Willy Fleckhaus hatte für die Bibliothek Suhrkamp ein ikonisches Coverdesign und eine eigene visuelle Ordnung geschaffen. Mit »30 Farben für Willy Fleckhaus« (2026) greift Olaf Nicolai diese Gestaltung auf und aktualisiert die scheinbar zeitlose Gestaltungsgrammatik. Mit deren mathematisch berechneten Kombinationen bespielt er dieses Raster und verändert unseren Blick auf Fleckhaus’ Arbeit: Was ursprünglich als funktionaler Entwurf gedacht war, wird jetzt als konzeptuelle Struktur sichtbar. Nicolai erzeugt so eine neue Aufmerksamkeit für die Reihe als Form, er konserviert sie nicht, er aktiviert sie, er zeigt die Bibliothek Suhrkamp als eine höchstlebendige Struktur.

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