Iwan Jakowlewitsch zog des Anstandes halber einen Frack über sein Hemd, setzte sich an den Tisch, nahm etwas Salz, schnitt zwei Zwiebeln zurecht, ergriff das Messer, machte eine wichtige Miene und begann das Brot zu zerteilen. Als er es in zwei Hälften geschnitten hatte, blickte er hinein und sah darin zu seinem Erstaunen etwas Weißliches. Iwan Jakowlewitsch kratzte vorsichtig mit dem Messer und tastete mit dem Finger. – Es ist etwas Festes, – sagte er sich, was kann es sein?
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 01.07.2023
Autor/Autorin: Nikolai Gogol
Gelesen von:Karlheinz Gabor
Format: Hörbuch-Download
Dateiformat: MP3
Verlag: AUDIO MEDIA DIGITAL HÖRBUCH
Sprache: Deutsch
Abspielbar auf: Abspielbar in MP3-kompatiblen Apps, Smartphones und Playern.
Spieldauer: 66 Minuten
ISBN: 9783991578741
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In Altväterliche Gutsbesitzer berichtet Gogol vom abgeschiedenen Leben eines alten ukrainischen Gutsbesitzerehepaars.
Eine Meistererzählung des großen russischen Dichters, mit der spitzen Feder.
An einer Ministerialabteilung ... ich will die Ministerialabteilung nicht genauer bezeichnen. Es gibt nichts Unangenehmeres, als mit Angehörigen einer Ministerialabteilung, eines Regiments, einer Kanzlei, kurz, mit irgendeiner Amtsperson zu tun zu haben. Jeder Privatmensch glaubt heutzutage, man wolle in seiner Person die ganze Korporation beleidigen.
An »einer Ministerialabteilung« war also »ein Beamter« angestellt. Man kann nicht behaupten, dass es ein irgendwie bemerkenswerter Beamter war: er war klein, etwas pockennarbig, etwas rothaarig und anscheinend auch etwas kurzsichtig, er hatte eine kleine Glatze, runzlige Wangen und eine sogenannte hämorrhoidale Gesichtsfarbe...
Das Haus war nicht hoch, nach dem äußeren eine gewöhnliche Kosakenhütte mit einer Stube. Doch ist darin Platz für ihn und die Frau, für die alte Dienerin und zehn auserlesenen Burschen...
Der letzte Tag vor Weihnachten war zu Ende. Eine klare Winternacht brach an; die Sterne erstrahlten am Himmel; der Mond erhob sich majestätisch, um den guten Menschen und der ganzen Welt zu leuchten, damit jeder recht lustig die Koljadalieder singe und den Heiland preise.
Schon wieder etwas neues, ein Bienenzüchter der zur Feder greift. Man hat den Gänsen noch zu wenig Federn ausgerupft und zu wenig Lumpen zu Papier geweiht...
»Wie ungeduldig du bist!«, sagte sie ihm leise. »Gleich bist du böse! Warum hast du diese Stunde gewählt? Eine Menge Leute treibt sich auf den Straßen herum ... Ich zittere am ganzen Leibe...«
»Zittere nicht, meine rote Maßholderbeere! Schmieg dich fester an mich!«, sagte der Bursche, sie umarmend, die Laute, die er an einem langen Riemen am Halse hängen hatte, von sich werfend und sich neben dem Mädchen vor die Tür setzend. »Du weißt doch, wie bitter es mir ist, dich auch nur eine Stunde nicht zu sehen.«
Ein merkwürdiger Vorfall hat sich heute ereignet. Ich stand ziemlich spät auf und als mir Mavra die geputzten Stiefel brachte fragte ich sie wie spät es wäre. Als ich hörte es hätte schon längst zehn geschlagen zog ich mich schleunigst an. Offen gestanden würde ich am liebsten überhaupt nicht ins Büro gehen. Da ich im Voraus weiß was für eine saure Miene unser Abteilungschef machen wird...
In "Phantasien und Geschichten" sind die Meisterwerke vom großen russischen Satiriker "Nikolaj Gogol" vereint. Inhalt: "Der Mantel" – "Memoiren eines Wahnsinnigen" – "Die Nacht vor Weihnachten", "Wie es kam, dass sich Iwan Iwanowitsch mit Iwan Nikiforowitsch entzweit hat" – "Wij, der König der Erdgeister" – "Eine Mainacht", "Ein Landjunker" – "Der Zauberer" – "Die Nase" – "Altväterliche Gutsbesitzer"
Die tragische Geschichte des Kosakenhauptmanns Taras Bulba entführt uns in die Kriegswehen Russlands im sechzehnten Jahrhundert. In der Familie Taras, der einen Sohn tötet, um sein Volk zu retten und die Hinrichtung des anderen nicht verhindern kann, vollzieht sich jener Zyklus, der seit Menschengedenken das Leben bestimmt: Geburt und Liebe, Tod und Trauer.
Was für ein Prachtmensch Iwan Iwanowitsch doch ist. Einen herrlichen Pelzrock hat er, ein herrliches Haus und die Honoratioren der Gegend sind seine guten Bekannten. Auch Iwan Nikiforowitsch ist ein Prachtmensch. Sein Hof grenzt an den von Iwan Iwanowitsch. Die beiden sind eng befreundet. Nun hat Iwan Iwanowitsch bei Iwan Nikiforowitsch eine wunderschöne Flinte gesehen, die er unbedingt haben will. Drum geht er seinen Nachbarn besuchen, nach dem Mittagessen, bei großer Sommerhitze. Und fragt ihn, auf etlichen Umwegen, wozu der denn eine Flinte brauche. Und ob er ihm nicht die Flinte «verehren» wolle. Ein Tausch soll es werden. Die Flinte gegen die schwarzbraune Sau plus zwei Sack Hafer. Aus dieser Bitte entsteht ein erbitterter Streit zwischen den beiden Ehrenmännern, der das ganze Städtchen Mirgorod verunsichert.