Die Formen des Sichtbaren

Eine Anthropologie der Bilder | Eine faszinierende Reise durch die Geschichte und Formen der Weltkunst | Sachbuchbestenliste von WELT, NZZ, WDR5 und Ö1
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Inhaltsangabe

Was ein Bild zeigt oder gerade nicht zeigt, enthüllt ein bestimmtes figuratives Schema, das durch die formalen Mittel und durch die Anordnung, mit der es seine Wirkungskraft entfaltet, gekennzeichnet ist. Bilder ermöglichen uns so einen Zugang zu dem, was unterschiedliche menschliche Lebensformen ausmacht. Gestützt auf einen globalen und historisch weit ausgreifenden Vergleich von Werken einer atemberaubenden Vielfalt, entwickelt Philippe Descola in seinem Buch die Grundlagen für eine Anthropologie der menschlichen Bildkunst.

Die bildliche Darstellung ist nicht allein der Phantasie derer überlassen, die die Bilder erschaffen. Wir stellen nur dar, was wir wahrnehmen oder uns vorstellen, und wir stellen uns nur vor und nehmen nur wahr, was uns die Gewohnheit zu unterscheiden gelehrt hat. Der visuelle Pfad, den wir bei der Abbildung der Welt einschlagen, hängt für Descola daher davon ab, welcher der vier Regionen des von ihm entdeckten ontologischen Archipels wir angehören: Animismus, Naturalismus, Totemismus oder Analogismus. Jeder von ihnen entspricht eine bestimmte Art, die Welt zu begreifen. Ein augenöffnendes Buch!

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 17.05.2023
  • Autor/Autorin: Philippe Descola
  • Übersetzung: Christine Pries (aus dem Französischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 246/166/42 mm
  • Seitenanzahl: 783
  • ISBN: 9783518587997
Pressestimmen
»Ein grundlegendes Buch.«
Philosphie Magazin, 5. Mai 2025
»[Descola] sprengt nun den zeitlichen und geografischen Rahmen eurozentrierter Bild- und Kunstbetrachtung, führt eine gänzlich neue, überraschende Kategorisierung von Kunstwerken ein.«
Harald Loch, neues deutschland, 17. Oktober 2023
»Descolas Buch lässt uns entdecken, was sein Autor selbst entdecken musste: ›dass sich am Rande der Welt, in der ich mich eingerichtet hatte, noch andere Welten entfalten können‹.«
Katja Hachenberg, literaturkritik.de, 24. August 2023
»Der großformatige, nicht eben schmale und trotz seines Umfangs auffallend sorgfältig gemachte Band bietet in einem fehlerfreien, sauber lektorierten Text eine enorme Fülle von Material: Eine Fundgrube für jeden, der sich für empirische oder philosophische Anthropologie interessiert.«
Stefan Diebitz, KulturPort.de, 11. Juli 2023
»Mit seinem neuen Buch leitet der Anthropologe Philippe Descola eine Wende in der Erforschung des Bildes und seiner Funktionen ein. Damit stellt er die Grammatik des Sichtbaren auf den Kopf und macht Schluss mit dem Eurozentrismus. Ein großes Werk.«
Le Monde, 7. Dezember 2022
»Philippe Descolas vergleichende Anthropologie des Bildes ist ein großer Wurf. […] Mit Descolas Buch liegt nun nicht weniger als der Entwurf einer neuen Bildtheorie vor.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Dezember 2022
»Ein im wahrsten Sinne des Wortes augenöffnendes Buch!«
Anzeiger, Das Magazin für die österreichische Buchbranche
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Seit der Zeit der Renaissance ist unser Weltbild von einer zentralen Unterscheidung bestimmt: der zwischen Natur und Kultur. Dort die von Naturgesetzen regierte, unpersönliche Welt der Tiere und Dinge, hier die Menschenwelt mit ihrer individuellen und kulturellen Vielfalt. Diese fundamentale Trennung beherrscht unser ganzes Denken und Handeln. In seinem faszinierenden Buch zeigt der große französische Anthropologe und Schüler von Claude Lévi-Strauss, Philippe Descola, daß diese Kosmologie alles andere als selbstverständlich ist. Dabei stützt er sich auf reiches Material aus zum Teil eigenen anthropologischen Feldforschungen bei Naturvölkern und indigenen Kulturen in Afrika, Amazonien, Neuguinea oder Sibirien. Descola führt uns vor Augen, daß deren Weltbilder ganz andersartig aufgebaut sind als das unsere mit seinen »zwei Etagen« von Natur und Kultur. So betrachten manche Kulturen Dinge als beseelt oder glauben, daß verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Tieren und Menschen bestehen. Descola plädiert für eine monistische Anthropologie und entwirft eine Typologie unterschiedlichster Weltbilder. Auf diesem Wege lassen sich neben dem westlichen dualistischen Naturalismus totemistische, animistische oder analogistische Kosmologien entdecken. Eine fesselnde Reise in fremde Welten, die uns unsere eigene mit anderen Augen sehen läßt.
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