Ostkunst
Die bildende Kunst der DDR ist noch Jahrzehnte nach deren Ende ein fast unbekanntes, unerzähltes Feld. Vor allem sollte es eine Kunst aus dem Volk und für das Volk sein, überall im öffentlichen Raum zu sehen. Daher stellt sie einen einzigartigen Schlüssel für das Verständnis der DDR im Ganzen dar. Sie war ein zentrales Medium der Arbeits- und Lebenswelten, ein kultureller, politischer und mentalitätsgeschichtlicher Spiegel der Gesellschaft – immer im Spannungsfeld zwischen indoktrinierender Staatskunst und subversiver Vieldeutigkeit und Freiheit.
Burkhard Müller schlägt einen großen Bogen von der Gründung der DDR bis zu ihrem Zerfall 1989/90. Er nimmt bekannte ebenso wie vergessene Werke, Künstler und Orte in den Blick – vom Staatskünstler Willi Sitte über Werner Tübkes Bauernkriegspanorama, den frühen Arbeiten Gerhard Richters, der sozialistischen «Kunst-Wohnstadt» Eisenhüttenstadt, Neo Rauchs und Jan Kummers Hinwendung zu einer neuen Figürlichkeit bis hin zum berühmten Karl-Marx-«Nischel» in Chemnitz, der bis heute eine ganz eigene symbolische Strahlkraft besitzt. Ein faszinierendes, erzählerisch fesselndes Porträt, das uns die Gesellschaft des untergegangenen Staates mit neuen Augen sehen lässt.













