Ismail lebt seit 18 Jahren in Deutschland und führt ein einsames und trauriges Leben. Er kennt, außer seinen Kollegen, niemanden und wird von seinem Gewissen geplagt, weil er im Exil und nicht in die Berge gegangen ist wie sein Bruder. Sein Vater macht ihn für das Verschwinden des Bruders verantwortlich und hat ihn aus der Familie ausgestoßen.
Als Ismail eines Tages die Nachricht erhält, dass sein Vater im Sterben liegt macht er sich auf den Weg in die Heimat. Aber sein Vater will ihn auch auf dem Sterbebett nicht empfangen. In der Hoffnung von seinem Vater wieder in die Familie aufgenommen zu werden macht er sich auf die Suche nach seinem Bruder. Eine Suche die ihn in die Berge führt, bis in die kurdischen Gebiete des Irak, wo er zum ersten Mal die gehisste kurdische Flagge sieht, zu sich selbst findet und eine zarte neue Liebe beginnt …
Yavuz Ekinci erzählt in diesem Roman, seinem in der Türkei erfolgreichsten Buch, für das er wegen »Terrorpropaganda« angeklagt wurde, eine Geschichte aus dem kurdischen Widerstand und der Diaspora, die, angesichts der derzeitigen Ereignisse in der Türkei und der Debatten um Migration hier, eine akute poetische und politische Dringlichkeit hat.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 11.09.2025
Autor/Autorin: Yavuz Ekinci
Format: E-Book
Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen
Dateigröße: 267 KB
Verlag: VERLAG ANTJE KUNSTMANN
Sprache: Deutsch
Umfang: 144 Seiten
ISBN: 9783956146633
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Kompatibilität: Kompatibel mit EPUB-fähigen E-Readern und Apps.
Herstellerinformationen
Verlag Antje Kunstmann GmbH Zweigstraße 10 80336 München DE
Yavuz Ekinci, 1979 in Batman geboren, arbeitet als Lehrer und ist Herausgeber einer Reihe zur kurdischen Exilliteratur. Für sein Prosawerk erhielt Ekinci zahlreiche Preise, darunter den Human Rights Association Story Award. Zuletzt erschienen die Romane »Der Tag, an dem ein Mann vom Berg Amar kam« (2017) und »Die Tränen des Propheten« (2019) und »Das ferne Dorf meiner KIndheit« (2023). Ekinci lebt in Istanbul.
Yavuz Ekinci erzählt vom Leben in einem kurdischen Dorf, von einem seit Jahren immer wieder aufflammenden Konflikt und von der Angst der Menschen, dass auch sie Opfer einer willkürlichen Zerstörung werden – so poetisch wie politisch.
Wie ein Märchen beginnt diese poetische Erzählung einer hochbrisanten Geschichte: Wer alles hatte sich nicht schon erträumt, den Berg Amar zu bezwingen und das Walnusstal zu erobern? Feldherren, Propheten, Herrscher, Könige … Sie alle sind gescheitert, nur ein Liebespaar, Amar und Sara, hat das Walnusstal aufgenommen. Das war vor langer Zeit. Ihre Nachfahren leben bis heute in einem Dorf im Walnusstal, und sie wissen, eines Tages kommt ein Mann vom Berg Amar mit der gefürchteten Botschaft: Sie kommen! Und nichts mehr wird so sein wie vorher.
Von der Schönheit einer archaischen, unberührten Natur erzählt der kurdische Autor Yavuz Ekinci, und von ihrem Schrecken, von den Menschen in einer Dorfgemeinschaft, von einem Leben, das gewohnten Regeln und Ritualen folgt, in denen die alten Legenden nicht vergessen sind, auch wenn die Moderne durch das Fernsehen längst Einzug gehalten hat, von der unterschwelligen Gegenwart eines immer wieder aufflammenden Krieges. Mit einer betörenden Sprache beschwört er den Reichtum einer alten Kultur, ihren unzerstörbaren Kern, gegen eine Zerstörung, die er kommen sieht, wenn sie kommen.
Ein großer Familienroman, der fast ein Jahrhundert umspannt, die gewaltvolle Geschichte eines zerrissenen Landes widerspiegelt und von zwei Völkern erzählt, die ihrer Herkunft, ihrer Sprache und all dessen beraubt werden, was einen Menschen ausmacht. Rüstem wächst in einem kleinen Dorf in den Bergen auf. Seine Mutter ist bei seiner Geburt gestorben, er lebt mit seinem Vater und den älteren Geschwistern im Haus seiner Großeltern. Zwischen dem Vater und dem Großvater herrscht ständiger Streit, auch das Verhältnis zwischen den Großeltern ist angespannt. Doch sind sie Rüstems wichtigste Bezugspersonen in einer archaischen Welt, die geprägt ist von patriarchalischen Strukturen, religiösen Riten, Aberglaube, Gewalt und einem politischen Konflikt, der sich dem Jungen nur nach und nach erschließt: Sein ältester Bruder ist in die Berge gegangen, immer wieder durchsuchen Soldaten das Haus der Familie und in der Schule wird ihm verboten, seine Muttersprache Kurdisch zu sprechen. Als seine Großmutter im Sterben liegt, entdeckt Rüstem ein Familiengeheimnis, das viele Jahrzehnte zurückführt in eine Zeit, als in dem längst verfallenen Nachbardorf noch armenische Familien lebten. Zusammen mit seinem Vater macht Rüstem sich auf den Weg dorthin, um der Großmutter ihren letzten Wunsch zu erfüllen.