Die Idee des musikalischen Kunstwerks bildet den Fluchtpunkt, der den Bereich der Musik in seinem ästhetischen Eigensinn erschließt. Selbst jene musikalischen Formen, die keine Werkgestalt besitzen wollen, stehen, sofern sie überhaupt Kunst zu sein beanspruchen, noch in Beziehung zu ihr. Gunnar Hindrichs widmet sich in seinem faszinierenden Buch der Artikulation dieser Idee. In enger Tuchfühlung sowohl mit der europäischen Musik von der Gregorianik bis zum Komplexismus als auch mit der philosophischen Ästhetik und Metaphysik entwickelt er sechs Grundbegriffe, die das musikalische Kunstwerk ausmachen: Material, Klang, Zeit, Raum, Sinn und Gedanke. Zusammen ergeben sie eine Ontologie des Musikwerks aus der Perspektive der ästhetischen Vernunft.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 11.12.2013
Autor/Autorin: Gunnar Hindrichs
Reihe: suhrkamp taschenbuch wissenschaft, Teil 2087
Einband: Taschenbuch
Auflage: 2. Originalausgabe
Verlag: Suhrkamp
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 179/109/16 mm
Seitenanzahl: 272
ISBN: 9783518296875
Pressestimmen
»Bücher zur Kunst, die so originär philosophisch und zugleich so kundig in der behandelten Sache wie das vorliegende sind, gibt es gegenwärtig nicht viele.«
Günter Figal, Neue Zürcher Zeitung, 5. Januar 2015
»... der Autor [schöpft] aus einem reichen Fundus musikgeschichtlicher und musikwissenschaftlicher Kenntnisse.«
Georg Sans, Stimmen der Zeit
»Es lohnt, sich durchzuarbeiten. Zum Schluss stellt sich zumindest eine Ahnung von den Musikkunstwerke konstituierenden ›Grundbestimmungen‹ ein.«
Wolfgang Hellmich, Zeitschrift für philosophische Forschung
»Nach der Lektüre hört man Musik anders. Sein kühl analytischer Blick wird wärmer in der direkten Begegnung mit Klingendem.«
Kritische Theorie ist ein scharfsinniger Unsinn. Kritik – das bedeutet Prüfen, Unterscheiden, Urteilen. Theorie – das bedeutet eine Erkenntnisstruktur. Laut Kant bildet die Kritik darum eine »Propädeutik« zur Theorie. Wer beides zusammenschließt, verwickelt sich in einen Widerspruch. Von diesem scharfsinnigen Unsinn der kritischen Theorie handeln Gunnar Hindrichs’ Studien, die sich gegen die Meinung richten, kritische Theorie bilde ein sinnvolles Element im Gefüge der Wissenschaften. Ihr Geschäft, so Hindrichs, besteht vielmehr darin, die Krise des Sinns durchzuführen. In der vielfältigen Krise unserer Gegenwart aber wird ein Denken, das die Form der Krise in sich aufgenommen hat, auf neue Weise bedeutsam.
NACHDENKEN ÜBER DEN KRIEG - WIE WIR DEM FRIEDEN NÄHERKOMMEN
Mit den militärischen Eskalationen der Gegenwart hat die Mehrfachkrise unserer Gesellschaft einen neuen Stand erreicht. Das verlangt auch eine neue Auseinandersetzung mit dem, was Krieg heute eigentlich ausmacht. In zehn miteinander verknüpften Kurzessays unternimmt Gunnar Hindrichs eine philosophische Reflexion auf die Eigenbestimmtheit des Krieges: unter den besonderen Bedingungen unserer Zeit.
Eine Philosophie «des» Krieges gibt es nicht. Aber es lassen sich Grundlagenbestimmungen anstellen, die unsere kriegerische Gegenwart unter kategorialen Gesichtspunkten betrachten - Weltgeschichte, Recht, Macht, Selbsterhaltung, Helden, Institutionen u. a. -, und so «ihre Zeit in Gedanken erfassen» (Hegel). Hierbei darf sich die philosophische Reflexion nicht auch noch selber einberufen lassen. Vielmehr muss sie sich abseits des Krieges vollziehen: Weder macht sich die Philosophie zur Kriegspartei, noch bleibt sie neutral. Denn hinter allen ihren Überlegungen steht unausgesprochen das Nein zum Krieg. Auf diesem Weg geht es ihr darum, dem Ziel alles Nachdenkens über den Krieg - dem Frieden- näherzukommen.
"Der Krieg ist in Wahrheit eine Krankheit, wo die Säfte, die zur Gesundheit und Erhaltung dienen, nur verwendet werden, um ein Fremdes, der Natur Ungemäßes, zu nähren." Johann Wolfgang von Goethe
Ein philosophischer Essay über Krieg und Frieden in der Gegenwart
10 miteinander verknüpfte Kurzessays zeigen auf, wie sich militärische Gewalt in unserer modernen Welt verändert hat
Mit einer Diskussion wichtiger Streitpunkte aus der Geschichte der Philosophie
Wie kann Philosophie dazu beitragen, den Frieden zu sichern?