Teil der Reihe: edition suhrkamp

Das terrestrische Manifest

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Inhaltsangabe

Eine Serie politischer Unwetter hat die Welt durcheinandergebracht. Die Instrumente, mit denen wir uns früher orientierten, funktionieren nicht mehr. Verstanden wir Politik lange als einen Zeitstrahl, der von einer lokalen Vergangenheit in eine globale Zukunft führen würde, realisieren wir nun, dass der Globus für unsere Globalisierungspläne zu klein ist. Der Weg in eine behütetere Vergangenheit erweist sich ebenfalls als Fiktion. Wir hängen in der Luft, der jähe Absturz droht.

In dieser brisanten Situation gilt es zuallererst, wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen und sich dann neu zu orientieren. Bruno Latour unternimmt den Versuch, die Landschaft des Politischen neu zu vermessen und unsere politischen Leidenschaften auf neue Gegenstände auszurichten. Jenseits überkommener Unterscheidungen wie links und rechts, fortschrittlich und reaktionär plädiert er für eine radikal materialistische Politik, die nicht nur den Produktionsprozess einbezieht, sondern auch die ökologischen Bedingungen unserer Existenz.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 18.04.2018
  • Autor/Autorin: Bruno Latour
  • Übersetzung: Bernd Schwibs
  • Reihe: edition suhrkamp
  • Einband: Paperback
  • Auflage: 6. Deutsche Erstausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 206/128/18 mm
  • Seitenanzahl: 136
  • ISBN: 9783518073629
Pressestimmen
»[Latour ist] ein unerschöpflicher Ideenlieferant für die Gegenwart.«
Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung, 22. Februar 2021
»Ein neuer Blick statt alte Verteilkämpfe: Bruno Latour weiß, wie die Avantgarde den Erdenbürger denkt.«
René Scheu, Neue Zürcher Zeitung, 5. September 2018
»Latours Schrift ist weniger eine Anleitung, vielmehr eine sympathische Einladung teilzunehmen an der Suchbewegung, was das gemeinsame Terrestrische sein könnte, in dem sich ein Gefühl von Beschütztsein vermitteln ließe, ohne auf Identität und Verteidigung von Grenzen zu pochen.«
Jürgen Reuß, Badische Zeitung, 22. August 2018
»... in seiner kurzen Form ist es ein gelungener, anregender und von der ersten bis zur letzten Seite spannend zu lesender Essay.«
Andrea Roedig, Deutschlandfunk Kultur, 26. Juli 2018
»Latour nimmt die durchschnittliche europäische Gewöhnungsnormalität angesichts des Klimawandels nicht hin. Er will die Schockstarre lösen: Gesucht wird die Erde, auf der Menschen sich erden können. Gesucht wird: Politik.«
Elisabeth von Thadden, DIE ZEIT, 28. Juni 2018
»Niemand hat die sozialen und ökologischen Bedingungen, unter denen wir heute leben, scharfsinniger analysiert als [Bruno Latour].«
Bernhard Malkmus, der Freitag, 24. Mai 2018
»Latours Buch ist eine politische Programmschrift ... Das Manifest will sein Publikum vom Kopf auf die Füße stellen. Im Titel liegt auch eine Aufforderung: Kommt auf den Boden der Tatsachen! Wacht auf!«
Hendrikje Schauer, Der Tagesspiegel, 11. Mai 2018
»Latour ist jede Form von Esoterik völlig fremd, und auch das neueste Buch – Das terrestrische Manifest – ist eine soziologisch fundierte und äußerst engagierte politische Stellungnahme.«
Jean-Pierre Wils, Thema im Fokus
»Dass Latours Text sich auf feine, charmante Art und Weise von den sonst üblichen ›Earthmaster‹-Verlautbarungen eines zunehmend unglaubwürdigen Nachhaltigkeits- und ›Geoengineering‹-Diskurses abhebt, war zu erwarten.«
Helmut Geist, erdkunde.uni-bonn.de
»Latours Essay regt dazu an, nicht nur die Fremd-, sondern auch die Selbstbestimmung genauer zu durchdenken.«
Felix Heidenreich, Neue Politische Literatur
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Zur Entstehung einer ökologischen Klasse

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Die katastrophalen Folgen unseres Handelns für die Natur sind inzwischen bekannt. Doch die Emissionen steigen weiter. Gegen das Mantra vom wirtschaftlichen Wachstum wirken die Kassandrarufe junger Aktivist:innen oft ohnmächtig. Und während sich im Namen von Freiheit und Gleichheit einst Massen mobilisieren ließen, führt der Klimaschutz zu neuen Spaltungen. Man denke nur an die Gelbwestenproteste in Frankreich.
Für Bruno Latour und Nikolaj Schultz ist klar: So wie einst die Arbeiterklasse den sozialen Fortschritt erkämpfte, bedarf es heute einer ökologischen Klasse, um den Klimawandel aufzuhalten. Wo Bewegungen wie Fridays For Future und lokale Organisationen oft getrennt agieren, plädieren die Soziologen für eine Politik, die den Schutz unserer Lebensgrundlagen ins Zentrum gemeinsamer Anstrengungen stellt. Die Geschichte der Menschen, hieß es bei Marx und Engels, sei die Geschichte von Klassenkämpfen. Kommt es nicht zur Entstehung einer ökologischen Klasse, so Latour und Schultz, wird die Menschheit keine Zukunft haben.
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