Mein Weg als Deutscher und Jude
Das Schicksal einer deutsch-jüdischen Doppelexistenz – bis heute von ungebrochener Aktualität
»Es ist vergeblich, für sie zu leben und für sie zu sterben. Sie sagen: er ist ein Jude.« Das schrieb Jakob Wassermann 1921 in seiner berühmten autobiographischen Bekenntnis- und Anklageschrift »Mein Weg als Deutscher und Jude«. Der Nationalsozialismus lag noch einige Jahre entfernt, Jakob Wassermann war als Romanautor auf dem Höhepunkt seines Ruhms. Er war deutsch, er war jüdisch, er fühlte deutsch, er fühlte jüdisch – »eines so sehr und so völlig wie das andere, keines ist vom anderen zu lösen« –, beides war für ihn nicht voneinander zu trennen. Doch ihm wurde durch die historischen Umstände und den Antisemitismus der deutschen Mehrheitsgesellschaft nicht gestattet, beide Identitäten gleichzeitig zu leben. Mit dieser Schrift, von Herausgeber Dierk Rodewald reich und kundig kommentiert, wollte Wassermann aufwecken und warnen – vergeblich, wie wir heute wissen, aber erschreckenderweise auch heute immer noch aktuell.
»Ich habe Ihr Lebensbuch, allein schon fortgerissen durch seine schriftstellerische Kraft, beinahe in einem Atem, mit angespanntestem Interesse gelesen.« Thomas Mann in einem Brief an Jakob Wassermann



