»Am Strand von Bochum ist allerhand los«

Postkarten
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Inhaltsangabe

Jurek Becker verfasste Drehbücher und Texte fürs Kabarett, wurde mit seinem ersten Roman, Jakob der Lügner, weltberühmt, veröffentlichte Erzählungen und Essays. In seinen letzten Lebensjahren schrieb er eine gesteigerte Zahl an Postkarten. In diesen ging es weniger um Mitteilungen des Autors über sich. Vielmehr lag Jurek Becker daran, seine Leser für Minuten zu unterhalten. Dennoch sind die in diesem Band zusammengetragenen Karten Zeugnisse von Beckers Persönlichkeit und seines Lebens. Sie geben Auskunft über Vorlieben und Leidenschaften, ganz besonders aber über die ihm sehr eigene Art, die Liebsten aufzuheitern und sie über Trennungen hinwegzutrösten.

»Eine zauberhafte Zusammenstellung der Postkarten, die Jurek Becker an Freunde und Familie geschrieben hat ... So glänzt [sein] Geist besonders hell.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 11.09.2019
  • Autor/Autorin: Jurek Becker
  • Einband: Paperback
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 240/171/31 mm
  • Seitenanzahl: 397
  • ISBN: 9783518470374
Pressestimmen
»Das Buch ist unentwegt freundlich. Es lächelt, bis auch der Leser es tut. So viel Lebensfreude, bei so viel Abstand!«
Arno Widmann, Berliner Zeitung, 11. Januar 2020
»So tragisch die Geschichten sind, so humorvoll versteht Becker es, diese zu erzählen. Diese Gabe, etwas mit Humor und ganz eigenen Augen zu sehen, ist auch in dem wunderschön gestalteten Postkartenbuch zu entdecken.«
Terrance Albrecht, WDR, 6. Juli 2018
»Es ist eine große Freude und ein besonderes Vergnügen, in diesem wunderbar gestalteten und von Christine Becker sorgfältig kommentierten Band zu lesen, in dem jeweils auf einer Seite neben dem Text auch das Motiv der Karte abgebildet wird: ein sehr intimer Einblick in das Leben dieses Ausnahmeschriftstellers.«
Michael Opitz, Deutschlandfunk Kultur, 6. Juni 2018
»Witzige, kunstvolle Texte von immer höherer Qualität, die vom unbeschwerten Leben auf der ganzen Welt genauso erzählen, wie vom Kampf gegen den Krebs.«
Michael Luisier, SRF, 22. Mai 2018
»Diese Karten sind folglich nichts anderes als die geheime, bittersüße Autobiografie eines Autors, der mit wahren Lügen das Sein im Schein leuchten lässt. Hier schließt sich der Kreis zu seinem Debütroman.«
Olaf Kutzmutz, Der Tagesspiegel, 13. Mai 2018
»Jede Seite des Buches zeigt Transkription des Textes und beide Kartenseiten im Faksimile. Eine Hommage an die Postkarte – und eine Feier des Kunststücks auf engstem Raum.«
Michael Schreiner, Augsburger Allgemeine, 7. April 2018
»Jurek Becker hat von den Postkarten nicht lassen können. Und das war großartig so. Denn der Autor hat auf Reisen nicht nur wunderbare Motive gefunden, sondern stets auch eine feine Pointe für die lieben Adressaten.«
Kölner Stadt-Anzeiger, 6. April 2018
»Eine zauberhafte Zusammenstellung der Postkarten, die Jurek Becker an Freunde und Familie geschrieben hat ... So glänzt [sein] Geist besonders hell.«
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. April 2018
»Dieses Buch ist ein Geschenk. Allein wegen einer Anrede wie ›Du dickes Ende‹, einer wie so oft zärtlichen Liebeserklärung an seine Frau, möchte man es unbedingt festhalten.«
Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 28. März 2018
»Becker hat das Schreiben dieser lyrischen Lebenszeichen regelrecht zur Kunstform erhoben und damit wahrscheinlich gar ein eigenes literarisches Genre erfunden.«
Janko Tietz, SPIEGEL ONLINE, 24. März 2018
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Mein Vater, die Deutschen und ich

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Jurek Becker gehört zu den großen deutschen Schriftstellern nach 1945. Daß er überhaupt ein deutscher Schriftsteller wurde, war jedoch keineswegs selbstverständlich. »Ich bin in Polen geboren, in der unschönen Stadt Lodz, als Kind von Eltern mit, wie man sagt, jüdischem Hintergrund. Der ist, ob ich will oder nicht, somit auch mein Hintergrund. Und wenn nicht bald nach meiner Geburt die deutsche Wehrmacht gekommen wäre, wenn sie nicht das Land besetzt und meine Eltern und mich in ein Ghetto und später in verschiedene Konzentrationslager gesteckt hätte, wenn die Rote Armee nicht das Lager Sachsenhausen, wo ich zuletzt weilte, befreit hätte, dann möchte ich nicht wissen, als was und vor wem ich heute stehen würde.« Jurek Becker aber wußte, als was und vor wem er stand – davon zeugen seine Aufsätze, Vorträge und Interviews. In der vorliegenden Sammlung findet das Selbst- und Weltverständnis dieses außergewöhnlichen Autors Ausdruck, der wie kein anderer die deutschen Verhältnisse in Ost und West, einst und jetzt, auszuloten vermochte – in der ihm eigenen seltenen Balance von sprachlicher Prägnanz, Witz und Klarsicht. Mein Vater, die Deutschen und ich basiert auf dem von Jurek Becker 1996 zusammengestellten Band Ende des Größenwahns. Die Neuausgabe enthält zudem wichtige Interviews, darunter jene, die ein Publikationsverbot in der DDR provozierten, sowie zahlreiche Texte aus dem Nachlaß, u. a. »Wie es zu Jakob dem Lügner kam«.
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